Einsatz am Watzmann

Österreichische Flugpolizei unterstützt Bergwacht Ramsau bei der Suche nach 21-Jährigem

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Seit Freitag fehlt von einem 21-jährigen Trailrunner jede Spur. Die Suche gestaltet sich äußerst schwierig.

Ramsau - Seit Freitag, 9. Oktober, wird der 21-jährige Trailrunner Valentin Wappler aus Untermeintingen vermisst.

Update, 14. Oktober, 21.15 Uhr - Österreichische Flugpolizei unterstützt Bergwacht Ramsau bei der Suche nach 21-Jährigem


Die Österreichische Flugpolizei hat am Mittwoch die Bergwacht Ramsau bei der Suche nach dem im Watzmann-Gebiet vermissten 21-Jährigen mit einem so genannten Recco-SAR-Suchsystem unterstützt, das am Tau unter dem Heli montiert ist und selbst noch aus größerer Entfernung eine Ortung von Recco-Rettungs-Reflektoren ermöglicht.

Die Besatzung der Tiroler Einsatzmaschine flog das Gebiet rund um den Mooslahnerkopf, den Kleinen Watzmann, die Wiederroute, den Watzmanngrat und Teile der Ostwand und der Westwand ab. Zusätzlich setzte die Besatzung eines Transporthubschraubers der Bundespolizei Bergretter am Hocheck und an der Mittelspitze ab, um die Hocheckhütte und das Gipfelbuch zu kontrollieren, wobei die Hütte leer war und an der Mittelspitze kein Buch im Kasten war. Der viele Neuschnee der letzten Tage erschwert die Suche zu Fuß und aus der Luft, da die Einsatzkräfte nicht ohne erhebliches Risiko ins Steilgelände können und viele Bereiche überhaupt nicht einsehen können.


Das Recco-System zur Suche nach Lawinen-Verschütteten arbeitet mit passiven Reflektoren (Halbleiter wie in elektronischen Geräten) und aktiven Recco-Suchgeräten nach dem Prinzip des Harmonischen-Radars. Die Reflektoren benötigen keine eigene Energieversorgung und können daher kostengünstig in Wintersportbekleidung und -ausrüstung eingebaut werden. Das System basiert auf dem Prinzip der Frequenzverdopplung durch eine Halbleiterdiode, wie sie zum Beispiel auch in Handys vorkommt. Die maximale Reichweite des Recco-Systems beträgt laut Hersteller 200 Meter an der Oberfläche und 30 Meter bei der Suche im Schnee. Das Suchsystem kann von Hubschraubern aus eingesetzt werden. Vom Suchgerät werden Funksignale ausgesendet, die von den Halbleitern zurückgeworfen werden.

Update, 13. Oktober, 11 Uhr - Suche auf zwei Gipfeln und am Wasser erfolglos

Weiterhin fehlt von Valentin Wappler jede Spur. Auch die großangelegte Suchaktion am Montag, 13. Oktober, blieb ohne Erfolg. „Es gibt keine neuen Erkenntnisse, keine Spur. Wir haben leider keine Hinweise erhalten“, erklärte eine Sprecherin der Polizeiinspektion Berchtesgaden auf Anfrage von BGLand24.de.

Am Montag waren Einsatzkräfte der Bergwachten Ramsau und Berchtesgaden, der BRK-Wasserwacht und der Polizei unterwegs, um weiter nach dem im Watzmann-Gebiet vermissten 21-jährigen Trailrunner zu suchen. Die Polizeihubschrauberstaffel Bayern, das Team des Technikbusses der Bergwacht-Region Chiemgau und die Katastrophenschutz-Behörde im Landratsamt unterstützten die Suche mit einem Heli und Drohnen aus der Luft, konnten den Vermissten aber bisher nicht finden.

Die Besatzung von „Edelweiß 2“ setzte Einsatzkräfte an den Gipfeln des Kleinen Watzmanns (Watzmannfrau) und des 4. Kinds ab, wobei keine Einträge des Vermissten in den Gipfelbüchern gefunden wurden. Das Wandbuch in der Wiederroute ist aktuell wegen des vielen Neuschnees nicht erreichbar. Die Wasserwacht und die Bergwacht gingen zu Fuß den in vielen Abschnitten verfallenen Steig im Königssee-Ostufer zwischen Seelände, Wasserfall, Kessel und Salet ab und suchten zusätzlich das komplette Ostufer vom Boot aus ab. Nirgendwo war eine Spur von Valentin Wappler zu finden.

Update, 10.13 Uhr - Schneefall, hüfthoher Schnee und Nebel gestalten Sucheinsatz äußerst schwierig

Seit Freitag, 9. Oktober, wird der 21-jährige Trailrunner Valentin Wappler aus Untermeitingen im schwäbischen Landkreis Augsburg vermisst. Bekannt ist nur, dass er am Hammerstiel-Parkplatz sein Auto abgestellt hat und nicht über den Normalweg auf den Watzmann gehen wollte. Der junge Mann reiste am Freitag alleine von München aus an, um den Watzmann zu besteigen. Wie die polizeilichen Ermittlungen ergaben, dürfte er sich entweder im Bereich der Wiederroute (Kleine Ostwand) oder des kleinen Watzmanns (Watzmannfrau) befinden.

Der Gesuchte ist wahrscheinlich mit einer braunen Berghose, einer orangen Daunen-Regen-Jacke und entsprechenden Bergschuhen bekleidet. Nachdem gestern bereits mehrere Suchmannschaften der Bergwacht in Einsatz waren, wird heute versucht, bei einsprechenden Sichtverhältnissen auch mit dem Hubschrauber und einer Drohne im tief verschneiten Watzmann-Gebiet weiter zu suchen. Wer Hinweise auf den Aufenthalt des Vermissten geben kann, soll sich bitte über die Telefonnummer +49 (0) 8652/9467-0 an die Polizeiinspektion Berchtesgaden wenden.

Rund 30 Einsatzkräfte der Bergwachten Ramsau und Berchtesgaden, des Technikbusses der Bergwacht-Region Chiemgau und der BRK-Wasserwacht Berchtesgaden suchten auf Anforderung der Polizei den Sonntag über das Watzmann-Gebiet zu Fuß, mit einer Drohne und mit Ferngläsern ab, wobei Nebel, Schneefall und stellenweise hüfthoher Schnee die Suche erheblich erschwerten. Sie kontrollierten die Almen und Schutzhütten und mehrere Gipfel- und Wandbücher, fanden aber keine konkreten Hinweise auf den Vermissten.

Aufgrund von Nebel und Schneefall gestaltet sich die Suche am Watzmann äußerst schwierig.

Die BRK-Wasserwacht suchte den Rinnkendlsteig vom Wasser aus per Fernglas ab und brachte Einsatzkräfte per Boot nach Sankt Bartholomä, die über die Eiskapelle in Richtung Ostwand-Einstieg und über den Neiger nach Salet gingen. Weitere Trupps stiegen zum Mooslahnerkopf und weiter in Richtung Kleiner Watzmann auf, wobei sie wegen der widrigen Verhältnisse auf Höhe des Gendarms umkehren mussten. Im Watzmannkar und in Richtung der Watzmannkinder kamen die Trupps aufgrund des zum Teil hüfthohen Schnees nur sehr langsam voran.

Eine zusätzliche Mannschaft war am Watzmannhaus (Falzkopf) und in Richtung Hocheck unterwegs; weitere Einsatzkräfte im Wimbachgries, am Südspitz-Abstieg und im Gebiet zwischen Kühroint, Herrenroint, Schapbach, Grünstein-Abstieg und Mitterkaseralm, wobei sie aus der Luft vom Drohnen-Team des Technikbusses unterstützt wurden. Der Kriseninterventionsdienst (KID) der Bergwacht kümmerte sich während der Suche um die Eltern des Vermissten.

Pressemeldung BRK Berchtesgadener Land

Erstmeldung:

Der vermisste 21-jährige Trailrunner war allein von München aus angereist, um den Watzmann zu besteigen. Der junge Mann habe am Freitag um 13.30 Uhr noch seiner Mutter geschrieben, dass er nun aufbreche. Während der Fahrt soll er auch noch mit seinem Vater telefoniert haben und ihm erklärt haben, dass er den Watzmann nicht auf dem „Normalweg“ sondern „anders“ besteigen wolle, erklärte ein Polizeisprecher gegenüber dem berchtesgadener-anzeiger.de.

Schnee und Regen: Erschwerte Suche am Watzmann

Bereits am Sonntagmorgen kam es deshalb im Bereich des Watzmann zu einer Vermisstensuche, welche allerdings aufgrund des starken Regens im Tal und wegen des Schnees auf dem Berg nur mit eingeschränkten Mitteln möglich war. „Die Spuren sind zugeschneit und für den Hubschrauber ist es derzeit zu neblig“, hieß es am Sonntag von Seiten der Polizei.

Wie die polizeilichen Ermittlungen bislang ergaben, dürfte sich Herr Wappler entweder im Bereich der Wiederroute, oder des kleinen Watzmanns befinden.

Beschreibung des Vermissten

Der Gesuchte ist wahrscheinlich mit einer braunen Berghose, einer orangen Daunen/Regen Jacke und entsprechenden Bergschuhen bekleidet. Auch am Montag wird versucht, bei einsprechenden Sichtverhältnissen mit dem Hubschrauber und einer Drohne im tief verschneiten Watzmanngebiet weiter zu suchen.

Wer Hinweise auf den Aufenthalt des Herrn Wappler geben kann, möge sich bitte an die Polizeiinspektion Berchtesgaden unter Tel. Nr. 08652/9467-0 wenden.

mz/Polizeiinspektion Berchtesgaden

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