Ramsau: Das Festjahr kann beginnen

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Die Ramsauer Kirche: 500 Jahre alt wird Ramsaus Pfarrkirche St. Sebastian im kommenden Jubiläumsjahr.

Ramsau - Das 500-jährige Jubiläum des Gemeindewahrzeichens wird 2012 gefeiert: Der Pfarrkirche St. Sebastian. Das Festjahr beginnt heute mit einem Adventssingen.

2012 ist für die kleine Gemeinde Ramsau ein großes Jahr. „Das sind die größten Feierlichkeiten der letzten Jahrzehnte“, sagt Ramsaus Bürgermeister Herbert Gschossmann. 500 Jahre alt wird dann die Pfarrkirche St. Sebastian, „das Wahrzeichen“ des Ortes. Und auch die Eigenständigkeit in Sachen Pfarrei jährt sich im kommenden Jahr zum 200. Mal. „Dazu haben wir ein besonderes Programm erstellt“, sagt Ramsaus Haus- und Hof- Historiker Fritz Resch. Auch Sylvest Stöckl, der Pfarrgemeinderatsvorsitzende, freut sich darauf. Der Höhepunkt wird das Festwochenende von Freitag, 10. August, bis Sonntag, 12. August, sein: Auf dem Parkplatz Neuhausenbrücke wird ein 850 Personen fassendes Zelt errichtet, Kabarettabend und musikalischer Rahmen inklusive.

Die Auftaktveranstaltung des Kirchen-Festjahres, das Adventssingen, findet bereits am kommenden Samstag, 10. Dezember, um 19.00 Uhr in der Ramsauer Pfarrkirche statt.

Die Planungen laufen auf Hochtouren. Bürgermeister Gschossmann freut sich auf ein großes Fest für alle – nicht nur kirchlich, auch weltlich wolle man 2012 ausgiebig feiern. Immerhin stehen besondere Termine bevor, die eines großen Rahmenprogramms würdig sind. So wird die Pfarrkirche St. Sebastian 500 Jahre alt. Ihre Geschichte reicht weit zurück. „Die Zeit davor ist bislang nur bruchstückhaft bekannt“, sagt der Geschichts-Kenner Fritz Resch. Derzeit durchforste man die Archive in München und Wien nach neuen Erkenntnissen und Belegen. Denn anlässlich des Jubiläumsjahres soll auch ein neuer Kirchenführer für die Gemeinde erstellt werden. „Der alte ist leider nicht mehr erhältlich“, sagt Pfarrgemeinderat Stöckl. Auch eine Festschrift ist geplant. Die Geschichte rund um die Ramsau und dessen Kirche ist indes lang. Die Ramsau wird urkundlich zum ersten Mal 1344 erwähnt. Dort, wo heutzutage das Gasthaus „Oberwirt“ steht, war früher eine Taverne zu finden.

Freuen sich auf das anstehende Jubiläum (v. l.): Ramsaus Bürgermeister Herbert Gschossmann, Pfarrgemeinderatsvorsitzender Sylvest Stöckl, Fritz Resch und der Geschäftsführer der Ramsauer Touristinfo, Fritz Rasp.

In der Ramsau blickt man mit Stolz auf seine Vergangenheit. „Wichtig ist uns, dass wir im Jubiläumsjahr alle einbinden – von den Nachbargemeinden, bis hin zu den Touristen“, sagt der Bürgermeister. Und deshalb ist das Programm sehr vielfältig ausgefallen. Vom Weihnachtskonzert mit der Ramsauer Musikkapelle bis hin zum volksmusikalischen Passionssingen im kommenden März. Das Ramsauer Dorffest ist ebenso in das Festjahr miteingebunden wie das im Juni unter der Leitung von Peter Karger stattfindende Malersymposium am Hintersee. Ob Serenade am Hintersee, Seefest am Hintersee, exklusives Orgelkonzert mit dem Münchner Domorganist, Domvikar Hans Leitner, oder das traditionelle Herbstfest – Bürgermeister Gschossmann verspricht, dass die Gäste des Ortes im nächsten Jahr unter Garantie auf ihre Kosten kommen werden.

Der Höhepunkt des Jubiläums ist für das zweite August-Wochenende datiert: Kabarettistin Martina Schwarzmann kommt in die Ramsau. Und auch die slowenische Partnergemeinde des Ortes, Bohinj, soll aktiv in die Festlichkeiten eingebunden werden. 60 Vertreter, darunter viele Musiker, werden den Gästen das Feiern lehren. Doch bis es soweit ist, ziehen noch einige Monate ins Land.

In der Ramsau besinnt man sich „in der staaden Zeit“ vor allem auf Josef Mohr. Josef Mohr hat im Jahr 1815 einige Monate in der Pfarrei als Aushilfe gearbeitet. Das ist soweit nichts Außergewöhnliches. Doch ist Josef Mohr der Dichter des Weihnachtsliedes „Stille Nacht, heilige Nacht.“ Dass es sich hierbei um ein in der Ramsau entstandenes Lied handeln könnte, ist nichts weiter als ein Gerücht. Und dennoch, so scherzen die Ramsauer, hofft man, dass er sich in seiner Zeit in der Ramsau ja theoretisch zum allseits bekannten Weihnachtslied hat inspirieren lassen. Genaues weiß man aber nicht.

kp

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