3.000 Besucher beim Jubiläum der Gebirgsjäger

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Berchtesgaden - Nachgestellte Rettungsaktionen, Bogenschießen, Tauziehen oder eine Fahrt mit den Fahrzeug von Gebirgsjägern: beim Jubiläum der Gebirgsjägerbrigade war einiges geboten:

Am vergangenen Wochenende feierte die Gebirgsjägerbrigade 23 „Bayern“ das Jubiläum „20 Jahre Erfolg im Einsatz“. Am Freitag, 23. Mai, fand auf dem Dekan-Karl-Platz in Mittenwald ein feierliches Gelöbnis von Rekrutinnen und Rekruten aus den Gebirgsjägerbataillonen 232 aus Berchtesgaden und 233 aus Mittenwald statt.

Bei bestem Wetter versammelten sich viele Angehörige und interessierte Bürger auf dem Dekan-Karl-Platz. Musikalisch begleitet wurde das Gelöbnis vom Heeresmusikkorps Ulm, das an diesem Tag aus Lourdes in Frankreich auf direktem Wege nach Mittenwald gefahren ist. Der Kommandeur der Gebirgsjägerbrigade 23 „Bayern“, Brigadegeneral Michael Matz, dankte dem Bürgermeister des Marktes Mittenwald, Adolf Hornsteiner, dass die 144 Rekrutinnen und Rekruten auf diesem zentralen Platz geloben könnten.

Am Samstag eröffnete der Kommandeur des Gebirgsjägerbataillons 233, Oberstleutnant Marc-André Walter, nach einem Feldgottesdienst den Tag der offenen Tür in der Edelweiß Kaserne. Weit mehr als 3.000 Besucher folgten der Einladung der Gebirgsjägerbrigade 23 in die Kaserne um sich über die Arbeit der Gebirgsjäger zu informieren. Bei verschiedenen Vorführungen demonstrierten die Soldaten ihre Fähigkeiten. Es wurde unter anderem - zeitlich und räumlich komprimiert - der mögliche Ablauf einer Patrouille im Einsatzland dargestellt. Vom taktischen Verhalten vor der Ankunft im dargestellten Dorf, über ein Gespräch mit dem Dorfältesten, bis hin zum Beschuss durch Mörser und die Versorgung eines Verwundeten konnten sich die Besucher ein umfassendes Bild einer Patrouille im Auslandseinsatz machen.

An einer weiteren Station zeigten die Heeresbergführer wie eine Rettung aus einer Schlucht aussehen könnte. Dazu „retteten“ sie einen Soldaten mit Seilwinde und Trage aus der kalten Isar, die mitten durch die Edelweiß Kaserne fließt.

20-jähriges Jubiläum der Gebirgsjägerbrigade

Aber nicht nur zuschauen war angesagt; die Besucher konnten als Passagier eine kleine Runde mit den Fahrzeugen der Gebirgsjäger drehen, an Sportwettkämpfen wie Bogenschießen, Tauziehen und Holzhacken teilnehmen oder an einer Seilrutsche einen Hang herunter rasen. Die Einsatzgalerie stellte die Einsatzgebiete der letzten 20 Jahre dar und die Besucher konnten sich hier im Detail über die Kultur, Konfliktlagen und natürlich den Einsatz der Gebirgsjäger in diesen Ländern informieren. Dafür war auch das persönliche Gespräch mit den Soldaten wichtig, wenn man erfahren wollte, wie es sich denn tatsächlich anfühlt für vier oder sechs Monate in Afghanistan oder dem Kosovo zu sein und wie der Alltag dort für die Gebirgsjäger aussieht.

Den Abschluss des Tags der offenen Tür bildete eine Vorführung der wichtigsten Fahrzeuge, die in der Gebirgsjägerbrigade 23 „Bayern“ zur Verfügung stehen. Vom kleinen Waffenträger Wiesel bis zum tonnenschweren Bergepanzer, wurde den Besuchern gezeigt, welches Fahrzeug für welche Aufgaben eingesetzt wird. „Ihr Anwesenheit zeigt uns, dass großes Interesse an unserer Arbeit und den Möglichkeiten, die wir bieten, besteht“, so Brigadegeneral Michael Matz bei der Verabschiedung der Besucher.

Im Anschluss an den Tag der offenen Tür fand ein Treffen von Veteranen des deutschen Einsatzkontigents in Somalia statt. Die zweite United Nations Operation in Somalia (UNOSOM II) wurde 1994 nötig, um im Somalischen Bürgerkrieg humanitäre Hilfe möglich zu machen. Als Ehrengäste waren General a. D. Klaus Reinhardt und Generalleutnant a. D. Holger Kammerhoff geladen. Beide haben eine enge Verbindung zur Gebirgsjägerbrigade 23 „Bayern“ und zum Einsatz in Somalia. General a. D. Klaus Reinhardt, trat 1960 bei den Gebirgsjägern als Offizieranwärter in die Bundeswehr ein. Generalleutnant a. D. Holger Kammerhoff war von 1992 bis 1995 selbst Kommandeur der Gebirgsjägerbrigade 23 und führte als nationaler Kommandeur das 2. deutsche Kontingent innerhalb der UN-Mission UNOSOM II in Somalia.

Zu dieser Veranstaltung erschienen über 300 geladener Gäste, die meisten von ihnen Somalia Veteranen mit ihren Angehörigen. Als Veteran beziehungsweise Veteranin der Bundeswehr wird bezeichnet, wer ehrenhaft aus dem aktiven Dienst in der Bundeswehr ausgeschieden ist und als Angehöriger der Bundeswehr im Ausland an mindestens einem Einsatz oder einer besonderen Verwendung im Rahmen von humanitären, friedenserhaltenden oder friedensschaffenden Maßnahmen teilgenommen hat.

„Dies ist das erste Veteranentreffen der Bundeswehr, seit der ehemalige Verteidigungsminister Thomas de Maizière den Begriff Veteran für die Bundeswehr definiert hat. Ich bin stolz darauf, dass dieses von den Gebirgsjägern ausgerichtet wird“, betonte Brigadegeneral Michael Matz in seiner Eröffnungsrede. General a. D. Klaus Reinhardt lies in seiner Präsentation den Einsatz noch einmal im Detail Revue passieren. „Wir haben damals wichtige Pionierarbeit geleistet“, so der General a.D. Reinhardt.

Pressemeldung der Gebirgsjägerbrigade 23

Rubriklistenbild: © Gebirgsjägerbrigade 23

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