Olympiabewerbung von Anfang an ohne Chance

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Berchtesgadener Land - Gab es nie eine Chance für die Olympiabewerbung? Dr. Bernhard Zimmer, Kreisvorsitzender der Grünen im Berchtesgadener Land, erklärt weshalb:

Die Grünen im Berchtesgadener Land sehen sich durch die Niederlage der Bewerbung Münchens für die Ausrichtung der Olympischen Winterspiele 2018 in ihrer Haltung bestätigt. Wie Kreisvorsitzender Dr. Bernhard Zimmer auf einer Vorstandssitzung ausführte, hätten die Kreis-Grünen die Chancen für einen Erfolg der Münchner Bewerbung von Anfang an als sehr niedrig eingeschätzt.

Wer sich auch nur ein wenig mit den Gepflogenheiten bei der Vergabe von sportlichen Grossereignissen auskenne, so Zimmer weiter, dem habe klar sein müssen, dass solche Ereignisse nicht ausschliesslich nach sportlichen Kriterien vergeben würden. Gerade der Zuschlag für die Ausrichtung der Olympischen Winterspiele 2014 an Sotschi oder zuletzt das Votum für die Ausrichtung der Fussball WM 2022 in Katar hätten gezeigt, dass längst wirtschaftliche und sportpolitische Kriterien bei der Vergabe solcher Sport-Grosasveranstaltungen die entscheidende Rolle spielten. Vor diesem Hintergrund verstehe er die Fassungslosigkeit nicht, mit der einige Personen aus dem Umfeld der Münchner Bewerbung für 2018 nun das Votum des IOC für Pyeonchang kommentierten.

Zimmer monierte weiter, dass einzelne Personen aus dem Bewerbungsumfeld, die zuletzt von einem Momentum für München gesprochen, oder gar geäussert hätten, sie gingen von einem Zuschlag für München aus, falsche Erwartungen in der Bevölkerung geschürt hätten. Wer solche falschen Erwartungen schüre, erzeuge unnötig Enttäuschungen und Frustration. Zimmer regte weiter an, darüber nachzudenken, ob nicht ein anderer Träger für die Durchführung olympischer Spiele gefunden werden könne. Er denke dabei vor allem an die Vereinten Nationen. Das IOC als privater Verein habe sich in den letzten Jahren viel zu sehr von seinem eigenen Gründungszielen entfernt und die olympische Idee diskreditiert.

Zimmers Vorstandskollege Michael Drummer aus Berchtesgaden mahnte eine größere Portion Realismus an, sollte man sich für Olympische Winterspiele im Jahr 2022 bewerben. Drummer betonte, dass Bündnis 90/Die Grünen im Berchtesgadener Land eine solche erneute Bewerbung nicht automatisch ablehnten. Es komme vielmehr auf die Rahmenbedingungen an. Die Grünen hätten ja auch zuvor ihr Plazet für eine Einbeziehung der Bobbahn am Königssee für die diversen Salzburger Olympiabewerbungen gegeben. Allerdings waren bei diesen Bewerbungen keine Kosten für den Landkreis angefallen. Drummer forderte, dass das IOC bei der Vertragsgestaltung mit den Durchführungsorten Olympischer Spiele endlich von seinem hohen Ross runter kommen und Verträge auf Augenhöhe anbieten müsse. Es könne nicht sein, dass das IOC hunderte von Millionen Euro auf seinen Konten horte und gleichzeitig das finanzielle Risiko bei der Durchführung der Spiele allein beim Veranstaltungsort liege. Solche sittenwidrigen Knebelverträgn müssten der Vergangenheit angehören. Ausserdem müsse das Sportstättenkonzept in sich schlüssig sein. Auch hierbei habe es bei der aktuellen Bewerbung gehapert.

Pressemitteilung Die Grünen Berchtesgadener Land

Rubriklistenbild: © dpa

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