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„Christoph 14“ eilt zur Hilfe

Urlauberin (63) stürzt am Hochkalter mehrere Meter ab und wird schwer verletzt

Nach kurzer medizinischer Erstversorgung in exponierter Lage nahm der Heli die Frau (63) mit dem Arzt per Winde auf und flog sie zur rund 800 Hlhenmeter tiefer gelegenen Baueishütte aus.
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Nach kurzer medizinischer Erstversorgung in exponierter Lage nahm der Heli die Frau (63) mit dem Arzt per Winde auf und flog sie zur rund 800 Höhenmeter tiefer gelegenen Baueishütte aus.

Einsatzkräfte der Bergwacht Ramsau und die Besatzung des Traunsteiner Rettungshubschraubers „Christoph 14“ haben am Dienstagmittag (13. September) bei fliegerisch anspruchsvollen Windverhältnissen eine 63-jährige Bergsteigerin aus der Steiermark gerettet. Sie war am Kleinkalter im Aufstieg zum Hochkalter geschätzte fünf bis acht Meter abgestürzt und hatte sich unter anderem am Kopf, am Brustkorb und am Rückgrat verletzt.

Die Meldung im Wortlaut:

Ramsau bei Berchtesgaden – Als gegen 12.45 Uhr der Notruf einging, schickte die Leitstelle Traunstein sofort Bergretter und Heli los, wobei „Christoph 14“ direkt in 1.650 Metern Höhe an der Blaueishütte den als Bergretter ausgebildeten Hüttenwirt aufnahm und ohne Zeitverlust durch eine Zwischenlandung im Tal bei sehr anspruchsvollen Windverhältnissen weiter zur Unfallstelle in rund 2.500 Metern Höhe flog.

Der Ramsauer Einsatzleiter prüfte währenddessen wegen des starken Winds bereits Alternativen mit einem bodengebundenen Einsatz zu Fuß und einem schwereren Transporthubschrauber der Bundespolizei, der gerade bei einer Übung auf dem Hochplateau der Reiter Alpe unterwegs war. Nach einigen Versuchen schaffte es der Pilot von „Christoph 14“ dann aber gekonnt trotz des Winds, zunächst den Bergretter per Winde in der Nähe der Verunfallten abzusetzen und in einem weiteren Anflug den Notarzt samt Luftrettungssack.

Die Frau musste aufgrund ihres Zustands liegend ausgeflogen werden. Zwei vorbeikommende Bergsteiger halfen den Rettern beim Umlagern und Einpacken der Frau. Nach kurzer medizinischer Erstversorgung in exponierter Lage nahm der Heli die 63-Jährige mit dem Arzt per Winde auf und flog sie zur rund 800 Höhenmeter tiefer gelegenen Blaueishütte aus, wo sie der Mediziner weiter versorgte, während „Christoph 14“ noch den Bergretter und den unverletzten Begleiter der Verunfallten abholte, die zusammen ein Stück in den Windschatten des Bergs abgestiegen waren, um den Anflug zu erleichtern. Per Heli gings für die Steirerin anschließend direkt weiter zum Klinikum Traunstein. Sieben Ramsauer Bergretter waren bis 14.45 Uhr gefordert.

Per Rollstuhl über den Soleleitungsweg

Nach knapp über zwei Stunden Verschnaufpause gings für die ehrenamtlichen Bergretter dann am späten Dienstagnachmittag gegen 17 Uhr mit einem 54-jährigen Reichenhaller weiter, der am Soleleitungsweg zwischen Zipfhäusl und Gerstreit wegen akuter Schmerzen im rechten Knie nicht mehr weiterkam. Die Bergwacht rückte per Motorrad und VW-Bus an, wobei ein in der Nähe wohnender Bergretter vorab zu Fuß beim Patienten ankam und seine nachrückenden Kameraden zur nächstgelegenen befahrbaren Stelle lotste.

Der Motorrad-Bergretter kühlte das schmerzende Knie, so dass die Einsatzkräfte den auf einer Sitzbank wartenden Mann dann mit einem von Orthopädie-Technik Hübschenberger gespendeten und bereits mehrfach auf Wanderwegen bewährten Rollstuhl schonend und zügig zum Fahrzeug bringen konnten, mit dem es dann weiter zum Zipfhäusl ging, wo Angehörige den Patienten übernahmen und zum Arzt brachten. Fünf Bergretter waren eine gute Stunde lang im Einsatz. Am späten Montagnachmittag (12. September) musste die Bergwacht kurz nach 17 Uhr zur Stubenalm am Watzmann ausrücken und dort einen Patienten mit akutem Migräne-Anfall abholen und ins Tal fahren.

Aufwendige nächtliche Suche wegen besorgter Angehöriger

In der Nacht von Montag auf Dienstag vor einer Woche (6. September) zeichnete sich gegen 23.45 Uhr eine aufwendige Suche nach einem abgängigen 53-jährigen Bergsteiger aus der Nähe von München ab, den seine Angehörigen von zu Hause aus mutmaßlich im Gebiet des Edelweißlahnerkopfs auf der Südostseite der Reiter Alpe als vermisst gemeldet hatten, da er allein unterwegs war und nicht zurückgekommen war oder sich rückgemeldet hatte. Polizei und Bergwacht konnten zwar das Auto des Vermissten am Wachterl-Parkplatz, aber dort keine weiteren Hinweise auf seinen genauen Aufenthaltsort finden, weshalb sie dann ebenfalls ohne Erfolg mit einem nachtflugtauglichen Hubschrauber versuchten, das Handy des Mannes zu orten, wobei „Edelweiß 4“ auch im östlich angrenzenden Lattengebirge unterwegs war. Zeitgleich stiegen Fußmannschaften über den Wachterlsteig und den eingeschossenen Steig auf und suchten im Gelände, wobei sie vom Team des Technikbusses der Bergwacht Chiemgau unterstützt wurden, das die Wandfüße nach dem womöglich Abgestürzten per Wärmebild-Drohne kontrollierte.

Gegen 4 Uhr in der Früh wurde die Suche dann unterbrochen und am Dienstagmorgen um 7 Uhr fortgesetzt: Neben den Fußtrupps der Bergwacht Ramsau waren auch ein Hundeführer mit Suchhund und Polizeibergführer der Alpinen Einsatzgruppe (AEG) unterwegs, wobei sich die Besatzung des Münchner Polizeihubschraubers „Edelweiß 2“ auf eine intensive Absuche des gesamten Gebiets aus der Luft vorbereitete. Von Beginn an hatten die Einsatzkräfte versucht, den Hüttenwirt der Neuen Traunsteiner Hütte zu erreichen, um herauszufinden, ob der Vermisste dort vorbeigekommen war oder sogar übernachtet hatte; telefonisch war die Hütte aber die ganze Nacht über und auch am Vormittag nicht erreichbar, wobei sich der Hüttenwirt schließlich dann doch gegen 9 Uhr telefonisch auf eine E-Mail der Polizei hin meldete und Entwarnung geben konnte, da der Gesuchte bei ihm übernachtet hatte und sogar noch an der Hütte war.

Dem 53-Jährigen war der Vorfall sichtbar unangenehm, wobei er sich entschuldigte und bei der Bergwacht mit einem Geschenkkorb und einer Spende für den ganzen Aufwand bedankte. „So eine Suche ist im Prinzip durch Rückmeldung und Absprache vermeidbar; trotzdem ist uns so ein Happy End tausendmal lieber, als wie so oft sonst ein tragisches Ende mit tödlichem Ausgang – deshalb sind wir auch überhaupt nicht sauer, sondern nur froh!“, erklärt Bereitschaftsleiter Thomas Meeß. Insgesamt waren 19 Bergretter aus Ramsau (16), Traunstein (2) und Bergen (1) im Einsatz, darunter das Team des Technikbusses mit Drohne und ein Hundeführer, die beiden Polizeihubschrauber „Edelweiß 2“ und „Edelweiß 4“ und der Heli-Kerosinanhänger aus Berchtesgaden.

Zeitgleich zwei Notfälle am Watzmann-Mitterkaser und am Karspitz

Am Montag vor zwei Wochen (29. August) brauchte kurz nach 15 Uhr ein erkrankter 80-jähriger Urlauber aus Niedersachen medizinische Hilfe, da er mit akuten Kreislaufproblemen am Weg zur Watzmann-Mitterkaseralm nicht mehr weiterkam. Ein Notfallsanitäter und zwei Rettungssanitäter der Bergwacht Ramsau rückten sofort mit dem All-Terrain-Vehicle (ATV) und einem Motorrad aus, versorgten den geschwächten und unterzuckerten Mann und fuhren ihn dann zur Wimbachbrücke hinunter, wo ihn eine Rettungswagen-Besatzung des Berchtesgadener Roten Kreuzes übernahm und in die Kreisklinik Bad Reichenhall einlieferte, wo sich dann herausstellte, dass der Mann an Corona erkrankt war.

Zeitgleich ging kurz nach 15 Uhr auch ein Notruf vom Karspitz im südlichen Lattengebirge ein, wo sich eine 59-jährige Urlauberin aus Thüringen am Sprunggelenk verletzt hatte. Die Besatzung des Salzburger Notarzthubschraubers „Christophorus 6“ flog die Patientin mit dem Rettungstau vom Berg zur Mordau-Alm aus, wo sie der Notarzt kurz untersuchte und dann an die Bergwacht Ramsau übergab; mit dem Bergwachtfahrzeug gings weiter hinunter zum Taubensee-Parkplatz, wo sie dann eine Rettungswagen-Besatzung des Reichenhaller Roten Kreuzes übernahm und in die Kreisklinik Bad Reichenhall einlieferte. Sechs Ramsauer Bergretter waren bis 17 Uhr im Einsatz.

Pressemitteilung des BRK KV BGL

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