Die Psyche des Leistungssportlers

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Josef Schild bei seinem Vortrag.

Berchtesgaden - Größtes Interesse fand das „Internationale Symposium – Schulen für Leistungssport im internationalen Vergleich“ mit dem aktuellen Thema „Die Psyche des Leistungssportlers“.

170 Fachbesucher und Sportler kamen aus der Schweiz, Österreich, Italien und Deutschland zu dem Symposium, das zum siebten Mal gemeinsam von den CJD Christophorusschulen Berchtesgaden und dem Salzburger Schul- Sport- Modell- SSM in Berchtesgaden ausgerichtet wurde.

Bei den Vorträgen der hochkarätigen Referenten wurde deutlich, wie wichtig die psychologische Betreuung und das mentale Training für Leistungssportler ist. „Eine gute sportpsychologische Betreuung ist nicht nur zur Prävention von psychosomatischen und psychischen Beschwerden durch Überlastung wichtig, auch der Erfolg eines Leistungssportlers ist ganz wesentlich eine Kopfsache“, erklärt Stefan Kantsperger, Leiter der Eliteschule des Sports in Berchtesgaden.

Sportwissenschaftler Thomas Wörz (SSM), Professor Dr. Günter Amesberger (Universität Salzburg), Dr. Monika Niederstätter (Sporthochschule Mals), Professor Dr. Jürgen Beckmann (TU München) und Dr. Josef Lecheler (CJD Berchtesgaden). (v.li.n.re.)

Als einen großen Fehler sehen Experten wie der Sportwissenschaftler Thomas Wörz vom SSM Salzburg, dass die Entwicklung von Sportlern vor allem ergebnisorientiert gesehen wird. „Erfolgreicher ist der Sportler der prozessorientiert an seinen Sport herangeht, der einfach Spaß daran hat und nicht ständig daran denkt, ob er den Wettkampf gewinnt“, so Thomas Wörz. Der ständige Druck, Medaillenränge zu erreichen, kann Sportler derart auslaugen, dass sie ihren Sport an den Nagel hängen.

Josef Schild, Vater des österreichischen Ski-Alpin-Stars Marlies Schild zieht die Konsequenz daraus: „In unserer Leitungsgesellschaft verfällt man den Fehler, immer nur nach der Leistung zu bemessen. Daraus entsteht eine Gier nach Siegen. Dabei sollte das Tun im Vordergrund stehen, der Spaß und die Begeisterung. Dann kreiert der Sportler seinen Schwung selbst. Nur auf Leistung zu trainieren führt in die Sackgasse und zum Drop-Out“. Für den Skitrainer steht fest: „An der Basis einer Sportkarriere zwischen dem 7. und dem 17. Lebensjahr muss die Ausbildung prozessorientiert sein. Der Verband der das schafft, wird künftig die Erfolge einfahren“.

Pressemitteilung CJD Berchtesgaden

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