Schanzenanlage Kälberstein vor dem Aus?

Die defizitäre Kälberstein-Schanze stand im Mittelpunkt der Gemeinderatssitzung in Berchtesgaden.

Berchtesgaden – Die Schanzenanlage Kälberstein stand in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates Berchtesgaden im Fokus des Interesses. Die in die Jahre gekommene, defizitäre Sportanlage habe keine Zukunft, so Bürgermeister Franz Rasp – sofern keine Betreibergesellschaft gefunden werde.

„Wir sehen uns nicht in der Lage, die Anlage in dieser Form weiterzuführen“, sagte Rasp. Inklusive Zuschüsse lägen die Fehlbeträge bei etwa 50.000 bis 70.000 Euro pro Jahr. Der Betriebskostenzuschuss seitens des Deutschen Skiverbandes in Höhe von 40.000 Euro pro Jahr wird – so viel ist sicher - Anfang 2011 eingestellt, die Marktgemeinde selbst würde auf den Kosten sitzen bleiben. Ein untragbarer Zustand, so ein Gemeinderatsmitglied.

In der Bevölkerung sei dies nicht vermittelbar. Für den DSV hat die Schanzenanlage Kälberstein nur noch bedingt Relevanz, andere Sportstätten stehen in der Aufmerksamkeit des DSV weiter oben – der Fokus liegt auf Ruhpolding. Neben den Defizitbeträgen sind es die notwendigen Investitionssummen, die dem Gemeindeoberhaupt Sorgen bereiten. Klar ist, dass es keinen finanziellen Spielraum gibt, der eventuelle Investitionen zuließe.

Der Investitionsbedarf, um „das notwendigste Maß abzudecken“, liege derzeit bei 472.400 Euro für Schanzenanlage und Kampfrichterturm, so Rasp. Der eigentliche Finanzbedarf, um die Sportstätte konkurrenzfähig zu machen, dürfte weit darüber liegen. „Bundeszuschüsse würden wir keine mehr erhalten, nur noch Landeszuschüsse, maximal 50 Prozent“. Eine Zukunft hätte die Schanzenanlage nur dann, wenn sich eine Betreibergesellschaft finden ließe. Hinter vorgehaltener Hand ist man skeptisch.

Kaum vorstellbar, dass sich jemand „in das Wagnis stürzen würde“, vernimmt man aus den Reihen des Gemeinderates. 10.000 Euro sei der Markt Berchtesgaden pro Jahr bereit, zu investieren, sofern sich ein Betreiber finden ließe. Darüber hinaus hätte das Land, der Freistaat Bayern, Rückzahlungsansprüche, die allerdings – so will es der Gemeinderat – noch verhandelt gehören. Landeszuschüsse in Höhe von 125.000 Euro könnten rückgefordert werden. „Wir gehen davon aus, dass der Bund keine Ansprüche mehr hat“, gibt man sich sicher.

Die Anbringung von Schneenetzen war in den vergangenen Wintern bisher immer auf Kosten des Marktes erfolgt. Zwischen 3000 und 5000 Euro habe das Unterfangen gekostet, eine Truppe, bestehend aus zehn bis 15 Mann, war erforderlich, um die Schneenetz-Vorbereitungen für den Winterbetrieb abschließen zu können. „Das ist ein großer Aufwand“, sagte Marktbaumeister Helmut Grassl. In Zukunft werden vom Markt Berchtesgaden nur noch vier Arbeiter des Bauhofes gestellt. Die Anbringung von Schneenetzen sei von freiwilligen Helfern der Vereine durchzuführen, so die Forderung des Marktes. Gelinge dies nicht, könne keine Sicherung durchgeführt werden. Ein Winterbetrieb wäre nicht garantiert.

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