Öffis am Land stärken

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Rote Radler gut gelaunt trotz schlechtem Wetter (v.l.n.r.): Markus Rinderspacher, Bartl Mittner, Roman Niederberger, Thomas Jander, Hans Metzenleitner, Elli Reischl (SPD-Kreiskassiererin) und Paul Grafwallner (Bund Naturschutz).

Bischofswiesen - „Sehr trist auch bei Sonnenschein und für Gäste, die mit dem Zug nach Bischofswiesen kommen, eher abschreckend als einladend.“ Die Rede ist vom Bischofswieser Bahnhof.

Auch von strömendem Regen ließ sich der Vorsitzende der SPD-Fraktion im Bayerischen Landtag Markus Rinderspacher nicht abhalten, gemeinsam mit den „Roten Radlern“ und heimischen SPD-Kommunalpolitikern bei seiner Tour durch den Landkreis dem Bahnhof in Bischofswiesen einen Besuch abzustatten. „Sehr trist auch bei Sonnenschein und für Gäste, die mit dem Zug nach Bischofswiesen kommen, eher abschreckend als einladend“, brachte der Vorsitzende der SPD-Kreistagsfraktion Hans Metzenleitner das Ergebnis der Besichtigung auf den Punkt. Bei dem darauf folgenden Gespräch im Gasthof Brennerbräu stand der öffentliche Nahverkehr im Mittelpunkt.

„Bischofswiesen ist keine Ausnahme, sondern eher typisch für die Bahnstrecke von Berchtesgaden nach Freilassing und Salzburg“, stellte der SPD-Kreisvorsitzende Roman Niederberger in seiner Begrüßung fest. Gerade aufgrund der lebhaften Diskussion über große Projekte für den Pkw- und Lkw-Verkehr wie Kirchholztunnel und Autobahnausbau war es ihm wichtig, bei dem Besuch von Markus Rinderspacher im Landkreis einen Schwerpunkt auf die öffentlichen Verkehrsmittel zu setzen, bei denen noch vieles zu verbessern sei.

Ein großes Problem seien die durch viele Bahnübergänge und Langsamfahrstellen verursachten langen Fahrtzeiten, erklärte der dritte Bürgermeister Berchtesgadens Bartl Mittner. „Wer neue und attraktive Haltestellen auf der Bahnstrecke will, muss hier dringend für Verbesserungen sorgen“, stellte er dar. Die dringend nötigen Investitionen zur Beseitigung der Hindernisse könne insbesondere die Gemeinde Bischofswiesen nicht alleine stemmen, zeigte sich Hans Metzenleitner überzeugt und sah hier auch den Freistaat Bayern in der Pflicht. Als zusätzliches Ärgernis, das sich ohne größere Investitionen beseitigen lässt, stellte Roman Niederberger die schlechte Anbindung an den Fernverkehr in Freilassing mit Wartezeiten für IC-Reisende von über 40 Minuten dar. „Hier tut eine besser Abstimmung der Fahrpläne, wie sie bei dem Regionalverkehr zwischenzeitlich gelungen ist, dringend Not“, so der SPD-Kreisvorsitzende.

Zum Thema Regionalstadtbahn bezog der Vorsitzende der SPD BGL-Süd Thomas Jander klar Stellung. „So sinnvoll das Projekt langfristig auch ist: wir brauchen zeitnahe Verbesserungen bei Bahn und Bussen insbesondere im südlichen Landkreis. Mit dem Hinweis, in 30 Jahren und mit einer Milliarde Euro wird alles besser, ist niemand geholfen“, erklärte der Gemeinderat aus Marktschellenberg. Einig waren sich SPD-Pressesprecher Ulli Scheuerl und Rita Poser vom Bund Naturschutz in der Diskussion über die Forderung, dass zusätzlich zu der nun beschlossenen Energiewende nun eine grundsätzliche Verkehrswende erforderlich sei.

Markus Rinderspacher erinnerte an die vielfältigen Anträge der SPD-Landtagsfraktion, mit der sie eine bessere Ausstattung des öffentlichen Nahverkehrs insbesondere im ländlichen Raum voranbringen will. Bei seiner Radtour durch alle bayerischen Bezirke werde er immer wieder auf die dringend notwendigen Investitionen in diesem Bereich angesprochen. Hingegen habe sich bei den Fahrradwegen auch mit Unterstützung des Bundes in den letzten Jahren viel Positives getan, stellte er dar und erkundigte sich nach der Situation im Landkreis. „Im nördlichen Berchtesgadener Land hat sich vieles verbessert, aber im Süden gibt es nach wie vor erheblichen Nachholbedarf bei den Radwegen“, antwortete ihm Hans Metzenleitner.

Umweltfreundliche Mobilität für alle werde immer mehr auch zu einer Frage der sozialen Gerechtigkeit, waren sich die heimischen Sozialdemokraten mit Markus Rinderspacher einig. Deswegen will man sich gemeinsam weiter für ein besseres Angebot öffentlicher Verkehrsmittel im ländlichen Raum stark machen.

Pressemitteilung SPD BGL

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