Nächtliche Grenzgänger im Berchtesgadener Land

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Die Kleine Hufeisennase ist in Österreich stark gefährdet, im Nationalpark Berchtesgaden stammen die letzten Nachweise dieser Art aus den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts.

Berchtesgaden - Selten bemerkt man von Wasserfledermaus, Hufeisennase, Mausohr und Co. mehr als ein schemenhaftes Vorbeiflattern. Blitzschnell sind sie wieder in der Dämmerung verschwunden.

Bei der vierten Veranstaltung der Winter-Vortragsreihe des Nationalparks Berchtesgaden informieren die Fledermaus-Expertinnen Birgit Suppan aus Berchtesgaden und Maria Jerabek aus Salzburg über Lebensweisen sowie Gefährdungen der heimischen Fledermäuse und stellen aktuelle Schutzmaßnahmen vor.

Die naturnahe Kulturlandschaft im Berchtesgadener und Salzburger Land bietet heimischen Fledermäusen vielfältige Lebensräume, zahlreiche Arten finden hier ein zu Hause. „Doch weil die Erfassung dieser Tierart im Gebirge schwierig ist, weiß man im Berchtesgadener und Salzburger Alpenraum noch immer relativ wenig über unsere heimischen Fledermäuse“, erläutert Maria Jerabek, Landeskoordinatorin beim Fledermausschutz Salzburg.

Fledermäuse stellen hohe Ansprüche an ihren Lebensraum: Sie benötigen Sommerquartiere, Winterquartiere und geeignete Jagdgebiete. Viele Arten sind auf Verbindungen zwischen Quartieren und Jagdgebieten angewiesen, die sie nur in einer reich gegliederten Landschaft finden. „Fledermäuse sind die einzigen, zum aktiven Flug befähigten Säugetiere der Welt“, verrät die Fledermaus-Beauftragte für das Berchtesgadener Land, Brigit Suppan. „Sie orientieren sich in der Nacht durch ihre Echoortung, die im Tierreich eine Besonderheit darstellt.“

Da sich die heimischen Fledermausarten vorwiegend von Insekten ernähren, sind die dämmerungs- und nachtaktiven Kleinsäuger auch für den Menschen von Nutzen. Darüber hinaus sind sie Indikatoren für intakte Ökosysteme. Den Tag verbringen Fledermäuse versteckt und kopfüber hängend auf Dachböden oder Kirchtürmen sowie in natürlichen Quartieren wie Baumhöhlen und Felsspalten. Viele der heimischen Fledermausarten stehen auf der Roten Liste der gefährdeten Tierarten.

Im Anschluss an den Vortrag eröffnen die Referentinnen die neue, interaktive Fledermaus-Ausstellung unter dem Titel „Fledermäuse im Berchtesgadener und Salzburger Land“. In der Ausstellung, die in Zusammenarbeit mit dem Landesbund für Vogelschutz (LBV) in Garmisch entstanden ist, haben Fledermaus-Experten aus Deutschland und Österreich ihr Wissen über die „Kobolde der Nacht“ zusammengetragen.

Der Vortrag „Nächtliche Grenzgänger“ beginnt am Mittwoch um 19 Uhr im Nationalpark-Haus am Franziskanerplatz in Berchtesgaden. Der Eintritt kostet 2,50 Euro.

Pressemitteilung Nationalpark Berchtesgaden

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