Neue Klimastationen im Nationalpark

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Nationalpark-Ranger Fritz Eder nimmt die kurz zuvor aufgestellte Klimastation im Steinernen Meer in Betrieb.

Brechtesgaden - Im kommenden Winter dürfen sich Wintersportler auf präzisere Vorhersagen des Wetters und der Lawinengefahr im BGL freuen. Drei neue, vollautomatische Klimastationen sind jetzt installiert worden.

Drei neue, vollautomatische Klimastationen im Nationalpark Berchtesgaden liefern ab sofort aktuelle Wetterdaten vom Schlunghorn im Hagengebirge und vom Trischübel zwischen Wimbach- und Königsseetal sowie aus dem Steinernen Meer. Die Daten dienen der Klimaforschung sowie der Lawinenwarnung in den Berchtesgadener Alpen.

Per Helikopter wird die Stromversorgung der neuen Klimastation im Steinernen Meer auf dem vorbereiteten Fundament abgesetzt.

„Die neuen Klimastationen erhöhen die Sicherheit der Wintersportler im Berchtesgadener Land. Mit den neuen Daten ist eine noch genauere Vorhersage der Lawinengefahr möglich“, erläutert Projektleiter Helmut Franz vom Nationalpark Berchtesgaden. Doch die Verwendung der Daten geht weit über diesen Zweck hinaus. In der Klimaforschung des Nationalparks liefern die Stationen wichtige Informationen für die Entwicklung von Szenarien zum Klimawandel. „Auch die Berchtesgadener Alpen werden den Klimawandel deutlich zu spüren bekommen – mit allen Konsequenzen“, ist sich der Wissenschaftler sicher. Besonders für einige Tier- und Pflanzenarten wird die Erwärmung der Temperaturen gravierende Konsequenzen haben. Antwort auf die Frage, welche Arten in welcher Form betroffen sein werden, sollen unter anderem die neuen Klimadaten liefern. Alle zehn Minuten senden die sechs bis acht Meter hohen Stationen per Mobilfunk aktuelle Daten zu Windgeschwindigkeit und Windrichtung, Temperatur, Luftfeuchte, Globalstrahlung, Schneehöhe, Schneetemperatur sowie zum Wassergehalt der Schneedecke an die Rechner der Lawinenwarnzentrale München und von dort an die Datenbank der Nationalparkverwaltung Berchtesgaden. Dr. Bernhard Zenke, Leiter der Bayerischen Lawinenwarnzentrale in München, freut sich auf die zusätzlichen Daten aus dem Nationalpark: „In der kommenden Saison können wir die Wintersportler mit noch zuverlässigeren Vorhersagen bei der Tourenplanung unterstützen.“ Im Nationalparks Berchtesgaden sowie in dessen Umfeld stehen derzeit insgesamt 14 automatische Klimastationen: Neben den drei neuen Geräten befinden sich weitere am Watzmannhaus, am Hinterberghorn, am Blaueisgletscher, im Klausbachtal an der Wildfütterung, im hinteren Wimbachtal, auf der Reiteralm, auf Kühroint, am Jenner sowie am Funtenseetauern, wobei die vier letztgenannten dem Lawinenwarndienst gehören. Eine weitere automatische Station, die von der Tourismusregion Berchtesgaden-Königssee aufgestellt wurde, liefert Daten aus der Gemeinde Schönau am Königssee. Am Baugrundstück des „Haus der Berge“ in Berchtesgaden steht vorübergehend eine weitere, kleinere Station. Diese Anlage wird im kommenden Jahr auf dem Watzmanngrat installiert, um zusätzliche Wetterdaten aus der alpinen Zone zu liefern. „Die Klimadaten aus dem Nationalpark werden wir in Kürze auch direkt der Öffentlichkeit zugänglich machen“, verspricht Helmut Franz. Sobald die technischen Voraussetzungen dafür geschaffen sind, kann sich jeder Interessierte auf der Webseite des Nationalparks unter www.nationalpark-berchtesgaden.bayern.de informieren. Die Kosten pro Station belaufen sich je nach Größe auf 15.000 bis 40.000 Euro, die vom Bayerischen Umweltministerium zur Verfügung gestellt werden. Die Standorte der Stationen hat die Nationalparkverwaltung im Vorfeld mit verschiedenen lokalen Akteuren abgesprochen. So waren bereits im vergangenen Jahr Bergwacht, Bundeswehr, Alpenverein, Naturfreunde, Deutscher Wetterdienst, Lawinenwarndienst, Skiklubs und das Landratsamt zu einem „runden Tisch“ ins Nationalpark-Haus Berchtesgaden eingeladen.

Pressemitteilung Nationalpark Berchtesgaden

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