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Bei schweren Unwettern zerstört

Trotz Finanzierung: Bobbahn blickt ungewisser Zukunft entgegen

Kunsteisbahn am Königssee
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Schutt bedeckt die Bob- und Rodelbahn am Königssee.

Endlich ist die Zusage da: Der Staat finanziert den Wiederaufbau der weltberühmten Kunsteisbahn am Königssee. Doch es gibt einen Haken - Dieser könnte der Bobbahn zum Verhängnis werden.

Berchtesgaden/Schönau a. Königssee - Die Kunsteisbahn am Königssee bekommt einen Deckel aufgesetzt. Mit 53,5 Millionen Euro will die Bayerische Regierung den Wiederaufbau der historischen Bobbahn unterstützen - offenbar keinen Cent mehr. Dabei ist noch nicht einmal klar, wie viel der Wiederaufbau kosten wird. In den Schreiben - unterschrieben von Staatsministerin Kerstin Schreyer - steht auch, dass sich der Freistaat Bayern nur zu 85 Prozent an den anfallenden Planungskosten und Kosten eines Objektschutzes der Bobbahn beteiligt. Eigentlich hatte der Kreistag Berchtesgadener Land als Eigentümer der Bobbahn eine 100-prozentige Kostenübernahme durch den Freistaat gefordert. Nur dann sollte die Bobbahn wieder aufgebaut werden.

Planungskosten für Kunsteisbahn in Millionenhöhe

Um überhaupt beurteilen zu können, ob „ein Wiederaufbau möglich und finanzierbar ist, muss eine Planung in Auftrag gegeben werden“, erklärt Hans Jahn, Geschäftsbereichsleiter im Landratsamt Berchtesgadener Land, in der Kreistagssitzung am Freitag (22. Oktober). Jahn rechne bei Wiederaufbaukosten von 53,5 Millionen Euro allein für die Planung mit 1,5 Millionen Euro.

Die Planungskosten können laut dem Schreiben auch aus dem Ausbauhilfefonds finanziert werden, „wenn sich im Laufe der Planungen herausstellen sollte, dass ein Wiederaufbau der Anlage etwa aus geologischen Gründen nicht möglich ist“.

Kostendeckel für Bobbahn: Doch die Kostenhöhe ist noch unklar

Die Angaben der Bayerischen Staatsregierung und die Ungewissheit über die Finanzierung der Bobbahn sorgen für Unruhe im Kreistag. Von einer hundertprozentigen Finanzierungszusage könne nicht die Rede sein, sagt Bartholomäus Wimmer (Grüne). Es werde bereits von einem Deckel von 53,5 Millionen Euro geredet, obwohl man noch keine Kostenberechnung habe. Wimmer fordert die vollständige Kostenübernahme durch den Freistaat - ohne Deckel.

Wiederaufbau der Bobbahn weiterhin in der Schwebe

Doch geplant heißt nicht gleich auch gebaut. Schließlich müssen die Untersuchungen zu möglichen Georisiken im Rahmen des Objektschutzes auch zeigen, dass ein Wiederaufbau gesichert ist. Es gehe hier nicht nur um die Bobbahn, sondern auch um die Unterlieger, die geschützt werden müssen, so Hans Metzenleitner (SPD). Letztlich wisse man im Moment aber noch nicht, wie viel ein möglicher Wiederaufbau kosten wird. Dies hänge von den Untersuchungsergebnissen ab, die man bei einer Planung erhalten werde.

Auch Dr. Bernhard Zimmer (Grüne) sieht die Aussagen der Regierung kritisch. Bezahle man die Planungskosten aus dem gedeckelten Topf, mache dies auch den Topf kleiner. „Da schwebt eine Zahl im Raum, die noch keiner kennt.“ Er werde dem Beschlussvorschlag zwar zustimmen, doch ob Zimmer für einen Wiederaufbau der Bahn sei oder nicht, „diese Entscheidung fällt bei mir später“.

Ohne Planung kein Wiederaufbau möglich

Landrat Bernhard Kern (CSU) sieht den Landkreis klar in der Verantwortung: „Wir sind Eigentümer der Bob- und Rodelbahn und jeder Eigentümer wird sich auch um seine Anlage kümmern.“ Grundsätzlich brauche man aber eine Planung, um überhaupt in die Diskussion um den Wiederaufbau einsteigen zu können. Kern stellt auch klar, dass der „Schutz der Privatanlieger an der Bobbahn keine Verschlechterung erfahren“ darf und „im absoluten Vordergrund“ stehen muss.

Letztlich scheint sich der Kreistag zumindest hier einig: Der Anwohnerschutz hat Priorität. Und: Man braucht eine Planung für die Kunsteisbahn, um überhaupt über einen Wiederaufbau entscheiden zu können. Mit acht Gegenstimmen entscheidet der Kreistag mehrheitlich, die „Planung einschließlich Objektschutz gegen Georisiken“ in Auftrag zu geben.

ce

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