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Schadensbilanz nach verheerendem Unwetter

„Wäre die Bobbahn nicht gewesen“ - So steht es um die Gemeinden Schönau am Königssee und Bischofswiesen

Bürgermeister Hannes Rasp hat sich die Hochwasserschäden gemeinsam mit dem Wasserwirtschaftsamt angesehen.
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Bürgermeister Hannes Rasp hat sich die Hochwasserschäden gemeinsam mit dem Wasserwirtschaftsamt angesehen.
  • Christina Eisenberger
    VonChristina Eisenberger
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Rund einen Monat nach dem verheerenden Unwetter im Berchtesgadener Land laufen die Aufräumarbeiten nach wie vor. BGLand24.de hat sich über den Ist-Zustand in den Gemeinden erkundigt und auch weitere Details zur zerstörten Rodelbahn erfahren.

Schönau am Königssee/Bischofswiesen - Zerstörte Wohnhäuser, kaputte Straßen - die Schadensbilanz nach dem verheerenden Unwetter im südlichen Berchtesgadener Land ist massiv. Doch die Gemeinden und Anwohner arbeiten unermüdlich. Die Zerstörung ist zwar noch sichtbar, doch „mit den Aufräumarbeiten sind wir schon sehr weit gekommen“, erzählt Hannes Rasp, Bürgermeister von Schönau am Königssee. Die Gemeinde hatte es an jenem Samstag im Juli besonders schwer getroffen. Zahlreiche Muren zerstörten die Kunsteisbahn direkt am Königssee und füllten ganze Stockwerke von Häusern randvoll mit Schlamm - wie in der Vorbergsiedlung. Nach dem Hochwasser habe man zahlreiche Sofortmaßnahmen durchgeführt, erklärt Rasp im Gespräch mit BGLand24.de.

Häuser teilweise wieder „beziehbar“

Am Dienstag (17. August) begutachtete der Bürgermeister zusammen mit dem Wasserwirtschaftsamt wieder die besonders betroffenen Orte in der Gemeinde. In der Vorbergsiedlung sorgt derzeit ein kleiner Wall für ein Rückhaltebecken, um die Anwohner vor einer erneuten Mure zu schützen. „Jetzt kommen dann die vorbereitenden Maßnahmen, da gehe ich davon aus, dass wir die auch in sechs Wochen starten werden, dass man noch einen besseren Schutz hinbekommt“, so Rasp. Die Häuser selbst seien mittlerweile geräumt und zumindest „von der Statik her wieder beziehbar“, die Grundstücke weitgehend sauber. Die Anwohner seien derzeit mit Trocknen und Aufräumen beschäftigt.

In der Fischmichlsiedlung seien derzeit noch rund zehn Häuser betroffen, in denen die Zimmer im Erdgeschoss im hangseitigen Bereich noch gesperrt seien. „Da wird auch Anfang September mit einer vorbereitenden Maßnahme begonnen. Das heißt, das Auffangbecken - unsere Sofortmaßnahme - wird durch das Wasserwirtschaftsamt vergrößert, sodass man da wieder die Gefahr von Leib und Leben weghat.“

„Wäre die Bobbahn nicht gewesen...“

Schwer getroffen hatte es auch die berühmte Kunsteisbahn direkt am Königssee. Eine Mure löste sich vom dahinterliegenden Grünstein und zerstörte das Gelände. Auch hier müsse über einen künftigen Schutz vor weiteren Muren nachgedacht werden. „Also die Murabgänge im Bereich sind schon erheblich, muss man ehrlich sagen. Es wird mit Sicherheit Lösungen geben, wie man das wieder sicher machen kann. Es geht ja nicht nur um die Bobbahn, sondern es geht ja um die Häuser. Wäre die Bobbahn nicht gewesen, wäre das ganze Geschiebe bei den Bauernhöfen und Häusern gewesen. Das muss man auch im Hinterkopf haben“, so Rasp. Der Bürgermeister zeigte sich jedoch zuversichtlich. Die Schutzmaßnahmen lägen in der Hand des Wasserwirtschaftsamts, doch die Zusammenarbeit sei sehr gut. „Wir haben Sofortmaßnahmen an den Siedlungen besprochen, und man wird auch eine Lösung für die Rodelbahn plus Anlieger finden.“

Wird die Rodelbahn wieder aufgebaut?

Die Eiskunstbahn müsste man wieder komplett aufbauen. Doch sollte dies wieder an derselben, muren-gefährdeten Stelle passieren? „Der Ort ist ein sehr schattiger Platz und von der Steilheit her ideal, ob man die Rodelbahn jedoch noch einmal bis zum Herrenstart rauf in Betrieb nimmt, da habe ich auch meine Zweifel, das muss ich auch ehrlich sagen. Aber wenn man die Rodelbahn um eine Idee verkürzt, dann hat man im hinteren Bereich auch einen großen Freiraum, an dem man Hochwasserschutz betreiben kann. Das wird man sich überlegen müssen“, so Rasp. Diese Entscheidung treffe aber nicht die Gemeinde, jedoch sei eine Kürzung der Bahn ein Lösungsansatz, über den man nachdenken werde.

Vorerst 19 Millionen Euro Schaden in Bischofswiesen

Besonders die Landwirte habe es in Bischofswiesen getroffen, erklärt Michael Kleinert von der Gemeinde. Die Hauptschäden lägen aber auch bei zahlreichen Wanderwegen, an der Bahn, dem Aschauerweiher Naturbad, das diese Saison nicht mehr öffnen werde, sowie viele private Schäden oder bei Firmen. Knapp 19 Millionen Euro Schaden meldete die Gemeinde an das Landratsamt bereits kurz nach dem Hochwasser. Tendenz: steigend. Schließlich werde das genaue Schadensausmaß erst nach und nach erkennbar sein.

Auch interessant: Hochwasser in Bayern verursacht Schaden in Höhe von 300 Millionen Euro

Auf eine Kuriosität ist man im Rahmen der „Schadensbilanz“ auch in der Gemeinde Schönau am Königssee gestoßen, wie Bürgermeister Rasp erklärt: „Bei uns rufen interessanterweise immer noch Urlauber an, ob man zu uns kommen kann oder ob man nächstes Jahr zu uns kommen kann. Es haben viele storniert, aber es haben neue Gäste nachgebucht. Was wir jedoch merken: wir haben weniger Tagesausflügler.“

ce

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