Mädchen (8) stürzt 100 Meter in den Tod

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Ramsau - Ein tragischer Bergunfall hat sich am Freitag am Edelweißlahnersteig auf der Südostseite der Reiter Alpe ereignet: Ein Mädchen stürzte 100 Meter in den Tod! *Neu: Video*

Das Mädchen verlor am Freitagnachmittag in rund 1300 Metern Höhe oberhalb einer Steilstufe aus bisher nicht geklärter Ursache den Halt und stürzte dann etwa hundert Meter tief über eine Felswand ab. Die sofort alarmierte Bergwacht Ramsau und die Besatzung des Traunsteiner Rettungshubschraubers „Christoph 14“ konnten dem Kind nicht mehr helfen, das schwerste Verletzungen erlitten hatte und noch an der Unfallstelle verstarb.

Tödlicher Bergunfall an der Reiter Alpe

Die beiden Eltern waren mit ihren vier Kindern von der Reiter Alpe im Nationalpark Berchtesgaden talwärts nach Ramsau unterwegs, als an der Waldgrenze das Unglück passierte. Da sie ihre abgestürzte Tochter nicht mehr sehen konnten, setzten sie gegen 15.35 Uhr bei der Leitstelle Traunstein einen Notruf ab und der Vater versuchte, durch das steile und absturzgefährliche Gelände weiter abzusteigen, um der 8-Jährigen zu helfen. „Christoph 14“ entdeckte die Familie dann oberhalb der Absturzstelle und setzte per Tau seine Notärztin und einen Bergwacht-Luftretter beim Vater ab. Ein zusätzlich alarmierter Transporthubschrauber der Bundespolizei, der gerade in der Region unterwegs war, konnte das abgestürzte Kind dann unterhalb auf einer Sanreiße ausmachen. Der Pilot von „Christoph 14“ brachte dann sofort die Ärztin und den Bergwacht-Luftretter mit dem Rettungstau dorthin; die beiden konnten dem Mädchen aber nicht mehr helfen, das schwerste, tödliche Verletzungen erlitten hatte.

Mit dem Transporthubschrauber der Bundespolizei wurden dann per Winde die Notärztin abgeholt, ein Polizeibergführer an der Absturzstelle abgesetzt und die geschockten Familienangehörigen aufgenommen, die im Steilgelände von der Bergwacht gesichert und betreut wurden. Im Tal übernahm der Kriseninterventionsdienst (KID) der Bergwacht die weitere Betreuung. Um die Bergung des Leichnams kümmerte sich die Bergwacht Ramsau zusammen mit der Besatzung des Polizeihubschraubers „Edelweiß 5“. Die Ermittlungen zum Unfallhergang werden durch einen Polizeibergführer der Polizeiinspektion Berchtesgaden geführt.

Nicht der erste tragische Bergunfall in diesem Jahr

Der tragische Unfall mit dem achtjährigen Mädchen ist in diesem Bergsommer nicht der erste in den heimischen Bergen. Mindestens drei weitere Personen stürzten in diesem Jahr bereits in den Tod.

Das erste Opfer war am 9. Mai an der Brecherspitze bei Schliersee zu beklagen. Eine 61-jährige Frau stürzte dort vor den Augen ihrer Tochter 150 Meter in den Tod. Schwere Verletzungen zog sich am 8. Juni ein 14-jähriger Junge zu, als er mit seinem Vater auf dem Weg zum Watzmannhaus (Ramsau) war. Knapp zwei Monate später, am 3. August, forderte der Gamsknogel bei Inzell ein Todesopfer. Eine 59-jährige Frau stürzte vor den Augen ihres Ehemanns ab. Auch am vergangenen Wochenende (11. August) kam ein Bergwanderer in den heimischen Bergen ums Leben. Am Hochgern bei Grassau stürzte ein 35-jähriger Mann rund 70 Meter in den Tod.

Bergretter bei weiteren Einsätzen gefordert

Neben diesem besonders tragischen Unfall an der Reiter Alpe waren die Bergwachten im Berchtesgadener Land am Freitag noch bei weiteren Einsätzen gefordert.

Gegen 11.30 Uhr ging ein Notruf aus der Watzmann-Ostwand ein, wo ein erschöpfter 35-jähriger Bergsteiger auf einem Absatz über dem Schuttkar Hilfe brauchte. Der Münchner wurde dann gegen 13.20 Uhr von der Bergwacht Berchtesgaden und einem Transporthubschrauber der Bundespolizei gesichert, per Rettungswinde aufgenommen und zum Schneewinkel-Landeplatz nach Schönau geflogen, wo eine Krankenwagen-Besatzung des Roten Kreuzes wartete und den weiteren Transport zur Kreisklinik Berchtesgaden übernahm.

Rettungseinsatz am Watzmann

Gegen 16.30 Uhr, noch während der Einsatz auf der Reiter Alpe auf Hochtouren lief, ging ein Notruf aus dem Wimbachgries ein, wo eine Frau Hilfe brauchte, die sich weiter oben bei einem Sturz am Kopf verletzt hatte. Die Bergwacht Ramsau fuhr zunächst mit ihrem Rettungsfahrzeug bis zur Patientin und forderte dann zum schonenden Abtransport den Traunsteiner Rettungshubschrauber „Christoph 14“ nach, der direkt neben dem Fahrzeug landen konnte, die Verletzte übernahm und zur Kreisklinik Bad Reichenhall flog. Von dort aus musste der Hubschrauber direkt weiter zu einem schweren Verkehrsunfall bei Schnaitsee fliegen.

Gegen 16.45 Uhr musste die Bergwacht Bad Reichenhall vom Mauthäusl aus auf die Forststraße zur Höllenbachalm ausrücken, wo ein Radfahrer gestürzt war und sich am Bein verletzt hatte. Der Patient wurde gegen 17.30 Uhr an der B305 an eine Rettungswagen-Besatzung des Roten Kreuzes übergeben, die den weiteren Transport zur Kreisklinik Bad Reichenhall übernahm.

BRK-BGL/Polizeiinspektion Berchtesgaden/vod

Rubriklistenbild: © Aktivnews

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