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Debatte in Ramsau wegen Energiekrise

Kontaktheizung für Kirchgänger: „Frieren soll schließlich niemand“

Kirche Ramsau bei Berchtesgaden
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Die Kirche in der Ramsau.

Ramsau bei Berchtesgaden – Mit einer speziellen Art der Kontaktheizung will die kleine Kirchengemeinde im Bergsteigerdorf Ramsau den extrem gestiegenen Stromkosten begegnen.

“Frieren soll schließlich niemand”, sagt Kirchenpfleger Manfred Weber. Aber 13.000 Euro Kosten sind dann doch zu viel für die von Kirchenaustritten geplagte Pfarrei, deren bekanntes Kirchlein als Motiv der Landschaftsmalerei internationale Bekanntheit erlangte. 

Die rote Kurve, die Manfred Weber während einer Bürgerversammlung zeigt, bereitet ihm Sorge. Sie zeigt nach unten - seit Jahren schon. “Es geht stetig bergab.” Nur noch 1280 Menschen zahlen dafür, Mitglied im Verein Gottes zu sein. Es waren mal 1500, vor rund 20 Jahren. Dieses Jahr haben sich bereits 13 Menschen verabschiedet, vergangenes Jahr waren es 17. “Dieser elende Missbrauch”, schimpft Weber, trage Schuld an der Misere. “Es ist abscheulich, wie die Kirche damit umging”, klagt er. Wo die Einnahmen fehlen, sollten die Ausgaben nicht steigen. Doch jene 13000 Euro, die die strapazierte Kasse plagen, weil 34000 Kilowattstunden einfach mal so viel kosten, müssen runter. “Es muss ein neues Heizsystem her”, sagt Manfred Weber. Eine andere Alternative gibt es nicht. Gottesdienste ausfallen zu lassen, kommt nicht infrage, “die Ortskirche einzuschränken, das geht einfach nicht”. Das Haus Gottes müsse “erlebbar” bleiben, egal wie kalt es ist und auch wenn im Durchschnitt nur 33 Leute einen der vielen Gottesdienste besuchen. Die Frage, wann sich eine Kirche rentiert, sollte im kirchlichen Raum nie gestellt werden.

Kirchenpfleger Manfred Weber hat recherchiert, was für die Kirche St. Sebastian in Frage kommt. Über 500 Jahre alt ist das denkmalgeschützte Gotteshaus, dessen Motiv so bekannt wie kaum ein zweites im Berchtesgadener Talkessel ist: 1960 malte der ehemalige US-Präsident Dwight D. Eisenhower nach einem Farbfoto eigenhändig die Kirche. Das Werk wurde als Weihnachtspräsent für den Stab des Weißen Hauses vervielfältigt und erschien in der europäischen Ausgabe von “Stars and Stripes”, dem Tagblatt der US-Streitkräfte. 

„Damit können wir 80 Prozent einsparen“

Eine Konvektionsheizung? Die hat zu hohen Wärmeverlust, sagt Manfred Weber. Außerdem widerspreche sie einer schonenden Beheizung denkmalgeschützter Gotteshäuser. Weber hat eine Kontaktheizung gefunden, die genau wie geschaffen scheint für die leere Ramsauer Kirchenkasse. Diese heizt nur, wenn eine Person Platz nimmt. Sitzfläche und Rückenlehne erwärmen sich also nur nach Bedarf - und auch nur während der Heizperiode zwischen Oktober und April. Vergleichbare Kontaktmatten gibt es etwa für Autositze. Steht der Kirchgänger auf, endet auch der Heizvorgang. “Damit könnten wir 80 Prozent einsparen”, freut sich Weber in Zeiten der Energiekrise. “80 Prozent von 13.000 Euro ist viel.” 

Die Investition sei sinnvoll, immerhin ist die alte Kirchenheizung schon 42 Jahre alt. Was die Installation eines solchen Systems kostet, dazu äußerte sich Manfred Weber nicht. Unterstützung erwartet er sich von der Erzdiözese München und Freising. Dort ist der Wunsch aus Ramsau bereits eingetroffen, aber noch nicht bearbeitet.  

kp

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