Tina Hermann wirft Sieg bei Skeleton-Cup am Königssee weg

Halbzeitführende am Ende Zehnte – Lölling „springt ein“ - Gassner bei den Männern top

Für Tina Hermann begann der Tag großartig.
+
Für Tina Hermann begann der Tag großartig.

Freud und Leid lagen mal wieder nah zusammen: Während die Halbzeitführende beim Skeleton-Weltcup am Königssee, Tina Hermann, den Sieg auf ihrer Heimbahn im zweiten Lauf wegwarf und am Ende nur Zehnte wurde, „sprang“ Teamkollegin Jacqueline Lölling ein und feierte ihren ersten Sieg in dieser Saison.

Königssee - Exakt eine Woche zuvor war dies Tina Hermann in St. Moritz gelungen. Lölling verbesserte sich von Rang 3 noch an die Spitze, während die Russin Elena Nikitina als zuvor Zweite auf Platz 5 zurückfiel. „Jacka“ erleichtert im Ziel: „Dieser Sieg tut richtig gut. Ich habe zuletzt viel gehadert, nachgedacht und ausprobiert. Jetzt ist der Plan endlich aufgegangen, ich war viel entspannter und habe einfach mein Ding durchgezogen.“


Interessant: Die Top-Geschwindigkeiten zauberte eine ganz andere Pilotin in die Bahn – ausgerechnet Anna Fernstädt, die in Schönau am Königssee lebt, aber für Tschechien startet.

Tina Hermann wirft Sieg am Königssee weg - Halbzeitführende am Ende Zehnte

Geboren in Prag, aufgewachsen in Hessen, wohnhaft in Schönau am Königssee, startend für Tschechien: Anna Fernstädt freute sich „tierisch“ über Platz 2 auf der „Heimbahn“ am Königssee: Im Gesamt-Weltcup rangiert die 24-Jährige jetzt auf dem hervorragenden 4. Platz. Mit 118,42 km/h erzielte sie die Höchstgeschwindigkeit aller 21 gestarteten Skeleton-Damen.
Geboren in Prag, aufgewachsen in Hessen, wohnhaft in Schönau am Königssee, startend für Tschechien: Anna Fernstädt freute sich „tierisch“ über Platz 2 auf der „Heimbahn“ am Königssee: Im Gesamt-Weltcup rangiert die 24-Jährige jetzt auf dem hervorragenden 4. Platz. Mit 118,42 km/h erzielte sie die Höchstgeschwindigkeit aller 21 gestarteten Skeleton-Damen. © bit
Europameisterin Elena Nikitina konnte es kaum glauben, dass sie nach Platz 2 zur Halbzeit noch auf Rang 5 zurückfiel.
Europameisterin Elena Nikitina konnte es kaum glauben, dass sie nach Platz 2 zur Halbzeit noch auf Rang 5 zurückfiel. © bit
Als ginge es steil bergab: Siegerin „Jacka“ Lölling schießt mit 118 km/h aus dem Kreisel.
Als ginge es steil bergab: Siegerin „Jacka“ Lölling schießt mit 118 km/h aus dem Kreisel. © bit
Im Helm der Gesamt-Weltcupführenden Janine Flock aus Österreich spiegelt sich der gesamte Sepp-Lenz-Kreisel.
Im Helm der Gesamt-Weltcupführenden Janine Flock aus Österreich spiegelt sich der gesamte Sepp-Lenz-Kreisel. © bit
Die große Dame des Skeleton-Sports trägt immer noch den coolsten Helm: Katie Uhlaender aus den USA raste auf den 7. Platz, 36 Jahre ist sie mittlerweile.
Die große Dame des Skeleton-Sports trägt immer noch den coolsten Helm: Katie Uhlaender aus den USA raste auf den 7. Platz, 36 Jahre ist sie mittlerweile. © bit
Siegerbild mit vier Damen (von links): Anna Fernstädt (CZE), Jacqueline Lölling (GER) und die zeitgleichen Dritten, Janine Flock (AUT) und Jane Channell (CAN).
Siegerbild mit vier Damen (von links): Anna Fernstädt (CZE), Jacqueline Lölling (GER) und die zeitgleichen Dritten, Janine Flock (AUT) und Jane Channell (CAN). © bit
Nur Skeleton-„Exot“ Ander Mirambell aus Spanien bremst im Ziel mit beiden Händen auf dem Eis.
Nur Skeleton-„Exot“ Ander Mirambell aus Spanien bremst im Ziel mit beiden Händen auf dem Eis. © bit
Weltmeisterin Tina Hermann warf den Sieg als Halbzeitführende im schwierigen Königssee-Labyrinth weg, nahm‘s aber sportlich: „Sowas passiert. Jetzt heißt es Kopf hoch und weitermachen.“
Weltmeisterin Tina Hermann warf den Sieg als Halbzeitführende im schwierigen Königssee-Labyrinth weg, nahm‘s aber sportlich: „Sowas passiert. Jetzt heißt es Kopf hoch und weitermachen.“ © bit

Die 24-Jährige feierte nun auf ihrer Heimbahn ihren bislang größten Erfolg im WelcupPlatz 2 – und konnte es kaum glauben, dass sie von Rang 5 noch drei Positionen nach vorne „gespült“ wurde. Einerseits durch zwei echte Spitzenläufe, anderseits durch haarsträubende Fehler von Hermann, Nikitina und auch der Weltcup-Führenden Janine Flock aus Österreich, die zeitgleich mit Jane Channell aus Kanada gerade noch Bronze eroberte.

Bei den Männern dominierte ebenfalls das Hochsauerland: Nach Löllings Sieg gewann der Winterberger Alexander Gassner das siebte Weltcuprennen an der fünften Station in dieser Saison. Erst der zweite Sieg überhaupt des erfahrenen und in Rumänien geborenen Piloten (31), der vor Wochenfrist seinen Debüterfolg in St. Moritz gefeiert hatte. War es in der Schweiz eine Hundertstel Vorsprung, so baute Gassner diesen am Königssee auf vier aus. Der nach Lauf eins mit Bahnrekord (49,90) führende Olympiasieger Sungbin Yun fiel noch auf Platz 2 zurück. Bronze sicherte sich der Russe Alexander Tretiakov, der nach wie vor den Startrekord (2016 = 4,53) auf der ältesten Kunsteisbahn der Welt. Gleich dahinter reihte sich Saisondebütant Axel Jungk als starker Vierter ein, Weltmeister Christopher Grotheer komplettierte als Sechster das starke deutsche Ergebnis.

„Die Bahnarbeiter haben einen Mega-Job gemacht, die Bahn war unfassbar schnell“, lobte Champion Gassner überglücklich im Ziel.

bit

Kommentare