Diese Themen bewegen Ramsauer Bürger

Baumaßnahmen und steigende Schulden

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Bürgermeister Herbert Gschossmann

Ramsau – Bis zum letzten Platz gefüllt war die Bürgerversammlung im Oberwirt, zu der Bürgermeister Herbert Gschossmann geladen hatte. Neben diversen anstehenden Straßenbauprojekten, etwa der geplante Kreisverkehr, war auch die Parkplatzproblematik im Ort ein Thema. Und auch die hohen Schulden des Ortes beschäftigen die Bürger.

Bürgermeister Herbert Gschossmann kündigte an, dass die Kreisverkehrmaßnahme bereits im September diesen Jahres beginnen werde. Man setzt ganz und gar auf Ampelregelungen in dieser Zeit. Zu Vollsperrungen im Ort soll es nicht kommen. „Allerdings wird das eine staubige Angelegenheit werden“, kündigte Gschossmann an, der im Vorfeld warnte, dass es zu Behinderungen rund um die Baustelle kommen könne. Bis zur Tragschicht soll die Maßnahme noch in diesem Jahr verwirklicht werden. 

Ebenfalls soll in Kürze der Bau eines neuen Feuerwehrhauses für die Ramsau starten, in den auch der Bauhof der Gemeinde integriert sein wird. Die Planungsleistungen seien bereits vergeben. 

Der Bürgermeister informierte über Baumaßnahmen an der Staatsstraße 2099, der Hirschbichlstraße. Diese soll eine neue Deckschicht bekommen, ebenfalls wird die dortige Brücke erneuert werden. Geplant ist, dass die Arbeiten im August oder September starten. „Es könnte sich aber auch noch hinziehen, da die Maßnahme bislang noch nicht ausgeschrieben wurde“, so Gschossmann. Beeinträchtigungen werde es geben. Die Gemeinde sei bemüht, dass auch weiterhin uneingeschränkt Milchlieferungen für die im Umfeld ansässigen Landwirte möglich seien, „damit keine Mehrkosten entstehen.“ Ebenfalls werde an einer Lösung für Radfahrer gearbeitet, da die Fahrradverordnung werden der Baumaßnahme temporär aufgehoben werde. Alle betroffenen Bürger, Touristiker sowie Vertreter der Bergwacht werden hierzu zu einer gesonderten Informationsveranstaltung eingeladen. 

Ramsauer wünschen sich Sanierung mehrerer Straßen

Ebenfalls soll der Scheffmannweg sowie der Kunterweg saniert werden. Bereits kommende Woche starten die Arbeiten am Kunterweg, der mehrere Monate lang unter anderem wegen Steinschlags gesperrt war. Gschossmann informierte auch darüber, dass der Gemeinde in steter Regelmäßigkeit Bitten und Wünsche von Bürgern zugetragen würden, bestimmte Gemeindestraßen doch erneuern zu lassen. „Alle können wir nicht sanieren“, sagte Gschossmann. Wichtig sei, dass die Verkehrssicherungspflicht gegeben sei. Mehr als erforderlich könne die Gemeinde nicht leisten. „Wenn sich aber andere beteiligen, ist mehr möglich als erforderlich“, sagte der Gemeindechef. 

Des Weiteren warnte er Grundstückseigentümer mit Baumbestand, darauf zu achten, dass keinerlei Gefahr von Bäumen ausgehe. „Wir hatten immer wieder Vorfälle, bei denen Fachleute vor Sicherheitsrisiken gewarnt hatten. Trotzdem haben die Eigentümer nicht gehandelt.“ So werde keine Versicherung im Schadensfall zahlen, sagte Gschossmann, der ankündigte, dass die Gemeinde bei Nichthandeln „tätig wird und schaut, dass die Bäume wegkommen.“ 

Müll- und Wassergebühren sollen neu kalkuliert werden

In Sachen Schulden schaut es in der Gemeinde derzeit düster aus. Aktuell häufen sich diese auf 3,9 Millionen Euro, ein stolzer Betrag, findet Gschossmann. Bis zum Jahr 2020 werden diese auf knapp fünf Millionen Euro steigen. Allerdings achte die Gemeinde darauf, den Schuldendienst nicht höher als 438.000 Euro pro Jahr zu treiben. 

Gschossmann ging im Folgenden auf die angepassten Parkplatzgebühren auf den Wanderparkplätzen ein. Pro halben Tag wurden die Gebühren um einen Euro angehoben, zwei Euro zusätzlich zahlt man pro Tag. Er kündigte an, dass in der Gemeinde künftig die Zahlung an den Automaten auch per Handy möglich sei. 

Müll- und Wassergebühren seien in Zukunft ebenfalls neu zu kalkulieren, vor allem, weil der Landkreis ab kommendem Jahr plane, die Zuständigkeit für Müll wieder selbständig zu übernehmen. „Unsere Wasserpreise sind derzeit niedriger als sie sein dürften“, sagte Gschossmann. In Zukunft müsse man sich auf eine Wasserpreiserhöhung einstellen. Geplant seien 20 bis 25 Cent pro Kubikmeter. Ein Dorn im Auge ist dem Bürgermeister die wilde Müllentsorgung. Immer wieder laden Unbekannte ihren Unrat irgendwo in der Gemeinde ab. „Am Ende zahlen das alle Bürger, weil sich unser Bauhof um die Entsorgung kümmern muss.“ 

„Wir müssen auch weiterhin Ramsau als erstes Bergsteigerdorf bewerben“

Eine für die Gemeinde erfreuliche Maßnahme sei die geplante Wohnbebauung hinter dem Café Steinberg. Die Gemeinde habe hier noch Grund, „die letzte Fläche, auf der wir eine Bebauung ermöglichen können“, sagte er. In der Gemeinde erhofft man sich von dem Geschäft eine Menge - „das ist ein wesentlicher Bestandteil unserer Finanzplanung.“ Der Bedarf an Wohnraum sei groß. Und trotzdem möchte man vermeiden, alle Flächen im Ort der Bebauung zu opfern. 

Auch die Parkplatzproblematik im Ort machte Gschossmann zum Thema. Immerhin gebe es „Spitzentage“, an denen auf diversen Parkplätzen, aber auch im Ort selbst „chaotisch geparkt wird.“ Wildparkereien wolle man künftig eindämmen. Im Notfall werde man abschleppen. Den Vorwurf, der Ort vertrage so viele Gäste wie derzeit nicht, ließ er nicht gelten. „Wir müssen auch weiterhin Ramsau als erstes Bergsteigerdorf bewerben, irgendwann wird das Interesse daran automatisch nachlassen.“

Kilian Pfeiffer

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