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Nach tödlichen Abstürzen am Watzmann

Unfallursache schwer nachvollziehbar - Berg hat seine eigenen Gesetze

Geschäftsführer der Bergwachtregion Chiemgau David Pichler
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Für Bergwacht Chiemgau Geschäftsführer David Pichler ist die Selbsteinschätzung am Berg das Wichtigste.
  • Christine Stanggassinger
    VonChristine Stanggassinger
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Innerhalb einer Woche hat der Schicksalsberg erneut zwei Todesopfer gefordert. Die Bergwachten in der Region sind im Dauereinsatz. Doch woran liegt es, dass der Watzmann immer wieder die Bergsteiger an ihre Grenzen bringt? BGLand24.de hat beim Geschäftsführer der Bergwachtregion Chiemgau, David Pichler, nachgefragt.

Schönau am Königssee/Ramsau - Über 100 Tote hat allein die Watzmann Ostwand seit ihrer Erstbegehung 1881 durch Johann Grill gefordert. Seit Mittwoch (11. August) ist es wieder einer mehr. Ein 59-jähriger Waginger war zusammen mit zwei Begleitern gut ausgerüstet und vorbereitet zu dieser Tour aufgebrochen. Sie durchstiegen die Watzmann-Ostwand auf dem Berchtesgadener Weg. Kurz vor dem Erreichen der Biwakschachtel (2380 Höhenmeter) stürzte der Waginger aus bislang unbekannten Gründen über etwa 200 Höhenmeter ab. Seine Begleiter und der Notarzt konnten ihm nicht mehr helfen.

Absturzursache nach tödlichen Unfällen am Watzmann schlecht nachvollziehbar

Wenige Tage zuvor, am Samstag (7. August), stürzte eine 39-jährige in Schönau am Königssee lebende ungarische Staatsangehörige im Bereich der Wetterstation bei der Überschreitung etwa 200 Höhenmeter in die Watzmann-Ostwand ab. Sie war vom eigentlichen Weg abgekommen. „Auf den Wegen am Watzmann kann man sich gut bewegen“, weiß der Geschäftsführer der Bergwachtregion Chiemgau David Pichler. „Abseits der Wege allerdings kann es manchmal ganz schnell sehr gefährlich werden.“

Dennoch könne man in beiden Fällen die Ursache der Abstürze nur schlecht nachvollziehen. „Unangeseilt ist sowohl in den größten Teilen der Ostwand, als auch bei der Überschreitung Standard. Möchte man die Ostwand komplett angeseilt durchschreiten, würde man Tage brauchen.“ Einen offensichtlichen Grund für die beiden Abstürze gibt es demnach für die Bergretter nicht.

Vor allem Bergwachten Berchtesgaden und Ramsau derzeit stark gefordert

Pichler weiß als Bergführer Aspirant wovon er spricht. „Momentan ist hier Hochsaison, es ist viel los.“ Vor allem die Einsatzbereiche der Bergwachten Berchtesgaden und Ramsau seien touristische Hotspots und die Einsatzkräfte dementsprechend gefordert. Sobald es um das Leben eines Bergsteigers geht, kommt dann auch das Kriseninterventionsteam Berg von Eva Partholl zum Einsatz. Denn nicht nur die Angehörigen, auch die eingesetzten Rettungskräfte brauchen im Anschluss manchmal Ansprache und Hilfe.

Dafür gibt es die sogenannte „Stressbearbeitung nach belastenden Ereignissen“ für Einsatzkräfte. „Die haben alles gegeben, teils ihr eigenes Leben riskiert, um ein anderes zu retten. Zu erfahren, dass beispielsweise eine vermisste Person nur noch tot gefunden werden konnte, belastet sehr“, berichtete Partholl im Juni auf BGLand24.de. „Wenn eine tot geborgene Person ins Tal kommt, steht die Mannschaft, die im Einsatz war zusammen und spricht ein Vater unser. Manche fressen das dann in sich hinein. Da versuchen wir dann, durchzudringen.“

Denn auch Bergretter sind nur Menschen und bei schönem Wetter oft tagelang immer wieder gefordert. So wie seit Anfang August wieder verstärkt. „Es ist nun mal Ferienzeit, das merkt man jedes Jahr“, gibt auch David Pichler zu. Allerdings würden sich in diesem Jahr die Einsätze nicht mehr häufen als in den vergangenen Jahren.

„Wir verzeichnen bisher bei den Einsätzen keine Ausschläge, auch nicht bei denen, die blockiert sind und von alleine nicht mehr weiterkommen.“ Dennoch appelliert der Bergwacht-Geschäftsführer vor allem an die Touristen: „Man darf sich in der Regel nicht mit den Einheimischen vergleichen. Jeder muss sich selbst kritisch einschätzen und vor allem klein anfangen.“

cz

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