Rettung aus reißender Strömung trainiert

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Marktschellenberg - Einsatzkräfte der BRK-Wasserwacht-Ortsgruppe Berchtesgaden haben in der Berchtesgadener Ache im Bereich Marktschellenberg die Rettung eines verletzten Kajakfahrers trainiert.

Jede Menge Schmelzwasser sorgte an der Fußgängerbrücke zum Gasthaus Almbachklamm für gute Übungsbedingungen mit reißender Strömung wie im Wildwasser.

Übung der Wasserwacht

Die BRK-Wasserwacht ist im Berchtesgadener Land mit drei mobilen und einer stationären Schnell-Einsatz-Gruppe (SEG) für den Wasserrettungsdienst zuständig, wobei die Ehrenamtlichen immer wieder auch zu Einsätzen an die vielen Gebirgsbäche und Flüsse gerufen werden, die niederschlagsabhängig gewaltige Wassermassen mit sich führen. „Entsprechende Sicherheitsvorkehrungen sowie ausreichend Übungs- und Einsatzerfahrung helfen im Ernstfall, das Risiko für alle Beteiligten in der Strömung zu minimieren“, erklärt Ausbilderin Christina Wagner, stellverstretende Vorsitzende der Kreis-Wasserwacht Berchtesgadener Land.

„Die 17 Teilnehmer mussten sich ordentlich ins Zeug legen, um den verletzten Kajakfahrer mit ausgerenkter Schulter und Unterschenkelbruch vom Brückenpfeiler über die Ache ans Ufer zu transportieren“, berichtet Wagner. Zuerst seilten sich zwei Helfer von der Brücke zum Patienten ab, um die Erstversorgung zu gewährleisten. In der Zwischenzeit bauten weitere Helfer mit einem Statikseil eine so genannte Tyrolienne auf. „Das ist ein diagonaler Flaschenzug über die gesamte Flussbreite, mit dem Retter und Unfallopfer beliebig von einer zur anderen Seite transportiert werden können“, erklärt Franz Kurz, Technischer Leiter der Ortsgruppe.

Zwei Helfer transportierten den fiktiven Verletzten am Seil entlang über die Ache und übergaben ihn dann an den Rettungsdienst. Anschließend mussten alle Teilnehmer aktives und passives Schwimmen sowohl als Retter wie auch als Patient in der starken Strömung trainieren, treibende Personen mit dem Wurfsack erreichen und ans Ufer ziehen oder durch Anspringen direkt aus der Strömung retten. „Die Retter sind dabei per Leine gesichert und werden dann mitsamt des Geretteten wieder ans Ufer gezogen“, erklärt Kurz.

Eine besondere Herausforderung mit viel Krafteinsatz war ein quer zur Strömung gespannter Baumstamm, der an der Brücke befestigt war und von den Teilnehmern überschwommen werden musste. Im Einsatzfall sind Hindernisse unter Wasser für die Retter besonders heikel, da sie nicht rechtzeitig wahrgenommen werden und ein Verletzungsrisiko besteht.

Jeder der Retter trägt eine spezielle Schwimmweste mit Panikverschluss und so genanntem „Cowtail“ – wird der Helfer bei zu starker Strömung unter Wasser gedrückt oder verheddert sich die Sicherungsleine an einem Hindernis, so kann er die Befestigung an der Weste blitzschnell lösen und wieder Luft holen.

ml/BRK-BGL

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