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Junger Bergsteiger (24) im Schnee verschollen

Drama am Hochkalter: Suche am Dienstag unmöglich - Mann seinem Schicksal ausgesetzt

Seit Samstag (17. September) suchen die Einsatzkräfte nach dem Vermissten.
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Seit Samstag (17. September) suchen die Einsatzkräfte nach dem Vermissten.

Auch am Dienstag (20. September) bangt die Region um einen 24-Jährigen aus Niedersachsen, der seit Samstag (17. September) am Hochkalter als vermisst gilt. BGLand24.de hat mit der Polizei Berchtesgaden über den weiteren Verlauf der Suche gesprochen.

Update, 14. 20 Uhr - Suche am Dienstag unmöglich

Die Bedingungen sind selbst für die erfahrenen Retter lebensgefährlich: Anhaltender Schneefall, starker Wind, Lawinengefahr und absturzgefährdetes Gelände haben auch am Dienstag die Suche nach einem verunglückten Bergsteiger am Hochkalter unmöglich gemacht. Der 24-Jährige hatte am Samstag einen Notruf abgesetzt, nachdem er abgerutscht war und nicht mehr vor- noch zurückkam. Seither ist der Kontakt zu ihm abgebrochen - ohne dass die Retter genau wüssten, wo sie nach ihm suchen müssen. Nach ersten Versuchen in den Vortagen blieb ihnen am Dienstag wieder nur das Warten.

Alle Hoffnung ruht deshalb darauf, dass sich der junge Mann als Schutz gegen den auskühlenden Wind eine Schneehöhle graben konnte - und dass das Wetter möglichst bald einen Helikopterflug zulässt, um ihn mit einem Sonargerät zu orten. Denn zu Fuß kann die Bergwacht derzeit nichts ausrichten. „Du kannst dich auf dem Untergrund gar nicht sicher bewegen, da liegt Schnee auf Blankeis, da muss jeder Schritt wohl überlegt und gut gesichert sein“, schilderte ein Sprecher. „Und dann gehst du in fünf Metern Entfernung vorbei und siehst den gar nicht, weil er eingeschneit ist.“

Mit Blick auf die Naturgewalten ergänzte er bedrückt: „Derselbe Einsatz wäre bei schönem Wetter in einer Stunde vorbei.“ Diese vermeintliche Sicherheit entpuppe sich aber bei schlechtem Wetter als trügerisch. „Dann ist das ein Einsatz wie vor 100 Jahren.“ Und der Notleidende am Berg ist alleine seinem Schicksal ausgesetzt.

Erstmeldung:

Ramsau bei Berchtesgaden - Unermüdlich suchten Einsatzkräfte bis Sonntagnachmittag nach dem Vermissten, soweit es die Verhältnisse zuließen. Gegen Sonntagabend öffnete sich ein Wetterfenster, sodass Rettungshubschrauber Christoph 14 aus Traunstein versuchen konnte, in die Region oberhalb von 2400 Meter zu gelangen. Am späten Sonntagnachmittag wurde mit dem Polizeihubschrauber Edelweiß 2 erneut bei vielversprechenden Wetterverhältnissen versucht, in die Suchregion zu gelangen und eine optische Suche durchzuführen.

Dramatische Vermisstensuche am Hochkalter: Abermalige Suche am Montagabend

Polizei-Bergführer Hölzl bestätigte gegenüber BGLand24.de, dass sich gegen Montagabend nochmal ein Wetterfenster gebildet habe. „Es hat aufgemacht bis circa 2300 Meter.“ Daraufhin sei für circa eine Stunde ein Polizei-Helikopter in der Luft gewesen. „Leider aber auch ergebnislos.“ Vermutlich sei die Mannschaft des Hubschraubers aber auch nicht in die Lagen gekommen, in denen der vermisste 24-Jährige aus Niedersachsen vermutet wird. Man nimmt an, dass diese circa 2400 Meter beträgt. „Also ein Stückchen höher. Gestern war wieder auf 2300 Meter Wolkengrenze“, so Hölzl.

Die Suche erschwere außerdem, dass zwar das Wetter im Tal relativ gut sei, weiter im oben im Gipfelbereich hänge aber immer noch der Nebel. „Das macht die Suche eigentlich unmöglich muss man sagen“, führt der Polizei-Bergführer weiter aus.

Am Dienstagnachmittag (20. September) wollen Polizei und Bergwacht weitersuchen. Allerdings ist das Vorhaben weiterhin an das Wetter gebunden. „Möglicherweise soll heute Nachmittag das Wetterfenster nochmal so werden, dass der Regen gegen Mittag aufhört, dass es ein bisschen besser wird.“

„Besteht kaum mehr Aussicht, dass der Vermisste noch lebt“

Wenn das Wetter sich ins Positive wandle, werde man eventuell nochmal einen Helikopter losschicken. Einsatzkräfte fußläufig in das Suchgebiet zu beordern, sei im Moment aber noch zu gefährlich. Da zu viel Schnee in den Berglagen liege, könnten diese selbst in Lebensgefahr geraten. Bezüglich der Überlebenschancen des 24-Jährigen hat Hölzl mittlerweile wenig Hoffnung. Es bestehe „kaum mehr Aussicht, dass der Vermisste noch lebt.“

Vermisstensuche am Hochkalter am 17. September

Vermistensuche am Hochkalter am 18. September
Vermistsensuche am Hochkalter am 17. September © Bergwacht Ramsau
Vermistensuche am Hochkalter am 18. September
Vermistsensuche am Hochkalter am 17. September © Bergwacht Ramsau
Vermistensuche am Hochkalter am 18. September
Vermistsensuche am Hochkalter am 17. September © Bergwacht Ramsau
Vermistensuche am Hochkalter am 18. September
Vermistsensuche am Hochkalter am 17. September © Bergwacht Ramsau
Vermistensuche am Hochkalter am 18. September
Vermistsensuche am Hochkalter am 17. September © Bergwacht Ramsau
Vermistensuche am Hochkalter am 18. September
Vermistsensuche am Hochkalter am 17. September © Bergwacht Ramsau

Für Mittwoch ist nochmal eine große Suchaktion geplant, da das Wetter aufklaren soll. Die Gipfellagen seien dann wieder frei. Es bestünde dann die Möglichkeit, sowohl mit Fußmannschaften als auch mit Hubschrauber die Suche umfassend fortzuführen. „Da hat man dann am meisten Chancen“, so Hölzl.

Vermisstensuche am Hochkalter: Recco-Boje soll Durchbruch bringen

Für die weitere Suche soll, vorausgesetzt das Wetter lässt es zu, eine Recco-Boje zum Einsatz kommen. Man gehe davon aus, dass der Vermisste einen kleinen Laptop mit sich führt. Durch die Boje, die auf Halbleiter anschlägt, hofft man, den Ort zu finden, an dem sich der Vermisste aufhält. Bisher war der Einsatz der Boje laut BRK Berchtesgaden noch nicht möglich, da das Radar-Signal des Spezialgeräts nach unten abstrahlt und der Berg bis zum Gipfel komplett wolkenfrei sein müsste, damit der Heli entsprechend hoch über dem wahrscheinlichen Einsatzgebiet zwischen 2.400 und 2.500 Höhenmetern fliegen könnte.

Polizei und Bergwacht in Bereitschaft

Wie die Polizei Berchtesgaden mitteilt, seien die Einsatzkräfte von Bergwacht und Polizei in Bereitschaft und würden versuchen, sobald es das Wetter und die Sichtverhältnisse zulassen, sowohl zu Fuß als auch mit dem Hubschrauber und weiteren Einsatzmitteln die Suche fortzusetzen. Die Einsatzleiter von Bergwacht und Polizei hoffen ab Mittwoch auf die angekündigte Wetterbesserung, um wieder in größerem Rahmen die Suche fortzusetzen. Unabhängig davon, kommen die Hubschrauber auch heute wieder kurzfristig zum Einsatz, falls das Wetter es im Gipfelbereich zulässt.

Der 24-Jährige aus Niedersachsen war am Samstag bei schwierigen Wetter-Bedingungen zu einer Bergtour auf den 2607 Meter hohen Hochkalter aufgebrochen. Gegen Nachmittag setzte der junge Mann noch selbst einen Notruf ab, nachdem er auf circa 2500 Meter abgerutscht war. Im ersten Notruf gab der Mann an, dass er sich bei dem Sturz in etwa 2500 Metern Höhe beide Arme gebrochen und am Kopf verletzt habe, teilte das BRK mit. In einem späteren Telefonat sagte er, dass er doch nicht ernsthaft verletzt sei. Sofort wurde eine Vermisstensuche in Gang gesetzt.

Kontakt brach am Samstagabend ab

Wiederholt hatten die Einsatzkräfte im Laufe des Samstags Kontakt zu dem 24-Jährigen. Bis zum Samstagabend. Dann brach die Verbindung ab. Wie schon ausgeführt, suchten die Einsatzkräfte auch am Montagabend. Die Besatzung von „Edelweiß 2“ war mit einem Bergführer der Bergwacht Ramsau von kurz nach 18 Uhr bis kurz nach 19 Uhr eine gute Stunde am Berg unterwegs; durch den vielen Neuschnee seit Samstag sind die Rinnen teilweise mit geschätzten Schneehöhen von bis zu drei Metern eingeweht und dementsprechend schlecht einsehbar.

19 Bergretter aus Ramsau (16), Bad Reichenhall (2) und Marktschellenberg (1) waren am Montag bis 20.30 Uhr vor Ort, darunter die Recco-Spezialisten, der Bergwacht-Notarzt und Alpinisten mit Eisgerät und Lawinen-Notfallausrüstung für eine rasche Rettung bei einer eventuellen Sichtung am Berg. Ehrenamtliche Spezialisten des Bergwacht-Technikbusses werteten die Bilder vom Suchflug die halbe Nacht lang manuell und mit entsprechender Spezialsoftware im Detail aus, konnten aber keine Spuren vom Vermissten entdecken.

fgr/Pressemeldungen BRK KV Berchtesgadener Land/Polizei Berchtesgaden

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