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Nach Klage durch den Bund Naturschutz

„Rechteckig, praktisch, gut“: Neuer Plan für Watzmannhaus-Umbau

Klein, kleiner, Watzmannhaus-Umbau. Von dem ursprünglichen Vorhaben ist in der dritten Bauplan-Runde nicht mehr viel zu erkennen. Die Gemeinde Ramsau hat am Dienstag (15. März) eine Entscheidung zum Umbau der berühmten Schutzhütte getroffen.

Ramsau b. Berchtesgaden - „Heute beschäftigen wir uns zum dritten Mal mit der Planung des Watzmannhauses“, erklärt Martin Willeitner, Geschäftsleiter der Gemeinde. Ursprünglich wollte der Deutsche Alpenverein das Salettl der Schutzhütte abreißen. Ein größerer Neubau, eine Art Aussichtsplattform mit 87 Sitzplätzen sollte den maroden Anbau ersetzen. So sollte insbesondere der gastronomische Betrieb der Hütte auf Dauer sichergestellt werden. Das Landratsamt genehmigt den Bau, doch eine Klage des Bund Naturschutz gewinnt vor Gericht. Der Bau wird gestoppt.

Watzmannhaus: Neuer Anbau wird deutlich kleiner

„Dann hat der Alpenverein im Jahr 2018 wieder einen Plan vorgelegt, etwas verkleinert“, so Willeitner, aber dennoch mit der Aussichtsplattform. 69 Personen hätten in dieser Variante Platz. Auch hier gibt es wieder eine Genehmigung vom Landratsamt, aber eine Absage durch das Gericht.

Die neue Planung ist „sehr, sehr reduziert“ und ohne eine Aussichtsplattform. Unter dem Prinzip „rechteckig, praktisch, gut“, wie es Willeitner nennt, hat man das Bauvorhaben an die Form des Watzmannhauses angepasst. 50 Sitzplätze kommen in dieser Variante unter. „Diese Planung ist auch mit dem Bund Naturschutz abgestimmt, laut Auskunft des Alpenvereins“, so Willeitner. Auch die Gemeinde stehe dem Projekt positiv gegenüber, „weil wir wissen, dass es da einer Verbesserung bedarf“. Im Watzmannhaus habe man schon längere Zeit Probleme, die Gastronomie sinnvoll abzuwickeln, so der Geschäftsleiter. „Wer es kennt, kennt auch die Verhältnisse. Das Salettl ist äußerst beschränkt und entspricht nicht den heutigen Notwendigkeiten einer Gastronomie.“ Baurechtlich stehe der Planung nichts im Weg.

Der Gemeinderat stimmt an diesem Dienstagabend (15. März) einstimmig für das Bauvorhaben. Dennoch lässt sich die Verärgerung aus den Aussagen der Gemeinderatsmitglieder heraushören.

„Es geht um alpine Sicherheit“

„Unkommentiert kann man das Projekt nie lassen“, meint Richard jun. Graßl (CSU), der in der Sitzung auch zum neuen dritten Bürgermeister gewählt wird. Graßl kritisiert, den Einwand, dass es sich bei der vorherigen Planung um eine „Eventarchitektur“ gehandelt habe. „Im Kern war im Watzmannhaus eine Diskrepanz zwischen den Übernachtungsplätzen und den Tagesgästen, die raufkommen und auch rein können müssen wenn etwa ein Wetter kommt. Es geht aus meiner Sicht um alpine Sicherheit und nicht darum, dass der Wirt das größte Geschäft macht.“

„Wer das alte Salettl kennt, der weiß, dass das wirklich baufällig ist und da schon lange was unternommen werden muss. Das kann dann auch gastgeber- und gastfreundlich gemacht werden. Fauna und Flora ist nicht betroffen gewesen und dass der Bund Naturschutz so dagegen vorgeht, ist für mich eigentlich nur darin begründet, weil das Watzmannhaus medienwirksam ist“, so Richard Maltan (CSU).

Es sei sehr schade, dass man so viel Zeit verloren habe, meint Rudi Fendt (FWG). „Man sieht es ja jetzt. Die Baupreise sind gestiegen. Und es ist in keiner Weise ein Luxus, sondern eine sehr notwendige Maßnahme.“

Das Watzmannhaus befindet sich auf 1930 Metern Höhe. Die Schutzhütte ist Ausgangspunkt zahlreicher Wanderungen, inklusive der Watzmannüberschreitung.

ce

Rubriklistenbild: © DAV

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