Peter Küpper: "Ich würde lieber hier bleiben"

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Der neue Kommandeur: Peter Küpper.

Bischofswiesen - Im Gespräch mit Peter Küpper, dem neuen Kommandeur der Gebirgsjäger, über Afghanistan, unbesetzte Bundeswehr-Stellen und die Familie.

Kommandeur des Gebirgsjägerbataillon 232: Sein Werdegang ist ein militärischer. Bislang ging es in der Karriereleiter immer nur nach oben - und auch in der Jägerkaserne in Bischofswiesen wird sich Oberstleutnant Peter Küpper, der dort für maximal drei Jahre Kommandeur des Gebirgsjägerbataillons 232 ist, seinen Weg finden. 2013 wird er zusammen mit den Gebirgsjägern ein halbes Jahr im Auslandseinsatz in Afghanistan sein. „Ich würde lieber hier in Deutschland bleiben“, sagt er und fügt hinzu: „Das ist aber unser Auftrag. Und den werden wir erfüllen.“ Die Vorbereitungsmaßnahmen für den Einsatz werden viel Zeit in Anspruch nehmen.

Bilder vom Gebirgsjägerbataillon 232

Peter Küpper ist diplomierter Staatswissenschaftler. Er ist verheiratet und Vater von drei Kindern. Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen – „das ist eine große Herausforderung, an der so manche Ehe scheiterte“, sagt er. Küpper ist die meiste Zeit während der Woche in der Kaserne in Bischofswiesen. Sein Zuhause aber ist in Murnau. Dort lebt er mit Ehefrau und Kindern in einem Haus. Der Spagat zwischen Karriere und Familie sei machbar. Aber es ist nicht immer einfach, dabei erfolgreich zu sein. Denn eine Seite leidet darunter, müsse in jedem Fall Kompromisse eingehen. „Mir war es wichtig, dass meine Familie an einem Ort bleibt und nicht alle Jahre wieder wegziehen muss.“ Oberstleutnant Küpper weiß, dass ihm noch so manche berufliche Veränderung bevorsteht, obwohl er erst seit Ende vergangenen Jahres in Bischofswiesen die Geschicke des Gebirgsjägerbataillons leitet. In der Generalstabslaufbahn sei das nun mal so. Wichtig sei ihm aber, dass er am Wochenende zu Frau und Kindern könne.

In Bischofswiesen, also jenem Standort, der von der Bundeswehrreform relativ verschont blieb, gefällt es Küpper sehr gut. Besonders freut es ihn, dass die Bundeswehr in der Bevölkerung gut auf- und angenommen werde. „Das ist nicht überall so“, weiß er. Die Unterstützung sei aber nicht nur darin begründet, weil die Kaserne, die auf 1400 Soldaten ausgelegt ist, ein bedeutender Wirtschaftsfaktor in der Region ist. „Nein“, sagt Küpper, „die Offenheit untereinander macht die Verbundenheit aus.“ Bis 2014 wird am Standort gebaut werden. 50 Millionen Euro wurden investiert. „Viele Jahre ist hier nichts geschehen, und das muss jetzt selbstverständlich nachgeholt werden“, so das Ziel. Im gleichen Jahr soll auch das Fernmeldebataillon aufgelöst werden. Eine Entscheidung, die einherging mit der kürzlich vorgestellten Bundeswehrreform. Ansonsten sieht Küpper auf den Bundeswehrstandort in Bischofswiesen insgesamt positive Zeiten zukommen. Veränderungen für die nächsten Jahre erwartet er keine. Was aber insgesamt besser werden könne: die Versorgung mit Soldaten. Denn Küpper macht keinen Hehl daraus, dass es an Nachschub fehlt. „Früher wurden die Kompanien durch die Wehrpflicht aufgefüllt“, sagt er. Nachdem diese nun weggefallen ist, gibt es zwar noch Interessenten an offenen Stellen. „Das Problem, das wir haben, ist, dass nur eine bestimmte Anzahl an Stellen finanziell hinterlegt ist“, so Küpper. So könne es also sein, dass ein Anwärter, der sich als Soldat verpflichten lassen möchte, abgewiesen werden müsse. Obwohl der Bedarf grundsätzlich da wäre. „Ich habe Stellen, die nicht besetzt sind.“ Wie sich die Zukunft gestaltet, werde sich zeigen.

Hingegen: Eine klare Vorstellung vom anstehenden Einsatz in Afghanistan hat der Kommandeur des Gebirgsjägerbataillons 232 bereits: Es geht in den Auslandseinsatz, ein halbes Jahr lang. „Unsere Ausrüstung und unser Wissen ist sehr gut“, sagt er. Gemeinsam wird er, nach jetzigem Stand, mit 250 Soldaten nach Afghanistan reisen. Eine Zeit, die nicht nur für die Soldaten selbst schwierig wird, sondern vor allem für die Angehörigen, Freunde und Familien. „Die Angst bei den Ehefrauen, die zuhause sind, ist meist größer, als die der Soldaten“, sagt er. Denn prinzipiell könne man davon ausgehen, dass man wieder gesund nach Hause komme. Sein positives Denken hat Küpper scheinbar nicht verloren. Ob er etwas anders machen möchte als sein Vorgänger Nikolaus Carstens? Das werde sich zeigen. Zunächst müsse man sich am Standort zurechtfinden. Das Problem sei aber oft, dass Änderungen zwar herbeigeführt werden können, zu Ende geführt werden können sie aber meist nicht. „Denn dann sind die Jahre vor Ort wieder vorbei und ich arbeite erneut woanders.“ Und abseits des vom Militär geprägten Alltags? „Da genieße ich die Berge“, sagt Küpper, der selbst begeisterter Sportler und viel mit seinen Tourenskiern in der Natur unterwegs ist. Oft bleibt ihm die Zeit dann nur am Wochenende. Da, wo eigentlich die Familie an vorderster Front steht. Aber auch dafür wurde eine Lösung geschaffen: „Meine Wohnung hier ist groß genug.“ Ausreichend Platz für Ehefrau und Kinder also.

kp

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