BLB im Qualitätsranking vorn

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München - Die Bayerische Eisenbahngesellschaft bewertet vierteljährlich die Qualität im bayerischen Schienenpersonennahverkehr: Auf Platz eins landet die Berchtesgadener Land Bahn.

Mit einem Ranking der bayerischen Bahnen will die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) künftig einmal im Quartal über die Qualität im bayerischen Schienenpersonennahverkehr (SPNV) informieren. Die Rangliste umfasst insgesamt 13 Wettbewerbsnetze in Bayern und beurteilt die Betreiber nach Qualitätskriterien wie Sauberkeit, Information und Serviceorientierung.

Neben einer erhöhten Transparenz will die BEG damit auch einen weiteren Anreiz für die Verkehrsunternehmen schaffen, die eigene Leistung weiter zu steigern. Die BEG plant, finanziert und kontrolliert im Auftrag des Bayerischen Verkehrsministeriums den SPNV im Freistaat. Der bayerische Regional- und S-Bahn-Verkehr wäre ohne öffentliche Finanzierung nicht wirtschaftlich. Daher übernimmt der Freistaat Bayern rund zwei Drittel der Kosten durchsogenannte Regionalisierungsmittel, die die Länder vom Bund für die Bestellung von Verkehrsleistungen erhalten.

Mit zahlreichen Instrumentenkontrolliert die BEG die Qualität der bayerischen Bahnen und die Einhaltung der mit den Verkehrsunternehmen geschlossenen Verträge. Bei Verstößen gegen die vertraglich festgelegten Leistungen mindert die Bayerische Eisenbahngesellschaft ihre Ausgleichszahlungen – das sogenannte Bestellerentgelt. „Mit der Veröffentlichung des Qualitätsrankings wollen wir neben dem finanziellen einen weiteren Anreiz für die Unternehmen schaffen, in SachenQualität besser zu werden. Denn die Bahnunternehmen sind für dieAusgestaltung der von uns vorgegebenen Mindeststandards selbst verantwortlich und es liegt in ihrer Hand, mit einer guten Leistung mehr Fahrgäste zu gewinnen“, so Fritz Czeschka, Geschäftsführer der BEG. Derzeit führt die Berchtesgadener Land Bahn das Qualitätsranking an, ihr folgen die Erfurter Bahn und agilis-Süd (Regensburg).

Aktuelles Schlusslicht ist der Donau-Isar-Express auf Platz 13. Was wird gemessen? Grundlage des Rankings, das die Bayerische Eisenbahngesellschaft nun erstmals veröffentlicht, ist das Qualitätsmesssystem, mit dem die BEG kontinuierlich die Qualität der Verkehrsleistungen in 13 bayerischen Wettbewerbsnetzen überprüft. Das System basiert auf drei verschiedenen Testverfahren: auf offenen Tests, bei denen die Prüfer als solche zu erkennen sind, auf verdeckten Tests, bei denen sich die Prüfer als Fahrgäste ausgeben,sowie auf Fahrgastbefragungen.

Zu den Kriterien, die dabei in die Beurteilungeinfließen, zählen die Sauberkeit der Fahrzeuge innen und außen, die Fahrgastinformation im Regel- und Störfall, die Funktionsfähigkeit der Ausstattung,die Serviceorientierung der Zugbegleiter und die Kundenorientierung bei Beschwerden. Die Ergebnisse der Messungen fließen in ein Anreizsystem ein, bei dem die Unternehmen je nach Leistung mit einem Bonus belohnt oder mit einem Malus – einem Abzug vom Bestellerentgelt –gemahnt werden.

Pro Netz finden 200 offene und 200 verdeckte Tests statt, außerdem werden 1000 Fahrgäste befragt. Bei größeren Netzen verteilen sich die Tests und Befragungen über ein Jahr, bei kleineren Netzen über zwei Jahre. Die Pünktlichkeit ist nicht Bestandteil des Messsystems. Diese wird mit einem eigenen System erfasst. Gegensteuern bei negativen Testergebnissen Bei elf der 13 im Ranking aufgeführten Wettbewerbsnetze ist die Kontrolle durch das Qualitätsmesssystem ein verbindlicher Bestandteil des Vertrages zwischen Verkehrsunternehmen und der BEG. Einzig die Erfurter Bahn (EB) und die Bayerische Oberlandbahn (BOB) nehmen freiwillig teil, da ihre Verträge noch vor 2008 geschlossen wurden, als das System noch kein Vertragsbestandteil war. Die BOB ist dabei aber nicht in das Bonus-Malus-System eingebunden. Die Unternehmen können die Ergebnisse der bei ihnen durchgeführten Tests in der Qualitätsdatenbank ständig abrufen und so im Falle negativer Ergebnisse umgehend gegensteuern.

Pressemitteilung Bayerische Eisenbahngesellschaft mbH (BEG)

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