Die Mystik der Zahlen

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Pfarrer Peter Demmelmair gib einen Einblick in die Mystik der Zahlen.

Berchtesgaden - Die Faszination „Zahl“ beschäftigte kürzlich Berchtesgadens Pfarrer Peter Demmelmair. Vor vielen Zuschauern gab er nun Einblicke in das Thema.

Vor allem ging es um Zahlen, die die Menschen immer wieder in der Gegenwart, aber auch in der Vergangenheit beschäftigt haben. „Ausgangspunkt ist: Man beschäftigt sich seit Kindesbeinen mit Zahlen“, so Demmelmair. Die Begeisterung für Zahlen sei groß. Wenig sei allgemein bekannt, „obwohl wir tagtäglich mit diesen zu tun haben.“

Dass sich die Welt durch Zahlen erschließt, Zahlen als Einsicht in bestimmte Sinnzusammenhänge dienen, wussten bereits die Babylonier und die Ägypter.

Die zwölf Monate des Jahreskreises, die sieben Tage der Woche, der Kreis – 360 Grad. „Durch die Beobachtung der Menschen haben sich solche Einteilungen ergeben, mit denen man heute wie ganz selbstverständlich umgeht“, sagt Demmelmair. Die Menschen hätten jedoch kaum einen Bezug zur Zahlenmystik, obwohl deren Symbolgehalt sehr groß und wesentlich sei. Bei Augustinus bedeuten Zahlen die „in der Welt selbst präsente Form der Weisheit Gottes“. Und auch Platon habe, so Demmelmair, erkannt, dass jedes Abbild als Vorlage eine geistige Idee hatte.

„Alles, was gebaut wird, symbolisiert in bestimmter Weise die göttliche Ordnung. So sei der Bau einer Kathedrale etwa immer der Versuch, das Abbild des göttlichen Urbilds zu sein. Einen Schwerpunkt widmete Berchtesgadens Pfarrer den Zahlen als solches. Die „3“ sei die perfekte Zahl, die Zahl des Geistes Gottes, die Dreieinigkeit – auch die Auferstehung Jesu hat am dritten Tag stattgefunden, These, Antithese, Synthese. Die „4“ etwa ist die Zahl der vier Evangelisten, eine „Weltzahl“, sagt Demmelmair, die „5“ die Quintessenz der gesamten Schöpfung. Die „7“ stellt eine Verbindung aus „3“ und „4“ dar, es gibt die sieben Bitten des Vaterunser, die Sieben-Tage-Schöpfung mit dem siebten Tag als dem Tag der Ruhe. „Die Menschen der Antike und des Mittelalters haben die Welt schon in Zahlen ausgedrückt“, weiß der Pfarrer.

Deshalb sei es erforderlich, sich diese „Wissenschaft für sich“ auch begreifbar zu machen.

kp

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