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Kleines Ei ganz groß

Christina Keilhofer aus Ramsau macht aus Wachteleiern Schmankerl für den Genuss 

33 Jahre alt ist Christina Keilhofer und Feuer und Flamme für die Wachtel.
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33 Jahre alt ist Christina Keilhofer und Feuer und Flamme für die Wachtel.

Dass sich Wachteleier nicht nur hervorragend als Dekoration eignen, weiß die Ramsauerin Christina Keilhofer vom Anfanglehen aus eigener Erfahrung. Sie hat sich im Bergsteigerdorf auf den kleinsten Hühnervogel Europas spezialisiert und produziert in eigener Herstellung Wachtelei-Produkte. 

Ramsau – Kälber, Kühe, Ziegen und Schafe, ein paar Hasen und Hühner - und eben Wachteln: Mit all diesen Tieren lebt Familie Keilhofer Tür an Tür. „Auf die Wachteln sind wir per Zufall auf einem Kleintier- und Geflügelmarkt aufmerksam geworden“, sagt Christina Keilhofer. Damals entschied sich die Familie für sechs Tiere. Schon bald habe man per Brutautomat weitere Tiere ausbrüten können. Seitdem vermehren sich die Wachteln im Keilhofer’schen Zuhause prächtig. Aktuell sind es zwar nur eine Handvoll nach den kalten Monaten. Über den Winter hatte die Familie den Bestand reduziert. Sobald es wärmer werde, will Christina Keilhofer aber Stück für Stück wieder aufstocken. „Einmal hatten wir 25 Wachteln gleichzeitig“, sagt die zweifache Mutter. 

Die Wachtelprodukte vertreibt sie über den vor rund zwei Jahren in Ramsau gegründeten Verein „Ramsau Regional” unter der Marke „heimisch & fair”. Angefangen hatte alles mit einer Idee von Ramsauer Bürgern, die sich einen Ort wünschten, an dem man Käse von heimischen Bauern kaufen könne, ohne jeden Bauernhof abklappern zu müssen. Der Verein war schließlich aus einer Arbeitsgruppe heraus entstanden, die im Zuge einer Ideenwerkstatt für nachhaltige Entwicklung für den Ort Ramsau gegründet worden war. Seitdem findet im Bergsteigerdorf eine konzertierte regionale „Produktentwicklung” auf mehreren Ebenen statt - Kulinarik und Handwerk gehen dabei Hand in Hand. Von den Vereinsmitgliedern werden Sirups, Marmeladen, Gartensalze und auch Christina Keilhofers Produkte aus Wachteleiern hergestellt. Handgetöpfertes Geschirr und Deko fürs Haus, Kleidung aus natürlichen Stoffen und handgefertigten Schmuck für besondere Anlässe gibt es ebenfalls. „Unser Ziel ist es, für die vielfältigen Produkte unserer Heimat einen Markt zu erschaffen”, sagt Christina Keilhofer. Daraus entstand ein Marktstand auf dem Bauernmarkt in Berchtesgaden und ein Verkaufstag in Ramsau vor dem Mesnerhaus an der Kirche St. Sebastian.

Wachteleier als gute Alternative zu Hühnerei

Wieso Wachteln? Christina Keilhofer hat da eine klare Meinung: „Wachteleier können eine positive Wirkung auf Immunsystem, Herz und Gefäße haben und sich positiv auf das Verdauungssystem“ auswirken, sagt sie. Es heißt, Eier des starengroßen, eigentlich im Verborgenen lebenden Vogels aus der Familie der Fasanenartigen wirkten bei chronischen Entzündungen, so Keilhofer. Sie weiß, dass Wachteleier eine gute Alternative zu Hühnerei sind. Die wenige Zentimeter großen Ovale gelten als Delikatesse. Hinzu kommt: „Der Verzehr eines Wachteleis löst keine Allergien aus“, sagt die zweifache Mutter. Sie hat einiges an Literatur studiert, empfiehlt das Buch „Heilwirkung der Wachteleier“.

Anders als Hühner schlafen Wachteln auf dem Boden und nicht auf Stangen in einem Stall. „Deshalb sind sie bei uns den ganzen Tag draußen in ihrem Gehege“, sagt Christina Keilhofer. Wichtig dabei: Es muss viele Verstecke geben, zudem ist ratsam, ein Sandbad zur Verfügung zu stellen, darüber hinaus frei zugängliche Wasser- und Futterstellen. Legewachteln sind in ihrer Legeleistung zumeist produktiver als gewöhnliche Hühner. 200 bis 300 Eier können es pro Jahr unter guten Bedingungen sein.

Ähnlich wie Hühnereier eignen sich auch Wachteleier zur Dekoration des Eigenheims. Der Vorteil: Jede Wachtelhenne hat ihr eigenes, individuelles Muster auf dem Ei, sodass ein solches auch ganz ohne Bemalung und ohne zusätzliche Bearbeitung „hübsch“ aussieht. 

Die Produkte stellt sie in Heimarbeit her, und richtet sich dabei nach der Saison und den jeweiligen Legephasen der Hennen. Denn im Winter und während der Mauser bleibt der große Wachtelei-Nachschub aus. Die Tiere dürfen dann ihre natürliche Legepause einhalten, ergänzt die Ramsauerin. Was sie herstellt, soll „beste Qualität“ haben, so lautet ihr Credo. Diesen Anspruch hat nicht nur Christina Keilhofer, sondern haben auch die weiteren Ramsauer Produzenten, die sich dem Verein „Ramsau Regional“ angeschlossen haben: „Bio-Qualität ist uns sehr wichtig.“ Für die meisten der Produzenten bleibt der Verkauf der Produkte aber nebenerwerblich.

Die Wachtelei-Schmankerl verkauft Christina Keilhofer deshalb auch direkt ab Hof, Wimbachweg 14, in Ramsau. Markttermine sowie Kontaktdaten zu den weiteren Vereinsmitgliedern finden sich auf www.heimisch-und-fair.de.

kp

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