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Tödlicher Unfall in den Berchtesgadener Alpen

Skitourengeher (39) von Lawine 400 Meter mitgerissen - Notarzt kann nur noch Tod feststellen

Am Dienstagnachmittag (25. Januar), kurz vor 15 Uhr ereignete sich in den Berchtesgadener Alpen unterhalb der Hocheisspitze auf etwa 2400 Höhenmetern, im Hocheiskar, Gemeindebereich Ramsau bei Berchtesgaden, ein Lawinenunfall, bei dem Männer aus dem Großraum München beteiligt waren.

Die Pressemeldung im Wortlaut:

Ramsau bei Berchtesgaden - Die beiden Skitourengeher aus dem Raum München wollten zusammen auf die 2523 m hohen Hocheisspitze gehen. Etwa 100 Meter unterhalb des Gipfels, bei einer Querung in dem Kar, wurde durch einen der beiden ein Schneebrett über eine Länge von geschätzt 150 Metern Breite und ungefähr 200 Metern in der Länge ausgelöst.

Die Anrisshöhe dürfte zwischen einem halben und einem Meter variieren. Der vordere der beiden, ein 54-jähriger Mann, wurde wie durch ein Wunder durch das Schneebrett nicht mitgerissen. Sein Begleiter jedoch, ein 39-jähriger Mann, der mit Abstand von 20 Metern hinter ihm ging, wurde durch die Schneemassen über eine Höhe von 400 Höhenmetern und felsdurchsetztes Steilgelände bis in das Hintereiskar gespült.

Sein Begleiter, der den Lawinenabgang beobachten musste, setzte sofort einen Notruf ab und versuchte in den Bereich des Lawinenkegels, der sich über 600 Meter talwärts, zum Teil in einer Rinne erstreckte, zu gelangen, um dort mit der Suche per LVS-Gerät zu beginnen. Aufgrund der Größe der Lawine hatte er im oberen Bereich keine Signale.

Der ebenfalls durch den Notruf alarmierte österreichische Rettungshubschrauber Martin 6 überflog im Anflug zur Bergwachtstation in Ramsau bei Berchtesgaden die Einsatzstelle und nahm sofort den Begleiter mit auf.

Skitourengeher (39) von Lawine mitgerissen - tot

Die Anschließend auf die Lawine geflogenen Einsatzkräfte der Bergwacht und der Alpinen Einsatzgruppe der Polizei, die sich zu einer Hubschrauberübung im Bereich Kampenwand befanden und von dort sofort zur Einsatzörtlichkeit mit einem Polizeihubschrauber gebracht wurden, begannen sofort mit der Absuche auf dem Lawinenkegel. Gegen 15.40 Uhr wurde der Verunfallte in der Schneedecke geortet und ausgegraben. Leider konnte der Notarzt vor Ort nur noch den Tod des Skibergsteigers feststellen. Dieser war etwas mehr als einen Meter verschüttet.

Durch die Einsatzkräfte von Polizei und Bergwacht vor Ort wurde die Bergung mit Hilfe des Polizeihubschraubers Edelweiß 4 durchgeführt.

Die Unfallaufnahme erfolgte durch einen Polizeibergführer der Polizeiinspektion Berchtesgaden, der zusammen mit dem Lawinenwarndienst Bayern noch genauere Ermittlungen zur Ursache durchführen wird.

Der Bayerische Lawinenwarndienst hatte für diesen Tag eine mäßige Lawinengefahr (2 der 5-teiligen Skala) ausgegeben.

Nach derzeitigem Ermittlungsstand gibt es keine Anhaltspunkte, für ein Fremdverschulden oder Hinweise auf Fahrlässigkeit durch seinen Begleiter.

Tödlicher Lawinenabgang in den Berchtesgadener Alpen löst Großeinsatz aus

Zu dem Einsatz waren die Alpinen Einsatzgruppen Rosenheim, Grassau und Berchtesgaden mit insgesamt 40 Beamten alarmiert worden. Weiter war noch die Bergwachtbereitschaft Ramsau bei Berchtesgaden mit Unterstützung durch umliegende Bergwachtbereitschaften mit 42 Mann im Einsatz. Im Weiteren war noch der Technikbus für die Tankversorgung der Hubschrauber vor Ort und die Recco-Sonde der Bergwacht für eine etwaige Absuche auf der Lawine auf Anfahrt.

Bei der Tour auf die Hocheisspitze handelt es sich um eine sehr steile und anspruchsvolle Skitour, die absolut sichere Lawinenverhältnisse erfordert. Meistens wird diese Skitour im Spätwinter bzw. Frühjahr begangen. Es hat dort bereits mehrfach schwere Lawinenunglücke gegeben.

Pressemitteilung Polizeiinspektion Berchtesgaden

Rubriklistenbild: © Matthias Bein