„Schmankerl“ für jeden Feuerwerker

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Franz Müller aus Palling ist für das Großfeuerwerk am Königssee verantwortlich. Für ihn persönlich ein „Schmankerl“.

Schönau am Königssee - Das Neujahrsfeuerwerk über dem Königssee gehört zum großen Höhepunkt des Jahres. Franz Müller aus Palling, Diplom-Ingenieur, ist der Mann hinter dem Spektakel:

Das Neujahrsfeuerwerk über dem Königssee gehört zum großen Höhepunkt des Jahres. Tausende verfolgen das Spektakel, das von der Gemeinde Schönau am Königssee initiiert wird. Diplom-Ingenieur Franz Müller aus Palling ist für die Umsetzung verantwortlich und sagt: „Das Feuerwerk über dem See ist ein Schmankerl – auch für mich persönlich.“

Franz Müller und sein Team beschäftigen sich mit Pulver und Pyrotechnik. „Wir machen Großfeuerwerke“, sagt Müller. Anders als bei Publikumsfeuerwerken, die man an den letzten drei Tagen des Jahres überall im Handel erwerben kann, braucht man für Großfeuerwerke eine Genehmigung. „Es gibt verschiedene Kategorien“, sagt Müller. Die Kategorie eins ist die der Kleinstfeuerwerke wie Feuerwerksscherzartikel oder Tischfeuerwerk. In der Kategorie zwei werden Publikumsfeuerwerke eingeordnet, die im Allgemeinen von erwachsenen Personen abgebrannt werden dürfen, die keine pyrotechnische Ausbildung haben. Die Kategorien drei und vier sind jene, in die Großfeuerwerke fallen. „Nur Pyrotechniker dürfen da ran“, sagt Müller. Großfeuerwerke sind speziell erlaubnispflichtig und müssen bei der Bezirksaufsicht der Regierung von Oberbayern angemeldet werden. So auch das Himmelsspektakel am Königssee, das meist knapp zehn Minuten dauert und von der Insel Christlieger aus abgefeuert wird.

Auch Publikumsfeuerwerk findet dieses Jahr wieder reißenden Absatz.

„Bevor ein öffentliches Feuerwerk genehmigt wird, müssen wir einen Plan erstellen, wie wir es gestalten und in welchem Umfang“, erklärt Müller. Wesentlich sei die Anzahl der Besucher und deren Standort. Je nachdem richten sich die Größe des Feuerwerks und der Einsatz der Raketen und „Bomben“, wie es martialisch im Fachjargon heißt. 3500 Menschen waren beim letzten Feuerwerks-Ereignis am Königssee mit dabei. Mindestens so viele sollen es auch dieses Jahr werden. Damit die Umsetzung wunschgemäß klappt, ist Franz Müller mit einem mehrköpfigen Team vor Ort. Fünf Mann, die am Neujahrstag acht Stunden im Vorfeld anreisen, ehe das explosive Schauspiel um 18 Uhr beginnen soll. „Die besondere Herausforderung ist die Wasseroberfläche des Sees“, weiß Müller: „Sie ist wie ein Spiegel.“ Geschickt ausgewählte Effekte würden dort eine besondere Wirkung erzeugen. Für einen „Feuerwerker“, wie er sich und seine Kollegen nennt, ist die Seeumgebung einzigartig. Das „optische Arrangement“, das dabei erzeugt wirkt, sei ein „Schmankerl“, das die Besonderheit des Sees unterstreicht. Für den Neujahrstag hat sich das Team um Franz Müller für spezielle Effekte entschieden. Eventuellen Naturphänomenen, wie tief über dem See liegendem Nebel, wolle man ein Schnippchen schlagen. Niedrig und in großer Höhe explodierende Effekte wolle man kombinieren. So dass die bunten Bilder jederzeit gut sichtbar bleiben. Die erste Planungsphase für das Feuerwerk am Königssee hat bereits im September stattgefunden. Denn für Franz Müllers und seine Truppe ist die Veranstaltung durchaus eine Herausforderung: Vom Geburtstags- bis hin zum Volksfestfeuerwerk bieten die Pallinger ein breites Spektrum. „Wir versuchen aber im

Bereich des Kirchturms zu bleiben“, sagt er. Kleine Gemeinden bleiben die Orte, in denen er am häufigsten zu tun hat. Müller erklärt, man beschränke sich über dem Königssee ganz auf „Bomben“. Bomben seien anders als Raketen: „Es kommt kein Müll vom Himmel“, sagt er und spricht gezielt Kritiker des kunterbunten Schauspiels an. Die Effekte würden als Pappkugeln in den Himmel steigen, bis zu 150 Millimeter Durchmesser. Die Effekte seien gewaltig: „Schließlich muss sich über dem See ja was rühren“, sagt Müller. Bei Raketen hingegen fliegt der Gegenstand komplett nach oben, inklusive Raketenmotor. Die Bomben- Variante sei da wesentlich naturverträglicher. Die Sicherheit hat für Franz Müller oberste Priorität. „Alles, was wir abschießen, wird elektronisch gezündet.“ Und auch der Abstand zum Publikum ist ausreichend groß. Die Seelände gestaltet sich dann als größtmögliche Tribüne überhaupt. Auf einen besonderen Höhepunkt ist Müller ganz besonders stolz: ein Smiley. Das Lachgesicht soll im Feuerwerksorchester ein wesentliches Element bilden. Mehr verraten wolle er aber noch nicht. Jeder, der neugierig sei, könne selbst vorbeischauen. „Es lohnt sich“, sagt er. Am Neujahrstag ab 18 Uhr, Treffpunkt Königssee.

kp

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