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Pflegeausbildung muss gebührenfrei bleiben

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Hintergrundgespräch zur Zukunft der Altenpflegeausbildung (von links nach rechts): Hans Metzenleitner, Rolf Hopmann und Roman Niederberger.

Bischofswiesen - „Fünf bis maximal zehn Jahre wird es noch dauern, bis der Mangel an Fachkräften in der Pflege akut wird. Die Politik muss jetzt entschlossen handeln, wenn sie die Pflege für die Zukunft sichern will.“

Dieses gemeinsame Fazit zogen der Geschäftsbereichsleiter des Seniorenwohn- und Pflegezentrums INSULA Rolf Hopmann und seine Besucher von der SPD.

Der Sprecher der Kreistagsfraktion Hans Metzenleitner und der SPD-Kreisvorsitzende Roman Niederberger hatten sich mit Rolf Hopmann zu einem Hintergrundgespräch über die Zukunft der Ausbildung in der Pflege getroffen. Anlass waren unter anderem die Erfahrungen, die von den heimischen Sozialdemokraten bei ihrer Aktionswoche Pflege und Gesundheit gemacht worden sind. Dabei hatten SPD-Kommunalpolitiker und Vorstandsmitglieder Pflegeeinrichtungen im Landkreis besucht und dort selbst mitgearbeitet.

„Überall ist deutlich geworden: es wird immer schwieriger, Menschen für die Pflegeberufe zu gewinnen“, fasste Roman Niederberger seine Eindrücke zusammen. Bei einem ambulanten Pflegedienst, den er in der Aktionswoche besucht hat, liegt der Altersdurchschnitt der Beschäftigten zwischenzeitlich bei über 50 Jahren, so der SPD-Kreisvorsitzende. „Umso wichtiger wäre eine ordentlich finanzierte und für die Schüler gebührenfreie Ausbildung im Altenpflegebereich“, erklärte Rolf Hopmann. Die Bayerische Staatsregierung schlägt aber derzeit einen genau entgegengesetzten Weg ein, kritisierte Hans Metzenleitner.

„Mit der zudem noch schlecht vorbereiteten Einführung eines Schulgelds für Altenpflegeschüler sorgt man für Unsicherheit und zusätzliche Belastungen bei allen Beteiligten: Schulen wie der INSULA, Einrichtungen und natürlich bei den Schülern selbst“, stellte er dar. Überstürzt, unausgegoren und ungerecht: diese Vorgehensweise erinnere ihn stark an gescheiterte Versuche im Bildungsbereich, ein Schulgeld einzuführen. Zu Recht habe sich die SPD-Landtagsfraktion mit allen parlamentarischen Mitteln gegen eine kostenpflichtige Ausbildung in der Altenpflege gewehrt.

Völlig unverständlich sei eine solche Maßnahme auch vor der demographischen Herausforderung. Sowohl der Demographiebericht wie auch das im Vorjahr vom Kreistag verabschiedete Seniorenpolitische Gesamtkonzept liefere klare Belege für den rasanten Anstieg der über 80- und 90-Jährigen. „Wer soll diese Menschen einmal pflegen, wenn kein Pflegenachwuchs da ist?“ fragte sich Metzenleitner.

Hinzu komme noch, dass auch die Förderung der Agentur für Arbeit für die Ausbildung als Altenpfleger zurückgefahren wurde, stellte Roman Niederberger dar. „Es sind Zweifel erlaubt, ob das wirklich mit einer ausgeglichenen Situation auf dem Arbeitsmarkt oder doch eher mit Sparmaßnahmen in diesem wichtigen Bereich zu tun hat“, meinte der SPD-Kreisvorsitzende aus Piding. Durch die Aussetzung des Zivildienstes würde außerdem ein weiterer Weg, um junge Männer für diesen Beruf zu gewinnen, entfallen.

Als zukunftsweisend stellte Rolf Hopmann den neuen Weg dar, denn die Altenpflegeschule INSULA ab diesem Schuljahr gemeinsam mit dem Klinikum Rosenheim beschreitet: eine kombinierte Ausbildung für Alten- und Krankenpflege. „Es gibt schon jetzt viele Berührungspunkte in diesen Ausbildungszweigen. Eine kombinierte Ausbildung gibt uns die Möglichkeit, flexibler auf den demographischen Wandel und die Erfordernisse des Gesundheitswesens zu reagieren“, so der Geschäftsbereichsleiter der INSULA.

Letztendlich sei das Thema Nachwuchs in der Pflege aber nicht nur eine Frage der Ausbildung, sondern auch der Attraktivität der Pflegeberufe, waren sich die Sozialdemokraten mit Rolf Hopmann einig. „Anständige Bezahlung, bessere Anerkennung, Abbau von überbordender Bürokratie und aktive Maßnahmen zur Gesundheitsvorsorge – das alles gehört dazu, wenn man auf Dauer gutes Fachpersonal für die Pflege gewinnen möchte“, fassten Roman Niederberger und Hans Metzenleitner zum Schluss des Gesprächs die Forderungen der SPD zusammen.

Pressemitteilung SPD BGL

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