Pressemitteilung Kriemhild Buhl

Kriemhild Buhl liest aus "Papa Lalalaya"

Ramsau - "Papa Lalalaya", sagte das kleine Mädchen Kriemhild, wenn man sie fragte, wo ihr Papa denn sei - da war sie eineinhalb Jahre alt.

Heute ist die Schriftstellerin Kriemhild Buhl 68 Jahre und liest aus ihrem berührenden Buch "Papa Lalalaya - die Familiengeschichte des Extrembergsteigers Hermann Buhl", anlässlich der 12. Jahrestagung der Bergsteigerdörfer, die in diesem Jahr im Bergsteigerdorf Ramsau stattfindet - Samstag 12. Oktober um 16 Uhr im Großen Saal der Gemeinde Ramsau. Eröffnet wird die Veranstaltung, die unter der Schirmherrschaft des Deutschen Alpenvereins steht, durch den DAV-Vizepräsidenten Rudi Erlanger. Moderiert wird die Lesung durch Rudi Fendt (Leiter der Bergwacht-Bereitschaft Ramsau).

Kriemhild Buhl nimmt uns bei ihrer Lesung mit auf eine Reise zum Himalaya und zur Erstbesteigung des Nanga Parbats durch ihren Vater Hermann Buhl. Es ist da sJahr 1953. Als ihr Vater zurückkommt, ist er berühmt, ein "Rock-Star". Der Held der Nation. Sein Leben nimmt rasant an Fahrt auf, das Leben seiner Familie ebenso.Es sind hektische, chaotische, schillernde Jahre. Er schreibt ein Buch "Achttausend drüber und drunter" das ein Bestseller wird und bis heute ein Longseller ist. Er hält Vorträge im In- und Ausland.Für die Männer wird er zum Vorbild, für die Frauen zum Idol, sie schreiben ihm Liebesbriefe und er hat Mühe, seine eigene Frau Generl davon zu überzeugen, dass ihn nur eine interessiert, nämlich sie, nur sie ... und natürlich die Berge. Er zeugt mit ihr noch zwei weitere Töchter, die ihn kaum kennenlernen, da er soviel unterwegs ist. Er ist besessen vom Bergsteigen und vom Erfolg, er hat noch Pläne für ein langes Leben...

Den Ruhm, Erstbesteiger eines Achttausenders zu sein, kann Hermann Buhl allerdings nur kurze Zeit genießen. Schon 4 Jahre nach dem Alleingang auf den Nanga Parbat schafft er es, eine zweite Expedition in den Himalaya auf die Beine zu stellen, zusammen mit drei Salzburgern. Der Broad Peak wird seine zweite Erstbesteigung eines Achttausenders, was außer ihm nur noch Kurt Diemberger schaffen soll. Nachdiesem zweiten Achttausender - wiederum ohne künstlichen Sauerstoff - unternehmen Buhl und sein Freund Diemberger noch eine "Vergnügungstour" auf die 7654 Meter hohe Chogolisa - im Westalpenstil, ohne Träger und Zwischenlager. Kurz vor dem Gipfel werden die beiden von einem Schneesturm überrascht, sie müssen umkehren, sie sehen nichts mehr, Buhl tritt auf eine Schneewechte und stürzt mit ihr in die Tiefe. Dort liegt er seitdem im ewigen Eis des Baltoro-Gletschers.

Wie geht es weiter?

Kriemhild Buhl schildert die Tragödie einer Familie, die im Schatten des Mythos versucht, das Leben zu bewältigen. Sie beschreibt, wie Ehefrauen von Helden oft eine Nebenrolle in ihrem eigenen Leben spielen und erst durch den Tod des Partners gezwungen sind, eine eigene Identität aufzubauen, eine eigene Perspektive zu entwickeln...

Pressemitteilung Kriemhild Buhl

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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