„Porsche-Fahren muss man sich leisten können“

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Das Wessel‘sche Schmuckstück: Porsche 356, Typ B, Baujahr 1959.

Berchtesgaden - Mit seinem Porsche 356 von 1959 hat Horst-Dietrich Wessel beim Deutschland-Treffen in Berchtesgaden einen seltenen Hingucker am Start.

Das Polo-Hemd von Horst-Dietrich Wessel ist so weiß wie sein Gefährt. Das Gefährt ist eine Rarität, blitzeblank poliert, ein Porsche. Ein 356er, Typ B, 75 PS, Baujahr 1959. Ein Hingucker bei den Besuchern. Wessel ist Teilnehmer des Deutschland-Treffens von Porsche, dieses Jahr fand es in Berchtesgaden statt. Auch wenn viele Unikate vor Ort sind, darunter seltene Stücke, Kostbarkeiten auf vier Rädern – Wessels Porsche sticht aus der Masse trotzdem hervor. Die Leute bleiben stehen, zücken ihre Kameras, stellen ihm Fragen. Und Wessel gibt Antworten.

Ist ein Porsche ein teures Hobby?

Horst-Dietrich Wessel: Ja, in einen Porsche kann man schon sehr viel Geld reinstecken. Ich kenne Porsche-Fahrer, die haben sich ein Model gekauft und erst dann festgestellt, dass einiges im Argen liegt. Schließlich waren weitere 40.000 Euro investiert. Porsche-Fahren muss man sich leisten können. Das soll nicht arrogant klingen. Es entspricht aber einfach der Tatsache.

Welche Porsche-Modelle fahren Sie?

Zum einen fahre ich den 356er Typ B. Den fahre ich immer bei Oldtimer-Treffen und Rallyes. Was mir sehr gut gefallen hat, waren die Rossfeld-Überquerungen. Da bin ich bereits sechsmal dabei gewesen. Dass die Rossfeld-Historic dieses Jahr nicht stattfindet, bedauere ich. Ansonsten bin ich mit dem 356 schon beim Alpenpokal und beim Porsche Club Cup sowie einigen weiteren Veranstaltungen mitgefahren. Mit dem Porsche bin ich im Übrigen von Schaffhausen in der Schweiz nach Berchtesgaden gekommen. Nichts mit Fahrzeugtransport. Etwa 5000 Kilometer fahre ich mit dem 356er pro Jahr. Ansonsten habe ich auch noch einen GT 3, 415 PS. Mit dem bewege ich mich allerdings nur auf der Rennstrecke. Für die Straße habe ich einen 993 Turbo. Allerdings fahre ich nicht gerne auf der Autobahn.

Porsche-Fahrer sind bekannt dafür, auf der Autobahn zu drängeln und die Lichthupe in Anspruch zu nehmen…

Da werde ich mich hüten. Wenn ich auf der Autobahn unterwegs bin, fahre ich zwar zügig, aber ich halte mich an die Regeln. Vom Auffahren halte ich nichts. Meist machen die Fahrer vor mir den Weg dann von selbst frei (lacht). Sie können sich ja vorstellen, dass ich bei der Reise nach Berchtesgaden in die Rolle des zu Überholenden geschlüpft bin. Mit 75 PS richtet man auf den Straßen nicht viel aus.

Das Porsche-Deutschland-Treffen in Berchtesgaden:

Porsche-Treffen in Berchtesgaden

Ein Porsche wie der 356er braucht viel Pflege.

Vor allem sollte man sich bei seinem Fahrzeug auskennen. Natürlich gibt es Profis, die einem alles machen. Das lassen sich die Firmen aber einiges kosten. Porsche ist und bleibt eine Premium-Marke. Solange die Leute aber bereit sind, für das Fahrzeug mit all seinen Folgekosten zu zahlen, gibt es keinen Grund, warum die Preise fallen sollten. Ich für meinen Teil stelle meinen 356 in eine temperierte Garage. Das ist von Vorteil. Anscheinend machen das viele andere Porsche-Fahrer ähnlich. Anders ist es nicht zu erklären, dass 80 Prozent der ehemals von Porsche gebauten Autos, also Oldtimer, noch im Einsatz sind.

Sind Porsche-Fahrer Selbstdarsteller?

Nein, so würde ich das nicht sagen. Ich für meinen Teil bin es nicht. Ich fahre gerne Porsche. Aber vor allem die älteren Modelle. Denn ich nehme gerne an Oldtimer-Rallyes teil. Natürlich kann man mit einem PS-starken Modell Eindruck schinden. Mir persönlich geht es aber um die inneren Werte des Fahrzeugs, um dessen Fahrverhalten, die Straßenlage. Da achte ich weniger drauf, was sich die Menschen denken, die mir dabei zusehen.

kp

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