Ein Nadelöhr im Nationalpark wird entschärft

+
55 Meter lang, elf Meter hoch und eine frei tragende Konstruktion: Die Hängebrücke im Klausbachtal wird eine neue Attraktion im Nationalpark Berchtesgaden.

Berchtesgaden - Am Montag beginnt der Bau der neuen Hängebrücke im Klausbachtal. Mit Beendigung des Projektes wird ein Nadelöhr im Nationalpark Berchtesgaden entschärft sein:

Im Bereich der Grundübelau zu Füßen der Mühlsturzhörner müssen sich seit sieben Jahren Wanderer, Radfahrer, der Almerlebnisbus und der PKW-Verkehr eine schmale Trasse teilen. Diese Gefahrenstelle wird mit Fertigstellung der Brücke der Vergangenheit angehören. Die neue Hängebrücke über den Klausbach wird an beiden Ufern an bereits bestehende Wege angeschlossen. Damit wird noch in diesem Jahr ein wichtiger Abschnitt, der Bestandteil des offiziellen Wegenetzes des Nationalparks ist, wieder durchgehend begehbar.

Die Hängebrücke leistet einen wichtigen Beitrag zur Besucherlenkung im Nationalpark: Nach dem Bau ist die Ausübung der verschiedenen Nutzungsformen wie Erholung zu Fuß sowie Rad- und Busverkehr wieder räumlich voneinander getrennt möglich. Dies garantiert mehr Sicherheit für die Gäste des Nationalparks und sorgt für ein entspanntes Naturerlebnis abseits des Fahrverkehrs. Darüber hinaus soll das neue Bauwerk eine optische Attraktion für Besucher des Schutzgebietes werden:

Mit rund 55 Metern Länge und elf Metern Höhe wird die frei tragende Hängebrücke über den Klausbach ein echter Blickfang. Der Bedarf nach einer neuen Brücke über den Klausbach besteht bereits seit rund sieben Jahren: Nach Gewittern mit starken Regenfällen rissen Wasser- und Geröllmassen im Jahr 2003 die alte Fußgänger-Holzbrücke mit sich. Seitdem teilen sich Wanderer, Radfahrer, der Almerlebnisbus und der PKW-Verkehr im Bereich der oberen Grundübelau eine schmale und teilweise abenteuerlich zu befahrende Trasse entlang des Klausbachs.

Auch für die Barrierefreiheit leistet das neue Projekt einen wesentlichen Beitrag: Das Klausbachtal in der Gemeinde Ramsau eignet sich hervorragend für die Entwicklung von Angeboten für Menschen mit Behinderungen. Unter dem Motto „Alpine Dynamik barrierefrei erleben“ wird die barrierefreie Hängebrücke zusammen mit dem Alm-Erlebnisbus das Angebot des Nationalparks für Gäste mit eingeschränkter Mobilität erweitern. Das Vorhaben wurde bei einem Ortstermin, zu dem Vertreter der zu beteiligenden Verbände eingeladen waren, mit dem staatlichen Bauamt sowie der Unteren Naturschutzbehörde vor Ort erläutert. Nach detaillierter Prüfung der Unterlagen wurde auch aus naturschutzfachlicher und wasserwirtschaftlicher Sicht „grünes Licht“ für die Umsetzung gegeben.

Während der Bauphase kann es zu Behinderungen des Fahrverkehrs und zu kurzzeitigen Sperrungen der Hirschbichlstraße kommen. Die Termine der Sperrungen werden rechtzeitig bekannt gegeben. Die Hängebrücke wird aus Mitteln des Konjunkturpaketes II finanziert und soll Mitte August 2010 fertig gestellt sein.

Pressemitteilung Nationalpark Berchtesgaden

Zurück zur Übersicht: Region Berchtesgaden

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser