Neuer Aufzug für Bürgerheimbewohner

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Direkte Verbindung dank neuem Bettenaufzug: Die Senioren-Einrichtung Bürgerheim (l.) und Martin-Beer-Haus.

Berchtesgaden - Der in die Jahre gekommene Aufzug im Berchtesgadener Bürgerheim kann dank einer großzügigen Spende jetzt erneuert werden.

Dem Bauantrag der Bruderhausstiftung Berchtesgaden zum Anbau einer Aufzugsanlage stimmte der Gemeinderat in seiner vergangenen Sitzung einstimmig zu. Der Neubau im rückwärtigen Bürgerheim-Bereich sei kompliziert. Das bestätigte der für die Planung zuständige Diplom-Ingenieur Wolfgang Schulze. Der Bettenaufzug soll im Hangbereich des Hauses entstehen. Die gesamte Maßnahme hat ein Kostenvolumen von geschätzten 748.000 Euro und wird zu einem großen Teil durch eine private Spende ermöglicht.

„Der Aufzug war lange herbeigesehnt“, sagte Bürgermeister Franz Rasp während der Gemeinderatssitzung. Ohne besagte, großzügige Spende wäre eine Umsetzung des aufwändigen Projektes nicht machbar gewesen. Planer Schulze sagte, dass der aktuelle Aufzug „nicht mal richtig rollstuhlgeeignet“ sei. Liegendtransporte waren bislang nicht möglich. Bürgerheim-Bewohner, die erkrankt waren und nicht selbstständig laufen konnten, mussten durch das Treppenhaus getragen werden. In der Vergangenheit war bereits die Freiwillige Feuerwehr gefragt, die einen Patienten über die Fensterfront nach draußen befördern musste. All das soll in Zukunft der Vergangenheit angehören.

Mit dem neuen Aufzug wird eine direkte Verbindung zwischen Bürgerheim und dem nebenan liegenden Martin-Beer-Haus möglich sein. Beide Einrichtungen richten sich vor allem an die ältere Berchtesgadener Bevölkerung. Zwar liegen die beiden Gebäude auf unterschiedlichen Niveaus, dennoch sei die angestrebte Maßnahme die bestmögliche. „Der bauliche Aufwand dafür ist umso größer“, so Schulze. Ein großes Problem während der Planungsphase sei das Thema „Brandschutz“ gewesen: Kleinere Änderungen, wie etwa eine Neuordnung des Müllbereichs, mussten erfolgen. Auch wird der Eingangsbereich des Bürgerheims vollkommen neu gestaltet werden.

Die bisherige Stahlbetontreppe wird abgebrochen und zur Straßenseite hin neu aufgebaut. Ebenso soll der Vorplatz aufgeweitet werden, was wiederum dem Brandschutz zugutekommt. „Die komplette Maßnahme soll während des laufenden Betriebs erfolgen“, sagte Schulze. Das sei nur dann möglich, wenn während dieses Zeitraums ein Treppenturm errichtet wird. Die Baukosten beziffert er auf aktuell 748.000 Euro: „Das ist eine sehr schwer zu schätzende Ziffer.“ Denn die „schwierige Hanglage“ mache es unmöglich, genaue Zahlen zu nennen, die am Ende nicht eingehalten werden können. Deshalb bat Gemeinderat Dr. Bartl Wimmer (Grüne) darum, in regelmäßigen Abständen Kostenschätzungen vornehmen zu lassen und diese dem Gemeinderat vorzulegen. Den Aufzug-Neubau erachtet er für eine „sinnvolle, aber keine billige Lösung.“ Michael Koller (Parteilose Gruppe) betonte abermals, dass das Projekt nicht ohne Spende möglich gewesen wäre. Die Anbindung an das Martin-Beer-Haus hält er für eine gelungene Sache, da man nicht

wisse, was in Zukunft noch kommen werde. Rosemarie Plenk (Parteilose Gruppe) erkundigte sich, was die Aufzugwartung im Falle eines Vergleichsaufzuges pro Jahr kosten würde. Kämmerer Richard Beer sagte, man müsse mit 500 Euro pro Monat rechnen. 6.000 Euro im Jahr. Bürgermeister Franz Rasp: „Das ist die Untergrenze.“

kp

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