Gemeinderat in Ramsau hat entschieden

Watzmannhaus wird kleiner gebaut als zunächst geplant

Das Watzmannhaus am Königssee soll umfassend modernisiert werden.
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Das Watzmannhaus am Königssee soll umfassend modernisiert werden.

Ramsau bei Berchtesgaden - Der Deutsche Alpenverein will das Watzmannhaus umbauen. Doch daran gibt es Kritik und eine Klage. Nun gibt es neue Pläne für das geschichtsträchtige Haus.

Update, 16. August, 12.25 Uhr


Die neue Aussichtsplattform, die anstatt dem Salettl gebaut werden soll, wird 20 Quadratmeter kleiner ausfallen als bislang geplant und soll 50 Quadratmeter betragen. Der Ramsauer Gemeinderat stimmte den neuen Planungen der DAV Sektion München einstimmig zu. Weiterhin möchte der DAV 1,6 Millionen Euro in den Ausbau investieren und unter anderem einen Wasserspeicher bauen, den es bislang noch nicht gibt.

Mit der nun zugestimmten Variante kommt der DAV den Wünschen des Bundes Naturschutz entgegen, der geklagt hat und sich gegen die Größe des neuen Anbaus ausgesprochen hat. Über den Zeitpunkt des Baustarts gibt es noch keine Informationen. Das Watzmannhaus zählt mit über 10.000 Übernachtungen zu einer der beliebtesten DAV-Hütten überhaupt.


Redaktion BGLand24.de

Vorbericht

Der Deutsche Alpenverein plant, das Watzmannhaus auf dem bekannten Berg im Berchtesgadener Land umzubauen. Das ist auch notwendig, da die Unterkunft seit 1911 nur marginal modernisiert worden ist. Doch bereits jetzt zeichnen sich Probleme ab.

Der Bund Naturschutz klagt gegen den Umbau. Aus diesem Grund ist das "neue" Watzmannhaus am Dienstagabend nochmals Thema im Gemeinderat in Ramsau bei Berchtesgaden.

Geplant ist unter anderem, dass eine Zisterne Regenwasser sammelt und dieses dann zum Beispiel für die Toiletten und die Abwäsche genutzt wird. Bisher ist mit Quellwasser gespült worden. Ein weiterer Plan besteht darin, das Salettl, also die Aussichtsplattform mit dem imposanten Watzmannpanorama, neu zu bauen.

Doch gegen diese Pläne des Deutschen Alpenvereins hat der Bund Naturschutz etwas. Dessen Vertreter empfinden die Umbaupläne als zu aggressiv für eine Berghütte. Das Herausragen der Aussichtsplattform über die Hangkante sei inakzeptabel im Sinne der Nationalparkverordnung und habe "Eventcharakter".

Der Gemeinderat in Ramsau bei Berchtesgaden muss daher am Dienstagabend darüber beraten, ob die Pläne für das Salettl geändert werden. Wie die Bayernwelle berichtet, soll die Aussichtsplattform nach den neuen Plänen etwa zwanzig Quadratmeter kleiner ausfallen als ursprünglich geplant.

Folglich soll der neue Anbau um rund 1,6 Meter kürzer ausfallen und nicht den Hang überragen. Der Grund dafür sei jedoch nach Aussage der Gemeinde nicht die Klage der Umweltschützer, sondern die günstiger ausfallenden Kosten, da so ohne aufwendige Statik gebaut werden könne.

Gebäude seit hundert Jahren kaum verändert

Das Watzmannhaus zählt zu den am besten besuchten Berghütten des Deutschen Alpenvereines. Seit 1888 steht eine Schutzhütte steinschlag- und lawinensicher auf dem Falzköpfl am Watzmann. Von Anfang an ist das Watzmannhaus gut besucht gewesen, sodass zwischen 1908 und 1911 neu gebaut worden ist. Damals ist der Hütte ihr heutiges Antlitz verliehen worden.

1991 ist eine Photovoltaikanlage auf dem Dach dazugekommen. Seit 2006 wird sich auch in Sachen Umweltschutz engagiert. Mit Unterstützung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt und des DAV-Dachverbands hat die Sektion München die Hütte mit einem neuen Rapsöl-Blockheizkraftwerk, einer vollbiologischen Kläranlage und modernsten Wasserspareinrichtungen für 1,1 Millionen Euro auf den neuesten Stand der Umwelttechnik gebracht.

Mehr als 10.000 Besucher pro Jahr

Trotz der Hindernisse bleibt es dabei, dass der Deutsche Alpenverein das Watzmannhaus ausbauen möchte. Die Besucherzahlen sind in den vergangenen Jahren deutlich angestiegen, heißt es. Regelmäßig kehren mehr als 10.000 Besucher pro Jahr in der Herberge ein, die in 1.930 Metern Höhe 228 Schlafplätze in Räumen mit zwei, vier und sechs Bettenlagern sowie Matratzenlager von sechs bis 36 Schlafplätzen bietet.

ksl

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