Obersalzberg: noch eine Woche durchhalten!

Berchtesgaden - Die Anlieger und die Betriebe am Obersalzberg können aufatmen: Ganz ohne Umwege können die Gäste bald wieder zu den Ausflugslokalen strömen. Die Erleichterung ist groß.

Ab 15. Juli ist die B319 wieder einspurig befahrbar. Busse und LKW müssen weiterhin den Umweg über Unterau und Oberau in Kauf nehmen, zu eng und zu gefährlich sei es nach Aussage des Staatlichen Bauamtes Traunstein für die großen Fahrzeuge.

Vier Wochen lang haben die Arbeiter der Baufirma Schwab vom Morgengrauen bis zum Einbruch der Dunkelheit geschuftet, um den versprochenen Termin einhalten zu können. "Die hauen richtig drauf", bestätigt auch Hans Ebner von der Gaststätte Graflhöhe („Windbeutelbaron“), der Sprecher der vier Gaststätten vom Obersalzberg. Sie haben seit einem Monat fast 500 Tonnen Beton und Steine abgebrochen, mehr als 700 Meter Anker in den Fels gebohrt und aus 600 Tonnen Beton und Stahl eine neue Mauer hergestellt.

Fertig ist das Bauwerk damit noch nicht - für die weiteren Arbeiten muss die Baufirma aber auf einen Streifen von drei Meter Breite verzichten. Hier werden ab Freitag wieder die Autos und Motorräder fahren. Damit es auf der etwa 200 Meter langen Engstelle zu keinen ungewollten Begegnungen kommt, wird der Verkehr mit einer Ampelanlage geregelt werden. "Ab Freitag steht keine Sperrtafel mehr, das macht es uns um vieles leichter", so Ebner. "Wir hatten massive Einbußen im letzten Monat." Das sei aber wahrscheinlich nicht nur auf die Baustelle zurückzuführen. In ganz Berchtesgaden gebe es deutliche Rückgänge bei den Gästezahlen.

Warum die ursprünglich für zehn Wochen angedachte Vollsperrung nach dieser kurzen Zeit schon wieder aufgehoben werden kann, erklärt das Staatliche Bauamt unter anderem mit der Tatsache, dass das Wetter der letzten Zeit mitgeholfen habe, den Termin halten zu können. „Aber wir dürfen uns nichts vormachen: Ohne eine verlässliche Firma, die flexibel auf Änderungen des Plans reagiert und mit Motivation und vollem Einsatz an die Aufgabe herangeht, hätte auch das beste Wetter nichts gebracht“, so die Behörde.

Wie geht es aber nun weiter am Salzberg?

Nach Aussage des Bauamts werden die Restarbeiten noch einige Wochen in Anspruch nehmen, bis auf Weiteres wird es also bei der einspurigen Verkehrsführung bleiben. Abgeschlossen werden die Bauarbeiten – zumindest für dieses Jahr – dann mit dem Aufbringen einer neuen Asphaltschicht über die bisher 200 Meter lange sanierte Strecke. Dazu müsse die Strasse noch einmal für zwei bis drei Tage gesperrt werden, der Termin sei aber stark vom Wetter abhängig und werde zu gegebener Zeit bekannt gemacht.

Nächstes Jahr sollen die Arbeiten dann in einer letzten Etappe mit dem Abschluss der Stützmauersanierung und dem Einbau einer neuen Deckschicht erledigt werden. Dass die dafür notwendigen Mittel zur Verfügung stehen werden, ist nach Aussage des Amts „so gut wie sicher“, weswegen die Planungen auch schon frühzeitig beginnen werden. Baubeginn soll dann spätestens im April 2012 sein, so dass der Verkehr vom und zum Obersalzberg dann in der Ferien- und Urlaubszeit im Juli und August wieder unbehindert fließen kann. Darauf hoffen auch die Wirte. Die sich jetzt erstmal auf die einseitige Verkehrsfreigabe am kommenden Freitag freuen.

Für die verbleibende Bauzeit bittet das Staatliche Bauamt Traunstein die Verkehrsteilnehmer noch um Geduld und Verständnis für die Verkehrseinschränkungen. Im Bereich der einspurigen Verkehrsführung entlang der Baustelle wird um besondere Rücksichtnahme auf die vor Ort tätigen Arbeiter gebeten.

Pressemitteilung Staatliches Bauamt Traunstein/cz

Rubriklistenbild: © cz

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