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Frau „leicht bekleidet“ und erschöpft

Aufwendiger Nachteinsatz bei Gewitter: Bergwacht Ramsau rettet Urlauberin (34) vom Watzmann

Der Rettungshubschrauber „Christoph 14“ unterstützte die Einsatzkräfte aus der Luft.
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Der Rettungshubschrauber „Christoph 14“ unterstützte die Einsatzkräfte aus der Luft.

Am Freitagabend (26. August) ging gegen 21.45 Uhr ein Notruf von der Grieshütte ein, da im Watzmann-Südspitz-Abstieg in 2060 Metern Höhe eine nach der Überschreitung erschöpfte und nur leicht bekleidete 34-jährige Urlauberin aus Baden-Württemberg im Gewitter und Starkregen frierend mit einer beginnenden Unterkühlung nicht mehr weiterkam. Die Frau war in einer 6er-Gruppe unterwegs und seit 6 Uhr in der Früh mit Start an der Wimbachbrücke auf den Beinen gewesen, wobei sie im Abstieg mehrmals stürzte und sich aufschürfte.

Die Mitteilung im Wortlaut:

Ramsau bei Berchtesgaden – Vier Begleiter stiegen zur Grieshütte ab und setzten von dort aus den Notruf ab; derweil ging über der Ramsau ein starkes Gewitter mit Hagel nieder, das die Patientin und ihre Begleiter am Watzmann unter freiem Himmel überstehen mussten. Die Bergwacht konnte die Einsatzstelle nicht über Handy erreichen und ging zunächst davon aus, dass sie die Frau aufgrund ihres Zustands liegend und bodengebunden zu Fuß abtransportieren muss, da unter anderem wegen der Unwetter im Alpenvorland und im Alpenraum kein nachtflugtauglicher Heli starten konnte.

Der erste besonders konditionsstarke Trupp fuhr bereits wenige Minuten nach Alarm mit dem All-Terrain-Vehicle (ATV) ins hintere Gries, baute ein mobiles Funk-Gateway oberhalb der Hütte auf und machte sich dann zu Fuß auf den Weg zur Einsatzstelle, wobei zunächst noch völlig unklar war, auf welcher Höhe sich die Frau befindet, da auch ihr Handy nicht geortet werden konnte. Kurz nach 22 Uhr brach ein weiterer Trupp mit dem Pinzgauer ins hintere Gries auf und führte unter anderem die Gebirgstrage nach, wobei der Voraustrupp kurz vor 23.30 Uhr bei der Frau ankam, die zwar ansprechbar, aber zunächst so schwach war, dass die Retter von einem liegenden Abtransport ausgehen mussten.

Weitere Gewitter angekündigt

Die weiteren Einsatzkräfte der nachfolgenden Trupps, darunter auch der nachalarmierte Schellenberger Bergwacht-Notarzt, stiegen weiter auf, wobei die Retter vor Ort gegen Mitternacht versuchten, mit ihr den Abstieg zu beginnen, nachdem sie sich mit zuckerhaltigen Getränken und Gels gestärkt hatte; die Begleiter waren bereits vorab mit weiteren Bergrettern talwärts aufgebrochen, da für 1 Uhr das nächste Gewitter angesagt war, das dann aber glücklicherweise nördlich vorbeizog.

Um 0.25 Uhr war die 34-Jährige bereits am Goldbründl, kurz nach 2 Uhr dann am Pinzgauer im hinteren Gries, mit dem alle dann ins Tal zurückkehrten, wo sie gegen 2.45 Uhr an der Bergrettungswache ankamen. Mit dem VW-Bus und dem Pinzgauer wurden vorab bereits im Pendelverkehr die Begleiter von der Grieshütte und vom Abstieg abgeholt und ins Tal gefahren. Der Notarzt untersuchte die Frau, die nicht ins Krankenhaus musste und mit ihren fünf Begleitern zur Unterkunft nach Berchtesgaden zurückkehren konnte. 15 Ramsauer Bergretter und der Bergwacht-Notarzt aus Marktschellenberg waren bis 3.20 Uhr im Einsatz.

Zwei Verletzte im Nebel am Watzmannhaus

Am Samstagvormittag (27. August) gegen 11.25 Uhr brauchte ein 65-jähriger Niederösterreicher mit einer Sprunggelenksverletzung am Watzmannhaus Hilfe. Die Ramsauer Bergretter reinigten gerade ihre Ausrüstung vom Nachteinsatz und räumten das Material auf und übernahmen den Einsatz sofort, der Direktanflug des Traunsteiner Rettungshubschraubers „Christoph 14“ wegen der tiefhängenden Wolken scheiterte, so dass die Besatzung einen Bergretter abholte und ihn mit der Winde unterhalb am Falzsteig absetzte.

Der Bergretter brachte den Patienten dann mit Hilfe der Wirtsleute talwärts, wo er am Ende der befahrbaren Straße mit dem Pinzgauer abgeholt und ins Tal gefahren wurde. Der Mann fuhr anschließend selbst ins Krankenhaus. Neun Bergretter waren bis 14 Uhr im Einsatz und mussten gegen 14.15 Uhr den nächsten Einsatz übernehmen, da wieder am Watzmannhaus ein gestürzter 23-Jähriger aus Schwaben Hilfe brauchte.

Die Hütte war für den Heli wegen der Wolken wieder nicht erreichbar, weshalb die Bergwacht zu Fuß aufstieg, den Mann mit Hilfe der Wirtsleute talwärts brachte und an eine Rettungswagen-Besatzung des Reichenhaller Roten Kreuzes übergab, die ihn in die Kreisklinik Bad Reichenhall brachte. Fünf Bergretter waren bis 16 Uhr gefordert.

81-Jähriger stürzt knapp unterhalb des Hochkalter-Gipfels

Am Mittwochmittag (24. August) gegen 12.45 Uhr stürzte ein 81-jähriger Münchner in 2480 Metern Höhe knapp unterhalb des Hochkalter-Gipfels und verletzte sich unter anderem neben diversen Schürfwunden schwer an Kopf und Brustkorb. „Christoph 14“ setzte einen Ramsauer Bergretter und seine Notärztin mit der Winde an der Unfallstelle ab, die den Mann notfallmedizinisch versorgten und in einem Rettungssitz sicherten, so dass ihn der Heli mit der Ärztin per Winde aufnehmen und ins Tal fliegen konnte.

Während die Retter im Tal den Mann in der Rettungswache versorgten und in den Luftrettungssack umlagerten, holte „Christoph 14“ noch den Bergretter vom Hochkalter ab und flog anschließend den Verunfallten zum Klinikum Traunstein. Fünf Ramsauer Bergretter und eine Notfallsanitäterin der Reichenhaller Bergwacht waren bis 15 Uhr im Einsatz.

35-Jähriger gerät auf der Blaueis-Umrahmung in Bergnot

Am Dienstagabend (23. August) setzte gegen 19 Uhr ein erschöpfter und dehydrierter 35-jähriger Bergsteiger aus Niederbayern einen Notruf aus der Blaueis-Umrahmung ab, da er bereits um 7 Uhr in der Früh an der Blaueishütte aufgebrochen war, immer wieder Probleme bei der Wegfindung per Handy-App hatte und sich als Alleingeher selbst sicherte, wobei er Sicherungsmaterial zurücklassen und sein Kletterseil einmal kappen musste, da es sich nicht mehr abziehen ließ und schließlich so verhedderte, dass er am Ende seiner Kräfte unterhalb der Blaueisspitze bei der Leitstelle Traunstein Hilfe anforderte.

Die Besatzung des Traunsteiner Rettungshubschraubers „Christoph 14“ nahm um 19.20 Uhr an der Blaueishütte einen Ramsauer Bergretter auf und setzte ihn nach einem Suchflug 18 Minuten später per Winde an der Einsatzstelle ab, wo er den 35-Jährigen kurz versorgte und in einem Rettungssitz sicherte, so dass der Heli beide gegen 20 Uhr mit der Winde aufnehmen, den Bergretter an der Hütte absetzen und den Geretteten ins Tal fliegen konnte, wo ihn die Bergwacht übernahm und zu seinem Auto am Parkplatz zurückfuhr. Sieben Bergretter waren bis 21 Uhr im Einsatz.

34-Jährige bricht sich im Südspitz-Abstieg das Handgelenk

Am Dienstagvormittag (23. August) gegen 10.45 Uhr stürzte eine 34-jährige Urlauberin aus Baden-Württemberg in rund 2600 Metern Höhe im Südspitz-Abstieg nach der Watzmann-Überschreitung und brach sich schmerzhaft das Handgelenk. Die Besatzung des Traunsteiner Rettungshubschraubers „Christoph 14“ setzte einen Ramsauer Bergretter und ihren Notarzt mit der Winde bei der Frau ab, die die 34-Jährige medizinisch versorgten; der Heli holte dann in zwei Anflügen zunächst die Patientin mit dem Notarzt per Winde und danach den Bergretter ab und flog die Patientin anschließend zur Kreisklinik Bad Reichenhall. Vier Bergretter waren bis 12.30 Uhr im Einsatz.

Pressemitteilung BRK Kreisverband Berchtesgadener Land

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