München 2018 ist jetzt nationale Sache

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Möglicherweise wird der Münchner Traum ja wahr und die Spiele 2018 gehen in die Isar-Metropole.

München - Der Traum vom Wintermärchen 2018 ist jetzt eine nationale Angelegenheit. Der Bundestag stimmte in Berlin einem Antrag der Regierungs-Koalition zu, die Olympia-Bewerbung von München für die Winterspiele 2018 zu unterstützen.

Das Parlament, das am Donnerstag erstmals seit 21 Jahren in einer Debatte zur Kernzeit die Probleme des deutschen Sports diskutierte, sieht die Münchner Bewerbung und die angestrebte Ausrichtung der Spiele “als nationale Aufgabe an“, heißt es in dem Antrag, der auch zur Freude von Kanzlerin Angela Merkel mit den Stimmen der großen Koalition und der FDP angenommen wurde.

Bündnis 90/Die Grünen, die noch ein schlüssiges Umwelt-Konzept einforderten, und die Linken enthielten sich. Merkel hatte schon vor der Zustimmung des Bundestages von einer Bewerbung “von nationaler Bedeutung“ gesprochen und auf die positive Ausstrahlung der Fußball-WM 2006 hingewiesen, die als deutsches Sommermärchen noch immer nachwirkt. Für Olympische Winterspiele in der Region München - die bayerischen Landeshauptstadt könnte weltweit die erste Stadt werden, die nach Sommerspielen (1972) auch Winterspiele ausrichtet - sieht die Bundeskanzlerin “extrem gute Chancen“.

Bis März 2010 muss dem Internationalen Olympischen Komitee IOC ein Mini-Bewerbungsbuch vorliegen, im Juli des kommenden Jahres werden die Kandidatenstädte nominiert. Im Juli 2011 wird die Vollversammlung des IOC im südafrikanischen Durban die Spiele 2018 vergeben. Münchens Konkurrenten sind bisher Annecy (Frankreich) und Pyeongchang (Südkorea). Bis zum 15. Oktober in diesem Jahr sind noch weitere Bewerbungen möglich.

“Die Konkurrenz, insbesondere die koreanische schläft nicht“, forderte der stellvertretenden Sportschuss-Vorsitzende Peter Rauen ( CDU ) im Bundestag alle Parteien zur klaren Unterstützung auf. Rauen ordnete den 180 Kilometer nordöstlich von Seoul gelegenen Wintersportort Pyeongchang, der dieses Jahr die Biathlon-WM ausgerichtet hatte, als größten Rivalen ein. München sieht sich trotz der erwarteten Bewerbungskosten von rund 30 Millionen Euro gut gerüstet. Mit dem Autokonzern BMW ist der erste von zehn erhofften nationalen Förderern gefunden, der die Bewerbung mit drei bis fünf Millionen Euro unterstützt. Vom Beschluss des Bundestages erhoffen sich die Münchner Organisatoren nun einen weiteren Schub.

Bezüglich einer anderen Herausforderung für den deutschen Sport warnte Innenminister Wolfgang Schäuble in der Bundestags-Debatte erneut eindringlich vor der größten Gefahr Doping. “Das wird uns noch lange begleiten“, betonte Schäuble vor dem Parlament, plädierte zugleich allerdings für die weitere Hauptverantwortung des eigenständigen Sports. “Mit Strafrecht und Strafgesetz allein Doping bekämpfen zu können, ist eine Illusion“, sagte der für den Sport zuständige Bundesminister. Schäuble warnte bei dem Thema zugleich vor “neuen Verletzungen“ zwischen Ost und West: “Keiner hat Grund, auf den anderen zu zeigen.“

dpa

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