Nach dramatischer Suche

Bergwacht und Polizei retten Bergsteiger nach einer Biwak-Nacht aus der Watzmann-Ostwand

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Einsatzkräfte von Bergwacht und Polizei haben am Dienstagmittag die beiden in der Watzmann-Ostwand wegen Erschöpfung und Orientierungsproblemen in Bergnot geratenen Männer unverletzt gerettet und per Heli ausgeflogen.

Ramsau/Berchtesgadener Alpen - Die Suche nach den vermissten Wanderern am Watzmann steht vor einem glücklichen Ende: Es konnte telefonisch Kontakt hergestellt werden. Die beiden Männer verbrachten die Nacht in einer Höhle. 

Update, 18.14 Uhr - Pressemeldung des BRK

Einsatzkräfte von Bergwacht und Polizei haben am Dienstagmittag die beiden in der Watzmann-Ostwand wegen Erschöpfung und Orientierungsproblemen in Bergnot geratenen Männer unverletzt gerettet und per Heli ausgeflogen. 


Die 48 und 55 Jahre alten Bergsteiger aus Baden Württemberg waren bereits seit Sonntagmorgen in der Ostwand unterwegs, hatten schon die Nacht auf Montag in einem Biwakloch verbracht und dann am Montagvormittag gegen 10 Uhr in rund 2.300 Metern Höhe rund 80 Höhenmeter unterhalb der Biwakschachtel über SOS Alpin App einen Notruf abgesetzt, da sie sich im Bereich der Dabelsteinplatte verstiegen hatten. 

Die Folge war eine große Suchaktion, da die Einsatzkräfte fast einen Tag lang keinen Handy- oder Ruf-Kontakt herstellen und auch die angegebenen Koordinaten wegen Nebel nicht anfliegen konnten. Niemand wusste, ob etwas und was genau passiert war.


Am Montagabend und am Dienstagmorgen war bereits ein Polizeihubschrauber im Gebiet unterwegs, um mit einer simulierten Mobilfunk-Zelle das Handy der Bergsteiger zu orten; die dichten Wolken verhinderten aber, dass die Retter die Einsatzstelle direkt anfliegen konnten. Die Polizei Berchtesgaden konnte dann am Dienstagvormittag nach vielen misslungenen Versuchen einen der Bergsteiger über Handy erreichen. Beiden ging es den Umständen entsprechend gut. 

Die Nacht hatten sie etwas geschützt vor Regen und Wind in einer Höhle rund 100 Meter unterhalb der Biwakschachtel verbracht. Dichter Nebel verhinderte über Stunden hinweg zunächst eine Rettung aus der Luft. Erst nachdem sich die Wolken einigermaßen gelichtet hatten, konnte der Polizeihubschrauber „Edelweiß 4“ gegen 13 Uhr vom Zwischenlandeplatz am Hirschwieskopf starten und zwei Einsatzkräfte der Bergwacht Berchtesgaden in der Nähe unterhalb der beiden Männer mit der Winde absetzen; dann verschwand die Einsatzstelle wieder im Nebel. 

Einsatzkräfte von Bergwacht und Polizei haben am Dienstagmittag die beiden in der Watzmann-Ostwand wegen Erschöpfung und Orientierungsproblemen in Bergnot geratenen Männer unverletzt gerettet und per Heli ausgeflogen.

Die Bergretter stiegen zu den Urlaubern auf, leisteten Erste Hilfe und sicherten sie im exponierten Gelände, bevor sie ein Stück abgeseilt wurden, damit sie der Heli in zwei Anflügen besser mit der Winde aufnehmen konnte. Die Retter flogen den ersten Geretteten und einen Bergretter zum nahen Hirschwieskopf aus, nutzten die kurze Wolkenlücke, holten den zweiten Verstiegenen und der zweiten Bergretter ab, flogen sie nach Kührpoint, tankten den Heli wieder auf und holten dann die beiden Männer vom Hirschwieskopf ab. Die Verstiegenen waren unverletzt und mussten nicht ins Krankenhaus.

An beiden Einsatztagen waren insgesamt 14 Einsatzkräfte der Bergwachten Berchtesgaden und Ramsau, sechs Bergführer der Berchtesgadener Polizei, zwei Polizeihubschrauber und der Salzburger Notarzthubschrauber „Christophorus 6“ im Einsatz. Zwei Berchtesgadener Bergretter waren am Montag von der Südspitze rund 200 Höhenmeter bei wenigen Metern Sicht in die Ostwand abgestiegen, um Rufkontakt zu einem möglichen Unfallopfer herzustellen, da der Bereich wegen Nebel nicht mehr per Heli erreichbar war. 

Sie kontrollierten das Gipfelbuch, stiegen dann über die Südspitze ins Gries ab und suchten dabei weiter, da nicht sicher war, wie genau die Koordinaten durch die App erfasst und übertragen werden.

Weitere Einsatzkräfte befragten Bergsteiger im Wimbachgries, ob sie einen möglichen Unfall mitbekommen oder beobachtet hatten. Sämtliche Tourismus-Betriebe und Berghütten wurden abtelefoniert, um herauszufinden, wo der Handy-Eigentümer zuletzt gewesen war und wo er hingehen wollte. Die Verstiegenen hatten sich vor einigen Tagen bei einem einheimischen Bergführer über die Begehung der Ostwand informiert, der aber wegen der noch vielen riskanten Altschneefelder abgeraten hatte.

Pressemeldung BRK Berchtesgadener Land

Update, 14.15 Uhr - Bergsteiger mit Rettungshubschrauber gerettet

Pressemitteilung im Wortlaut:

Die Polizei Berchtesgaden konnte im Laufe des Dienstagvormittag telefonisch Kontakt mit einem der vermissten Bergwanderer herstellen. Beiden ging es den Umständen entsprechend gut. Die Nacht verbrachten sie in einer Höhle in 2.300 Meter Höhe- zirka 100 Höhenmeter unterhalb der Biwakschachtel - in der Watzmannostwand. Die beiden aus Baden Württemberg stammenden Bergwanderer waren aufgrund Erschöpfung und Ermüdung nicht mehr in der Lage den Weg fortzusetzen. Eine Rettung mit dem Polizeihubschrauber war deswegen erforderlich.

Dichter Nebel verhinderte über Stunden hinweg zunächst eine Rettung mit dem Hubschrauber. Erst nachdem sich der Nebel einigermaßen in der Watzmannostwand lichtete, konnte der Polizeihubschrauber zwei Einsatzkräfte der Bergwacht an der exponierten Auffindestelle absetzen. Im Anschluss konnte der Polizeihubschrauber „Edelweiß 4“ nacheinander die beiden sichtlich erschöpften Bergwanderer nach Kühroint ausfliegen.

Ersten Angaben zufolge begaben sich die beiden Bergwanderer am Sonntag in der Früh zum Einstieg in die Watzmannostwand und nächtigen bereits vom Sonntag auf Montag in einem Biwakloch. Im Laufe des Montags setzten der 48 jährige und der 55 jährige ihren Weg fort. Aufgrund der Wetterlage verstiegen sie sich im nicht markierten Steig der Watzmannostwand im Bereich der Dabelsteinplatte und kamen dabei vom Weg ab.

Danach betätigte der 48 jährige die SOS Alpin App, wodurch die Einsatzkräfte die aufwendigen Suchmaßnahmen starteten.

An beiden Einsatztagen waren insgesamt 14 Einsatzkräfte der Bergwacht, sechs Bergführer der Polizei Berchtesgaden, zwei Polizeihubschrauber und ein Rettungshubschrauber im Einsatz.

Pressemitteilung der Polizeiinspektion Berchtesgaden

Update, 11.22 Uhr - Dramatische Suche nach Bergsteigern vor glücklichem Ende

Die dramatische Suche nach den vermissten Bergsteigern am Watzmann steht offenbar vor einem glücklichen Ende. Wie die Polizei auf Anfrage von Bgland24.de bekanntgibt, ist es der Polizei am Dienstagvormittag gelungen, telefonisch Kontakt mit den Vermissten aufzunehmen.

"Es geht ihnen den Umständen entsprechend gut", wird bgland24.de von Seiten der Polizei mitgeteilt. Die beiden hätten die Nacht bei Regen und Kälte in einer Höhle auf 2.300 Metern Höhe, etwa 100 Meter unterhalb der Biwakschachtel, verbracht. 

Der Aufenthaltsort der beiden Männer aus Baden-Württemberg befinde sich an der Ostwand des Watzmanns. Eine Rettung per Hubschrauber sei geplant, momentan aber aufgrund der Wetterlage - an der Ostwand dominierten zum gegenwärtigen Zeitpunkt Nebel und Wolken - nicht durchführbar. Es werde daher damit gewartet, bis das Wetter aufklare, und man Sichtkontakt zu den Bergsteigern herstellen könne. 

Nähere Informationen darüber, wie die Männer in die missliche Lage gerieten, liegen momentan noch nicht vor. 

Update, 7.45 Uhr - Suche wird fortgesetzt

Wie ein Sprecher der Polizei Berchtesgaden auf Nachfrage von BGLand24.de mitteilt, geht die Suche nach den möglicherweise verunglückten Bergsteigern heute weiter. Ein entsprechender Hilferuf mittels Alpin-SOS-App ging am Montag ein, bei einem Anruf auf dem Handy nahm niemand ab. Der Besitzer des Handys war mit einem zweiten Wanderer unterwegs. Ihr Fahrzeug konnte verlassen in der Nähe der Notrufstelle aufgefunden werden, die beiden sind am Dienstag nicht wieder zur Arbeit erschienen

Zwei Polizeihubschrauber sind aus München angefordert worden, so der Polizeisprecher. Einer davon soll erneut versuchen, dass Handy, von dem der Notruf ausging zu orten, dies gelang gestern wegen der Wetterlage nicht.

Der zweite Hubschrauber fliegt auf Sicht und sucht so nach den womöglich Verunglückten. Er bringt außerdem die Einsatzkräfte zum Gelände am Watzmann. 

Update, 17.15 Uhr - Weiterhin keine Spur

Noch immer ist unklar, ob am Montagvormittag eine oder mehrere Person(en) an der Watzmann-Südseite abgestürzt bzw. verunglückt ist/sind. Ein entsprechender Hilferuf mittels Alpin-SOS-App konnte nicht zurückverfolgt werden. Den ganzen Tag lang suchten Einsatzkräfte der Polizei und Bergwacht den Bereich großräumig ab - "bislang noch ohne Ergebnis. Wir haben keine neue Spur", wie ein Sprecher der Polizei Berchtesgaden auf Anfrage von BGLand24.de mitteilte. 

Noch immer seien Einsatzkräfte der Bergwacht im Gelände. Auch die beiden Zeugen (siehe Erstmeldung) haben sich laut Angaben des Sprechers noch nicht gemeldet, bzw. konnten bislang nicht aufgefunden werden.

Erstmeldung:

Am Montagvormittag, 6. Juli, gegen 10 Uhr war bei der Leitstelle Traunstein ein Hilferuf mittels Alpin-SOS-App eingegangen, wobei kein Rückruf auf dem Handy möglich war. Ob überhaupt jemand und wie viele Menschen möglicherweise an der Watzmann-Südspitze in den Berchtesgadener Alpen abgestürzt sind, ist bislang noch unklar. Dennoch rückten sofort zahlreiche Einsatzkräfte aus, um den oder die möglicherweise verunglückten Bergsteiger zu retten. 

Die Bergwacht Berchtesgaden und die Besatzung des Salzburger Notarzthubschraubers „Christophorus 6“ suchten aus der Luft und zu Fuß im Gelände den Bereich oberhalb der übertragenen Koordinaten ab, wobei umherziehende Wolken und eine Schlechtwetter-Front einen direkten Anflug der mutmaßlichen Unfallstelle unmöglich machten. Die nachgeforderte Besatzung des Polizeihubschraubers „Edelweiß 4“ brachte weitere Einsatzkräfte ins Gelände, die zusammen mit der ebenfalls nachgeforderten Bergwacht Ramsau weitere Bergsteiger an der Südspitze und im Wimbachgries befragten.

Bergwacht und Polizei suchen zwei schlanke, blonde Männer

Wie die Polizei Berchtesgaden mitteilt, suchen die Einsatzkräfte derzeit speziell zwei große, schlanke und blonde Männer, vermutlich Bergläufer, die eventuell einen Absturz beobachten konnten. Diese befanden sich zuvor wohl im Wimbachgries und wollten von der Grieshütte zurück ins Tal zur Wimbachbrücke in die Ramsau laufen. Beim Wirt der Grieshütte sollen die beiden laut Meldung des BRK offenbar über einen möglichen Absturz gesprochen bzw. entsprechende Andeutungen gemacht haben. 

Deshalb vermutet die Polizei, dass die beiden vielleicht mehr wissen. Sie sollen sich rasch über Notruf oder unter der Telefonnummer +49 (0) 8652 94670 bei der Polizei Berchtesgaden melden.

Eventuell können auch andere Personen nähere Angaben zum Geschehen und der genauen Örtlichkeit des Absturzes machen. Diese Zeugen sollen sich umgehend bei der Polizei Berchtesgaden melden. Tel. 08652/94670.

mz/Pressemeldung Polizeiinspektion Berchtesgaden/ BRK Berchtesgadener Land

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