Olympia "eine nationale Angelegenheit"

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Landrat Georg Grabner hatte eingeladen. Das Motto des Abends: „Gemeinsam für die Olympischen und Paralympischen Winterspiele 2018“.

Schönau am Königssee - VIP-Zelt, Kunsteisbahn Königssee. Landrat Georg Grabner lud zu einem Informationsabend unter dem Motto „Gemeinsam für die Olympischen und Paralympischen Winterspiele 2018“.

Erschienen sind vornehmlich Gewerbetreibende, Vertreter der Marktgemeinschaft Berchtesgaden, des Gewerbevereins Bad Reichenhall, des Wirtschaftsforums Freilassing, des Wirtschaftskreises Teisendorf sowie der Wirtschaftsjunioren Rupertiwinkl, um Stefan Bruckner, Marketingdirektor der Bewerbungsgesellschaft München 2018, bei seinen Ausführungen beizuwohnen. Mit dabei auch die ehemalige Rennrodlerin und Bobpilotin Susi Erdmann sowie Olympiasieger im Doppelsitzer, Alexander Resch.

„Die Olympischen Winterspiele wären eine riesige Chance für das gesamte Berchtesgadener Land“, sagte Landrat Georg Grabner zu Beginn des ganz unter dem Olympia-Gedanken stehenden Abends. Bislang brenne nur eine kleine Flamme, „die wir gemeinsam zu einem olympischen Feuer entfachen können“, sagte Grabner, der den Appell an die Anwesenden richtet, „Leidenschaft für dieses einmalige Sportfest zu zeigen“. Geschlossen hinter einer Vision zu stehen, einen begeisterten Gastgeber geben, der die gesamte Welt bei sich willkommen heißt – so lautet der Wunsch des Olympia-Verfechters. Am 6. Juli sei es soweit, die Entscheidung falle, ob München gemeinsam mit Garmisch-Partenkirchen und dem Berchtesgadener Land den Zuschlag für die Ausrichtung der Winterspiele im Jahr 2018 erhält.

„Die Bewerbung geht in die heiße Phase, in der internationale Präsentationen der Bewerbungsgesellschaft München 2018 vor IOC-Gremien und Abordnungen nationaler olympischer Komitees eine gewichtige Rolle bei der Entscheidung im kommenden Juli spielen.“ Nach einer aktuellen Erhebung des ZDF-Politbarometers wünscht sich eine Mehrheit von 75 Prozent der Bevölkerung die Spiele im eigenen Land, so Grabner.

Stefan Bruckner, Marketingdirektor der Bewerbungsgesellschaft München 2018.

Und auch Stefan Bruckner, Marketingdirektor der Bewerbungsgesellschaft München 2018, gibt sich zukunftsgerichtet, optimistisch, ganz drauf aus, alles dafür zu tun, die „nationale Angelegenheit“ nach bestem Wissen und Gewissen voranzutreiben. Ein Ereignis, das nur mit vereinten Kräften zu stemmen sei. „Wir befinden uns derzeit in der Candidate-City-Phase, sagt Bruckner, wissend, dass die Konkurrenz bei den Olympischen Winterspielen deutlich kleiner ist als bei Sommerspielen. „Deutschland ist die Wintersport-Nation Nummer eins“, daher versuche man alles Mögliche, um die derzeit laufende Begeisterungskampagne im Land voranzutreiben.

Bereits Ende Februar komme eine Evaluierungskommission nach München, Garmisch-Partenkirchen und in das Berchtesgadener Land, „14 wichtige Leute, die sich einen persönlichen Eindruck von den etwaigen Austragungsstätten machen werden“. Dieser Besuch sei ausschlaggebend für den Zuschlag, der am 6. Juli im südafrikanischen Durban fällt. Um die Zustimmung im Land voranzutreiben, habe man sich für eine breit angelegte Image-Kampagne entschieden, alleine 30 Kurzfilme à drei Minuten wurden geschaffen, sollen Begeisterung für das sportliche Großereignis wecken. Eine umfassende Kampagne in Printmedien sei momentan am Laufen, Fernsehspots liefen auf einer Auswahl von Fernsehkanälen rauf und runter, sagte Bruckner, der mit einem über 30-köpfigen Team die Bewerbungsgesellschaft verkörpert, presse- und marketingtechnisch all das in die Wege leitet, um schließlich erfolgreich zu sein.

Der Heißluftballon, das sogenannte „Key-Visual“, also ein Bildmotiv, um den Wiedererkennungswert merklich zu erhöhen, ist auf Fahnen und Plakaten, in Zeitungsanzeigen und Image-Filmen zu sehen. Das wolle man auch so fortführen. 35 Partner und nationale Förderer unterstützen die Bewerbung, „all das wird rein privatwirtschaftlich finanziert“, sagt Bruckner. Große Kooperationen, etwa mit 91.000 Turn- und Sportvereinen mit insgesamt 27,5 Millionen Mitgliedern zeigten, dass hinter dem Anliegen eine breite Masse stehe.

Gut besucht war die Informationsveranstaltung zum Thema Olympische und Paralympische Spiele im VIP-Zelt an der Kunsteisbahn Königssee.

„Wir wollen freundliche Spiele veranstalten“, sagte der Marketingdirektor, der keinen Grund weiß, warum in Garmisch-Partenkirchen noch nicht alles so reibungslos läuft, wie es von Seiten der Bewerbungsgesellschaft wünschenswert wäre. Das Basis-Werbemedium sei das Fernsehen, gefolgt von Print-Anzeigen, verschiedenste Banner, Fahnen, „Blau, Berge, Ballon“, eine Tonalität. 125 Sport-Botschafter habe man verpflichten können, darunter Susi Erdmann und Alexander Resch, die auch an diesem Abend anwesend waren, über Olympia sprachen.

Bruckner rief zu einem Mitwirken der Gewerbetreibenden auf, die sich mit Werbemitteln aller Art ausstatten sollen, vor allem aber Fahnen und Banner, bis 480 Euro teuer. „Die Hälfte der Kosten würden wir übernehmen“, sagte Bruckner. Auf wenig Gegenliebe stieß dieser Vorschlag bei Mike Rupin vom Gewerbeverein Bad Reichenhall und Umgebung. Warum denn so viel Geld ausgeben, obwohl die Evaluierungskommission nur ein paar Stunden im Februar im Berchtesgadener Land verweilt und noch nicht mal bekannt sei, wo sie Halt machen werde? „Es geht um die allgemeine Stimmung, das Anspornen der Bevölkerung, ja zu sagen zu den Winterspielen 2018“, entgegnete Marketingdirektor Bruckner.

Das Predigtstuhl-Duo unterhielt in musikalischer Hinsicht.

Berni Zauner, 1. Vorsitzender der Marktgemeinschaft Berchtesgaden, sei überzeugt von der Olympiabewerbung, zu wenig gesagt wurde seines Erachtens nach aber über die eigentlichen Kosten. Auch dazu hatte Bruckner einen ruhigstimmenden Satz auf Lager: „Wir wären das erste sportliche Ereignis in dieser Größe, das völlig ohne Staatsgeld auskommt“, sagte er.

kp

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