Nachmittagsdisco für Jugendliche

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…und die Hände in die Höh‘!

Berchtesgaden - Der gemeindeübergreifende „Jugend-Treff.5 Förderverein“ hat über 100 Jugendlichen zwischen zwölf und 17 Jahren die Gelegenheit einer Nachmittagsdisco ermöglicht.

Einen Nachmittag erwachsen sein. Dorthin gehen, wo man wegen des Alters noch gar nicht hin darf – eigentlich. Die Jugendreferentin des Marktes, Sabine Wimmer, hat für den „Jugend- Treff.5 Förderverein“ die Jugenddisco vorangetrieben, als Beitrag für Berchtesgaden, in der Rauchkuchl des Hotel Edelweiß, Wochenende für Wochenende Heimstätte der Nachtschwärmer. Draußen, vor den Treppen des Postturms, haben sich ein paar Jugendliche versammelt, sie warten auf Freunde. Was sie jetzt dann machen? „In die Disco gehen“, sagt ein Mädchen bestimmt, hübsch geschminkt, ausgehbereit, vier Stunden Disco liegen vor ihr. In der Schule habe sie davon erfahren, „das ist eine gute Sache“, sagt sie, die nach eigenen Angaben 14-Jährige. Zwei Mädels, die noch ein wenig abseits stehen, trauen sich noch nicht so recht nach unten, in Richtung Rauchkuchl zu gehen.

Es ist ihr erster Ausflug in die Welt der Erwachsenen, ein DJ legt dort auf, große Tanzfläche, alkoholfreie Cocktails zum halben Preis. Ein bisschen Aufregung ist mit im Spiel, das merkt man den beiden Mädchen an. Aber was soll’s? Das denken sich auch irgendwann die beiden Tanzwilligen und huschen in den Untergrund, ganz geschwind, der Disc Jockey legt bereits Hand an die Plattenteller. Im Untergrund angekommen, unweit der Tiefgarage, liegt der Eingang in die Discothek. Man wittert noch letzte Spuren des vergangenen Abends, kalter Rauch liegt in der Luft. Doch das stört die Jungspunde wenig, in der Disco selbst ist Nichtraucherzone, heftig wummern die Bässe, den akustischen Klang kann man schon von Weitem vernehmen. Hinter der schweren Eingangstür liegt die weitläufige Tanzfläche, zwei Barkeeper stehen bereit, noch sitzen die ersten Jugendlichen verhalten an ihren Tischen, an der Bar, schlürfen an Cocktails, unterhalten sich – ganz wie die Großen. Einer muss den Anfang machen, nur wer?

Sichtlich Freude am Tanzen hatten diese beiden Jungen.

Chart- Musik dringt aus den Lautsprechern, Technolastiges, Altbekanntes, klassischer Neue- Deutsche-Welle-Sound. Der musikalische Mix ist bunt. Bald schon scheint ein Lieblingslied gefunden zu sein, ein paar Mädels treiben auf die Tanzfläche, Hand in Hand, der Augenblick scheint gekommen, um das Tanzbein zu schwingen, dem Rhythmus zu folgen, zunächst langsam, dann immer schneller. Irgendwann ist dann auch der letzte Zuschauer in Vergessenheit geraten, wie besessen beherrschen die Mädels die Tanzfläche, weitere lassen sich überzeugen, nach und nach füllt sich der Bereich unweit des DJ. „Über 100 Jugendliche haben sich in unsere Liste schon eingetragen“, sagt eine Dame vom Förderverein. Dort sammelt man Namen, E-Mail-Adressen, Telefonnummer. Um derartige Angebote auch in Zukunft bewerben zu können. Gut könne man sich vorstellen, Ähnliches zu wiederholen. „Beispielsweise am letzten Schultag vor den Ferien“, sagt Jugendreferentin Sabine Wimmer. Zuerst müsse sich ein Event wie dieser aber herumsprechen. „Mit der heutigen Resonanz sind wir sehr zufrieden“, sagt sie, die selbst auf die Tanzfläche geht, sich unter die Jugendlichen, deutlich mehr Mädchen als Jungen, mischt.

Ein Burschen-Trio ist auch unterwegs, keine 14 Jahre alt, doch gemeinsam haben sie den Spaß am Tanzen entdeckt, ganz verschwitzt ist einer von ihnen. Und freut sich darüber, dass andere mit dem Fotoapparat bewaffnet unterwegs sind. „Könnten Sie bitte ein Foto von uns machen“, fragt er freundlich - und setzt sogleich den passenden Gesichtsausdruck auf, um abgelichtet zu werden. „Danke“, schiebt er noch hinten nach, dann springt er zurück auf die Tanzfläche, vom bunten Discolicht hell erleuchtet. Der Bass wummert noch immer ohrenbetäubend, gerade recht für die heutigen Protagonisten des Jugenddisco-Nachmittags. Kurz vor acht Uhr, draußen ist es noch hell, kündigt der DJ das Ende des Rauchkuchl-Jugenddebüts an. „Vielleicht sehen wir uns bald wieder“, sagt er. Es gibt Applaus, das Angebot auf Wiederholung würde wohl keiner der Anwesenden ablehnen.

Kilian Pfeiffer

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