Nationalpark wehrt sich gegen Borkenkäfer

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Sie wollen sich beim Kampf gegen den Borkenkäfer nicht gegenseitig im Regen stehen lassen: Vertreter von Nationalparkverwaltung, Waldbesitzervereinigung und der Gemeinde Ramsau sowie vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) und vom Forstbetrieb Berchtesgaden.

Berchtesgaden - Seit fünf Monaten kämpfen die Mitarbeiter des Nationalparks Berchtesgaden mit allen verfügbaren finanziellen und personellen Mitteln gegen eine Massenvermehrung des kleinen, schwarzbraunen Käfers.

Bislang wurden in den drei Forstrevieren Au Schapbach, Hintersee und Königssee insgesamt 7500 Festmeter Käferholz gefällt und aus dem Wald entfernt. In den kommenden Monaten rechnen Experten des Nationalparks mit mehreren tausend weiteren Festmetern.

Aus den schwer zugänglichen Steillagen des Nationalparks haben Lastenhubschrauber in den vergangenen Wochen allein rund 4000 Festmeter befallene Fichten zu den Forststraßen geflogen. Zusätzlich kommen Seilkräne und Forstschlepper zum Einsatz. Aus Sicherheitsgründen mussten mehrere Wanderwege und Forststraßen im Nationalpark kurzzeitig gesperrt werden. Und die Arbeiten sind noch nicht beendet:

Bereits Mitte August kommt der Hubschrauber im Revier Königssee rund um den Jenner wieder zum Einsatz. „Hubschraubereinsätze erfolgen nur dort, wo sie aufgrund der ungünstigen Erreichbarkeit der Bäume und bei großen Käferbefall unvermeidbar sind“, erklärt Dr. Roland Baier, Leiter der unteren Forstbehörde im Nationalpark Berchtesgaden, den großen Aufwand der Nationalparkverwaltung im Kampf gegen den Käfer. „Ansonsten erfolgt eine Bringung durch Seilkran und Schlepper oder unsere Mitarbeiter entrinden die Stämme und belassen sie im Bestand“.

Der Seilkran leistet einen wichtigen Beitrag im Kampf gegen den Borkenkäfer in der Pflegezone des Nationalparks Berchtesgaden. In bis zu 800 Metern Entfernung kann das moderne Gerät befallene Fichten über eine Seilwinde zur Forststraße transportieren.

Im vergangenen Jahr waren es insgesamt 8000 Festmeter Käferholz, die im Rahmen der umfangreichen Aufarbeitungen angefallen sind. In diesem Jahr sind es bereits Anfang August 7500 Festmeter. Dennoch sieht Forstwissenschaftler Baier keinen Grund zur Panik: „Wir sind gut vorbereitet, die Kollegen suchen weiterhin täglich mit moderner Ausrüstung auf rund 2000 Hektar Fläche in sieben Suchgebieten nach befallenen Bäumen. Und je nach Bedarf werden wir auch künftig auf die Unterstützung von Hubschrauber und Seilkran zurückgreifen können“. Um die effektive Bekämpfung des Borkenkäfers im Nationalpark Berchtesgaden sicher zu stellen, hat das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit zusätzliche finanzielle Mittel zur Verfügung gestellt.

Besonders erfreut zeigt sich Dr. Baier auch über die gute Zusammenarbeit mit lokalen Dienstleistern. Die Aufarbeitung und Abfuhr des Käferholzes durch heimische Firmen funktioniert zügig und gründlich. Der Borkenkäferbefall betrifft nicht allein den Nationalpark Berchtesgaden, sondern ist eine großflächige Herausforderung in den Privatwäldern des Landkreises ebenso wie im Forstbetrieb Berchtesgaden.

Auf Einladung des Nationalpark Berchtesgaden trafen sich kürzlich 14 Vertreter verschiedener Organisationen zu einem Lokalaugenschein im Revier Au-Schapbach. Unter der Leitung von Dr. Roland Baier und Revierleiter Hans Neubauer informierten sich Vertreter von Waldbesitzervereinigung und Gemeinde Ramsau, vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) sowie vom Forstbetrieb Berchtesgaden über den aktuellen Stand der Maßnahmen zur Bekämpfung des Borkenkäfers. Bei der anschließenden Besichtigung von Privatwäldern bei Ramsau und der Befallssituation am Grünstein in der Gemeinde Schönau am Königssee stellten alle Beteiligten einhellig fest, dass die dort zeitgleich ablaufende massive Borkenkäferentwicklung nicht auf Einflüsse des Nationalparks zurückzuführen ist.

Aufgrund der flächigen Ausdehnung des Borkenkäferbefalls haben alle Institutionen eine enge Zusammenarbeit und die Fortführung eines intensiven Informationsaustauschs vereinbart. Durch die erforderlichen Arbeiten zur Borkenkäferbekämpfung kann es in allen Revieren ab Mitte August erneut zu Beeinträchtigungen durch Fluggeräusche kommen. Die Arbeiten sind stark witterungsabhängig und müssen sich zudem nach der Verfügbarkeit der europaweit eingesetzten Lastenhubschrauber richten. Daher sind eine genaue Zeitplanung und die Rücksichtnahme auf Wochenenden und Feiertage nicht immer möglich. Aus Sicherheitsgründen werden Wanderwege kurzfristig vorübergehend gesperrt. Aktuelle Informationen gibt es auf der Webseite des Nationalparks unter www.nationalpark-berchtesgaden.bayern.de.

Pressemitteilung Nationalpark Berchtesgaden

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