Chinesin nach acht Stunden mit Heli gerettet

Schönau am Königssee - Hubschrauber, Rettungsboote und Suchtrupps: Eine Urlauberin hatte sich am Königssee verlaufen - die nächtliche Suchaktion wurde zum Wettlauf gegen die Zeit.

Eine in Bergnot geratene 35-jährige Chinesin hat am Mittwochabend, 24. April, einen rund acht Stunden langen Such- und Rettungseinsatz am Königssee und Obersee ausgelöst, an dem neben der Bergwacht und der Wasserwacht aus Berchtesgaden auch vier Hubschrauber-Besatzungen beteiligt waren. Da die in Frankreich lebende Urlauberin keine genauen Angaben zu ihrem Aufenthaltsort machen konnte und die Handyverbindung immer wieder abriss, mussten alle Wege und Steige in dem weitläufigen Areal abgesucht werden. Gegen Mitternacht konnte die unterkühlte aber ansonsten unverletzte Frau dann mit zwei Polizeihubschraubern in der Röthwand südöstlich oberhalb der Fischunkelalm per Winde aufgenommen und nach Königssee geflogen werden.

Suche mit Hubschraubern

Als gegen 17 Uhr bei der Leitstelle Traunstein der Notruf des Vermieters der Frau einging, startete zunächst die Bergwacht Berchtesgaden mit der Suche, wobei die Bergretter von der BRK-Wasserwacht mit ihrem Rettungsboot, der Besatzung des Traunsteiner Rettungshubschraubers „Christoph 14“ und der Besatzung des Polizeihubschraubers „Edelwei 1“ unterstützt wurden. Die Frau hatte ihrem Vermieter lediglich mitgeteilt, dass sie im Bereich des Königssees vom Weg abgekommen sei und Hilfe benötige, da sie weder vor noch zurückkäme. Da sie weder ihr Ziel noch ihren Standort mitteilen konnte, konnte die Bergwacht das Suchgebiet nicht genauer eingrenzen.

Fußtrupp machte sich auf die Suche

Die BRK-Wasserwacht transportierte mit ihrem Rettungsboot Suchmannschaften über den See und suchte mit einem eigenen Fußtrupp den Bereich Rodelbahn und Malerwinkl bis zum Königsbach-Wasserfall ab. Da die Telefonverbindung mit der verstiegenen Frau immer wieder abriss und eine genaue Ortsbestimmung aufgrund ihrer sich widersprechenden Beschreibungen unmöglich war, wurde das weitläufige Areal mit ortskundigen Bergwachtmännern an Bord der beiden Hubschrauber systematisch abgeflogen. Gleichzeitig durchkämmten vier Suchmannschaften der Bergwacht Berchtesgaden sämtliche Steige rund um den Königssee, jedoch ohne Erfolg.

Handylicht half Suchmannschaften

Gegen 20.40 Uhr kam dann eine kurze Telefonverbindung zu der verstiegenen Frau zustande, in der sie mitteilte, dass sich der Hubschrauber genau über ihr befinden würde; danach brach die Verbindung abermals ab. Problematisch war, dass sich zu dieser Zeit beide Hubschrauber an komplett unterschiedlichen Orten befanden. Da sie nicht mehr mitteilen konnte, welchen der beiden Hubschrauber sie gesehen hatte, war ihr Standort wieder nicht festzustellen. Nach Einbruch der Dämmerung konnten die Retter durch Zufall das Handylicht der Verstiegenen in der Röthwand südöstlich oberhalb der Fischunkelalm sehen. Da die beiden Hubschrauber nach Einbruch der Dunkelheit nicht mehr weiterfliegen konnten, wurden zwei weitere, nachtflugtaugliche Polizeihubschrauber (Edelweiß 7 & 8) nachgefordert, die den Aufenthaltsort der Frau bestätigen konnten und sie dann gegen 0.20 Uhr mit der Bergwacht per Winde aus der Wand retten konnten; der zweite Hubschrauber leuchtete die Einsatzstelle während der Rettungsaktion per Scheinwerfer aus.

Die widrigen Wetterbedingungen mit Regen, Graupelgewitter, Kälte und Dunkelheit hatten der Verstiegenen körperlich und psychisch immens zugesetzt, weshalb die unterkühlte 35-Jährige vom Roten Kreuz notärztlich versorgt und die Kreisklinik Berchtesgaden gebracht werden musste.

Zwei weitere Einsätze

Bereits am Dienstag, 22. April, gegen 14 Uhr waren die Bergwacht Berchtesgaden und der Traunsteiner Rettungshubschrauber zum Röthbach-Wasserfall unterwegs, wo seit einer Stunde ein Bergsteiger vermisst wurde. Gerade als die Suchaktion anlief, tauchte der Mann aber wieder auf. Der Röthfall gilt als der höchste Wasserfall Deutschlands.

Gegen 16 Uhr musste die Bergwacht ein elfjähriges Mädchen mit einer Sprunggelenksverletzung an der Grünsteinhütte versorgen und per Geländewagen zum Hammerstiel-Parkplatz bringen. Eine Rettungswagen-Besatzung des Roten Kreuzes lieferte das Kind dann in die Kreisklinik Berchtesgaden ein.

Pressemitteilung BRK KV BGL

Rubriklistenbild: © Planegger, BRK BGL

Zurück zur Übersicht: Schönau am Königssee

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser