on3-Südwild sendet aus Berchtesgaden

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Live auf Sendung: Die on3-Südwild-Moderatoren Marcel Wagner (l.) und Andi Poll im Gespräch mit den Berchtesgadener Schnitzschülern.

Berchtesgaden - Der on3-Südwild-Sendebus macht bis Ende der Woche Halt in Berchtesgaden. Von 16.30 Uhr bis 17.30 Uhr überträgt das Bayerische Fernsehen eine Stunde live. 

Wie ausgestorben wirkt der Markt. Ein paar Spaziergänger schlendern durch die Fußgängerzone, bleiben vor einem Schaufenster stehen, unterhalten sich. Dennoch ist an diesem Tag etwas anders als es für gewöhnlich ist. Am Weihnachtsschützenplatz herrscht geschäftiges Treiben, noch eine halbe Stunde, „dann senden wir live“, hallt es aus den Lautsprechern des on3-Südwild-Sendebusses, das junge Fernsehen des Bayerischen Rundfunks, von dem aus noch bis einschließlich Freitag jeden Tag eine Stunde live gesendet wird. Andi Poll und Marcel Wagner, die beiden Moderatoren, haben sich für die heutige Live- Sendung viel vorgenommen. Bis es losgeht, ist noch einiges zu tun.

Die Kameramänner des on3-Teams fangen alle Momente der einstündigen Live-Sendung ein.

Der Aufwand ist enorm: ein riesiger Sendebus parkt mitten im Markt Berchtesgaden, viel Technik steckt hinter dem unscheinbaren Äußeren. Eine große Bühne, die im Vorfeld aufgebaut wurde, ziert den Weihnachtsschützenplatz, der aus allen Nähten zu platzen droht. Scheinwerfer über Scheinwerfer leuchten den Zuschauerbereich aus, den Bühnenbereich, von welchem aus gesendet wird, Interviews mit den Gästen stattfinden. Es ist bitterkalt, aber es gilt durchzuhalten, nicht mehr lange, dann ist man live auf Sendung, auf BR Alpha, später, in der Nacht wird das Programm nochmals auf dem Bayerischen Rundfunk ausgestrahlt. Der on3-Sendebus ist in ganz Bayern unterwegs, an über 120 Stationen hat man bereits Halt gemacht, diese Woche ist Berchtesgaden dran. Vier Sendungen, jeweils eine Stunde lang, Menschen aus der Region sprechen zu Themen wie den Olympischen Spielen, Bands aus der Umgebung runden das Programm in akustischer Hinsicht ab.

Schneemänner des Bayerischen Fernsehens zierten den Weihnachtsschützenplatz in Berchtesgaden – solange bis Moderator Marcel Wagner diese kameratauglich dem Boden gleich machte.

Andi Poll und Marcel Wagner, die Moderatoren, sind auf Zack, hier ein kurzer Plausch mit Chris, von Berufs wegen Koch im Hotel Edelweiß, der am heutigen Tag seinen großen Auftritt hat, auf der Couch in der Live-Sendung sitzen wird. on3-Südwild hat den Wahl- Berchtesgadener an Silvester begleitet. In der Küche des Vier-Sterne-Hotels, bei der Umsetzung eines 6-Gänge-Menüs, 200 Euro pro Person teuer. Chris wird darüber sprechen, über seine Leidenschaft am Herd, über Fertigpizza an freien Tagen, über fliegende Töpfe während seiner Ausbildungszeit vor sieben Jahren. Im Vorfeld hat das Filmteam einen Beitrag gedreht, zeigt diesen während der Sendung. Auch Kerstin ist heute bei Andi und Marcel am Sendebus. Kerstin hat ein Gewichtsproblem, ist seit über einem halben Jahr in der Insula – knapp 30 Kilogramm hat sie zwischenzeitlich verloren, in vier Wochen heißt es Abschied zu nehmen. Dass die Bedenken groß sind, erzählt sie Marcel ohne Scheu. Ein Tagesprogramm müsse sie sich in naher Zukunft erstellen, eines, das sie einhalten wird, nach dessen Plan sie isst. Um die Gefahr zu minimieren, erneut in die Fresssucht zu verfallen, noch fehle ihr das Körpergefühl. Ehrliche Worte vor laufender Kamera. „Ich möchte es weiterhin purzeln sehen“, sagt die 22-Jährige.

Die Salzburger Band „The Pond Pirates“ ließen es mit einer Mischung aus Jazz, Rock und Reggae ordentlich krachen.

Auch wenn es die Massen an einem Tag wie diesem eher im warmen Zuhause hält, haben sich währenddessen ein paar Schaulustige rund um den Sendebus samt angrenzender Bühne versammelt, schauen bei der Übertragung zu, lassen sich von Wärmelampen die kalten Finger erwärmen. Drei mobile Kameramänner eilen nach Plan über den Weihnachtsschützenplatz, halten alle sich zutragenden Momente mit der Kamera fest, ein Bildschirm zeigt das aktuelle, auf BR Alpha übertragene Fernsehbild. Eine einstündige Live-Sendung ist eine Seltenheit, wenn dann aber vier Sendungen an vier aufeinanderfolgenden Tagen ausgestrahlt werden, „ist das schon etwas Besonderes“, sagt ein 12-jähriger Junge, der es sich auf der roten Zuschauerbank gemütlich gemacht hat und die Beiträge weiter vorne verfolgt. Am Randbereich werkt zwischenzeitlich ein Schnitzschüler-Duo, das sich an einem Schneeklotz versucht, der Tage zuvor auf dem Weihnachtsschützenplatz aufgestellt und nun zur Bearbeitung freigegeben wurde. Ein Minimodell steht neben dem riesigen Eisgebilde, „hier soll bis Ende der Woche ein Skeleton-Fahrer entstehen“, sagt die sich im ersten Lehrjahr befindende Schnitzschülerin. Noch wenige Minuten, dann ist die Sendung für vorüber, am Freitag wird der on3-Südwild-Bus noch immer vor Ort zu finden sein, weitere spannende Themen warten. Wer gerne bei der Live-Sendung dabei sein will, kann bis kommenden Freitag täglich von 16.30 Uhr bis 17.30 Uhr zum Weihnachtsschützenplatz kommen.

Kilian Pfeiffer

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