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So viele Einsatzstunden leisteten Bergwacht und Polizei

Nach Drama am Hochkalter: Einsatz „ging sehr an die Belastungsgrenze“

Suche am Hochkalter Bergwacht Ramsau Einsatz
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Sechs Tage lang suchte die Bergwacht mit Unterstützung durch die Polizei am Hochkalter nach dem vermissten 24-jährigen Bergsteiger.

Ein Großaufgebot an Rettungskräften rückte zur Suche nach dem vermissten Bergsteiger am Hochkalter an. Wie viele Einsatzstunden in der Suche steckten und warum die Gesamtkosten nicht bezifferbar sind, erklären die Bergwacht Ramsau und die Polizei:

Ramsau bei Berchtesgaden - Neun Hubschrauber, drei Drohnen und ein Düsenjet - damit suchten Polizei, Bergwacht und Bundeswehr den Hochkalter immer und immer wieder nach dem vermissten 24-Jährigen ab. Letzten Endes ohne Erfolg. Der junge Mann aus Niedersachsen, der am Samstag (17. September) einen Notruf absetzte, konnte auch nach sechs Tagen intensivster Suche nicht gefunden werden. Der Berg sei der Stärkere, meinte Polizeisprecher Martin Emig am Donnerstag (22. September), als die Einsatzkräfte die Suche einstellten. „Der Vermisste wird nicht freigegeben aus dem Schnee“, so Emig.

Sucheinsatz am Hochkalter: Polizei und Bergwacht gehen bis an Belastungsgrenze

Die Einsatzkräfte gaben alles, um den jungen Mann zu finden. Ob im gefährlichsten Absturzgelände bei hoch winterlichen Verhältnissen oder bei Schneesturm und Nebel, Bergwacht und Polizei gingen bis an die eigene Belastungsgrenze. „Seitens der Bergwacht Bayern waren insgesamt 132 Einsatzkräfte beteiligt“, erklärt Michael Renner von der Bergwacht Ramsau gegenüber BGLand24.de. Damit meint Renner die Summe der einzelnen Einsatztage und nicht 132 verschiedene Kräfte. Die Ehrenamtlichen leisteten 1200 Einsatzstunden, um den jungen Mann zu finden.

Auch die Kräfte der Polizei leisteten mehrere Hundert Einsatzstunden. „Es war ein sehr fordernder Einsatz, der sehr an die Belastungsgrenze ging, auch bei der Polizei; bei der Bergwacht natürlich noch mehr“, sagt Polizeihauptkommissar Martin Emig gegenüber BGLand24de. Dabei seien die Polizisten die langen Belastungszeiten durch den Schichtdienst noch eher gewöhnt. Auch bei den Bergwachtlern hat der Einsatz laut Renner Spuren hinterlassen. „Jede und jeder hat seine eigenen Methoden, damit umzugehen. Wir sind aktuell dabei, den Einsatz aufzuarbeiten und nach zu besprechen.“

Kosten für Suche am Hochkalter nicht bezifferbar: „Polizeieinsatz darf nie messbar sein“

Wie viel Geld der sechstägige Sucheinsatz gekostet hat, kann Emig nicht beziffern. „Ein Polizeieinsatz darf nie messbar sein. Wir müssen alles dafür geben, dass wir diesen Menschen finden, außer es wird lebensgefährlich und geht an die eigene Substanz. Wir haben einen gesetzlichen Auftrag für öffentliche Sicherheit und Ordnung. Da gehört die Gefahrenabwehr mit rein. Und wir sind nach wie vor in der Vermisstensuche.“, so der Polizist.

Bei etwa einem Falschparker in einer Feuerwehreinfahrt, dessen Auto abgeschleppt werden muss, verlangt die Polizei eine zusätzliche Gebühr von dem Autofahrer als Aufwandsentschädigung. Den Polizeieinsatz hätte der Fahrer eindeutig vermeiden können, erklärt der Polizist. Die Vermisstensuche am Hochkalter sei jedoch anders. „Das kann man so nicht messen. Hat der junge Mann so viel dazu beigetragen, dass er den Polizeieinsatz zahlen muss? Natürlich nicht. Er hat sich selbst vielleicht falsch eingeschätzt, aber nicht grob fahrlässig gehandelt“, so Emig. Natürlich gebe es etwa einen Kostensatz für eine Hubschrauberstunde der Polizei. „Aber der Bürger hat den Anspruch auf die Behörde.“

Rekordhöhe an Bergtoten in Oberbayern

2021 erreichte die Zahl der tödlichen Bergunfälle einen traurigen Rekord: 55 Menschen verloren in den Bergen im südlichen Oberbayern ihr Leben. 34 davon verunglückten in den Chiemgauer und Berchtesgadener Alpen. Im ersten Halbjahr 2022 seien bereits 30 Menschen in den heimischen Alpen gestorben, berichtete Bayerns Innenminister Joachim Herrmann bei einem Termin am Jenner im August. Selbstüberschätzung sei bei der Tourenwahl der häufigste Grund, in eine Notfall-Situation zu geraten. Auch die hochalpine Bergtour auf den Hochkalter gehört selbst im Sommer zu den schwierigsten Gipfelbesteigungen in den Berchtesgadener Alpen.

ce

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