Mehrheit am Königssee ist dafür, aber...

Sperre des Infinity-Pools am Königsbachfall lässt noch auf sich warten

Königsbach-Wasserfall, Königssee, Infinity-Pool
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Sogar Luftmatratzen werden für das perfekte Bild zum Infinity-Pool getragen, für den Rückweg sind sie oft zu schwer und bleiben zurück.

Schönau am Königssee - Die Ende Juli angekündigte Sperre des Königsbachfalls lässt noch auf sich warten. Allerdings zeigen die ersten Reaktionen und Ergebnisse aus BGLand24.de-Umfragen, dass die Mehrheit eine klare Meinung dazu hat.

Ende Juli hat die Nationalparkverwaltung Berchtesgaden in Abstimmung mit dem Landratsamt Berchtesgadener Land ein Betretungsverbot für den Bereich des „Infinity Pools“ am Königsbach-Wasserfall angestrebt, um eine Erholung der Vegetation zu ermöglichen. Das Verfahren für den Erlass einer Rechtsverordnung zur Betretensrechtsregelung am Landratsamt läuft. Wann es abgeschlossen sein wird, ist allerdings noch nicht bekannt.


„Das Verfahren kann grob in drei Phasen eingeteilt werden“, heißt es von Seiten des Fachbereich Naturschutz gegenüber BGLand24.de. „1. Ermittlung des Sachverhaltes aus dem sich auch die Begründung für die geplante Verordnung ergibt. 2. Anhörung der entsprechenden Verbände und Institutionen. 3. Prüfung der Rückmeldungen und Abschluss des Verfahrens.“

Weltweite Bekanntheit des Infinity-Pools am Königsbachfall hat Folgen


Derzeit befinde sich das Verfahren in Phase eins, die aber wohl bald zum Abschluss kommen kann. Die Phase 2 mit Anhörungsfrist dauere in der Regel zwei Monate. „Die Betretenseinschränkung wird erst im Anschluss daran umgesetzt“, so die Auskunft. Zusammen mit dem Landratsamt will der Nationalpark Berchtesgaden dann darüber informieren, wie die Verordnung aussieht und wie sie kontrolliert wird.

Zu dieser Maßnahme ist es gekommen, da „über die sozialen Medien dieser ehemals versteckte, ruhige und naturschutzfachlich wertvolle Ort weit abseits des offiziellen Wegenetzes im Schutzgebiet weltweit bekannt gemacht wurde“. Jährlich besuchen laut Aussagen des Nationalparks tausende Fototouristen die Gumpen am Königsbach-Wasserfall.

Die Folgen seien offensichtlich: „Weitläufig zertretene Vegetation sowie illegale Feuerstellen, Müll, Lärm, Zelten und Kameradrohnen. Rund um den Gumpen sind bis heute rund drei Kilometer neue Trampelpfade im Bergwald entstanden, hinzu kommen zahlreiche Rettungseinsätze für in Not geratene Besucher“, kritisiert der Nationalpark. Auch Todesopfer waren zu beklagen.

Viele positive Reaktionen auf geplante Sperrung des Königsbach-Wasserfalls am Königssee

Deshalb reagieren wohl auch viele zustimmend auf diese Nachricht. Sowohl der Nationalpark als auch BGLand24.de erhalten viele positive Reaktionen auf die geplante Sperrung. In zwei Umfragen auf BGLand24.de haben sich die Nutzer mehrheitlich deutlich für ein Betretungsverbot ausgesprochen.

Nationalpark-Sprecherin Carolin Scheiter ist sich sicher, dass es auch Gegner des Verbots gibt, aber nach zahlreichen Appellen, angezeigten Ordnungswidrigkeiten und Straftaten sehen die Verantwortlichen keine andere Lösung. „Vertreter verschiedener regionaler Organisationen, Behörden, Gemeinden sowie der Polizei kamen bei einem Runden Tisch in der Nationalparkverwaltung überein, dass die Situation am Königsbach-Wasserfall so nicht länger tragbar sei und unterstützen des Vorgehen“, hatte der Nationalpark im Juli in einer Pressemitteilung mitgeteilt.

Bereits im Juni hat es eine Anzeige gegen eine Influencerin gegeben, die illegalerweise eine Drohne für ihre Aufnahme im so genannten „Infintiy Pool“ genutzt hat. Das Verfahren bei der Polizei läuft noch. Erst dann kann das Landratsamt über die Höhe des Bußgeldes der Ordnungswidrigkeit entscheiden.

Bereits im April vergangenen Jahres hatte BGLand24.de mit verschiedenen Influencern gesprochen, ob sie ihre Bilder im Infinity-Pool auf Instagram löschen würden. Alle waren sich der Gefahr auf dem Weg dorthin und in den Gumpen bewusst, aber nicht bereit, die Fotos zu löschen.

cz

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