Interviews zur Todesstrecke an der Ache

"Bei der B305 rechnen wir immer mit dem Schlimmsten"

+
Ein Kreuz an der "Todesstrecke" B305. 
  • schließen

Berchtesgaden/Marktschellenberg - "Die Todesstrecke" - so wird sie genannt, die B305. Kaum eine Woche vergeht, wo es nicht zu einem (Fast-)Unfall kommt. Woran liegt das?

"Wenn wir eine Unfallmeldung von der B305 bekommen, dann rechnen wir immer schon mit dem Schlimmsten", so Kreisbrandinspektor FFW Berchtesgaden Anton Brandner. 

Und ergänzt: "Diese Strecke ist eine besondere Herausforderung und wir haben hier für uns eigentlich mit die anspruchsvollsten Einsätze. Mit der schlimmste Unfall für mich war ein Verkehrsunfall, bei dem ein Vater und seine beiden Kinder verunglückt sind".

Todesstrecke B305 - Wie gefährlich ist sie wirklich?

Die B305 ist eine Bundesstraße, die von Bernau am Chiemsee nach Marktschellenberg, bis an die Staatsgrenze zu Österreich führt. 

Befahren wird sie von Touristen, Einheimischen und Pendlern. Und zwar von ziemlich Vielen. Das führt immer wieder zu Unfällen, häufig mit Verletzten, viele davon schwer. Auch viele Todesopfer sind zu beklagen. 

Regelmäßige Unfälle auf dieser Strecke

Nicht umsonst mehreren sich vor allem in Ferienzeiten Schlagzeilen, wie zum Beispiel: Reisebus kracht gegen Wohnmobil, BMW-Fahrerin kracht in Bushäusschen, Zwei Schwerverletzte bei Crash auf der B305. 

Führt die Polizei Geschwindigkeitsmessungen durch, dann werden sie in der Regel fündig. Manchmal sogar mit traurigen Spitzenreiterwerten, bei den Höchstgeschwindigkeiten von sogar bis zu  174km/h gemessen wurden.

BGLand24.de und AKTIVNEWS wollten diesem traurigen Phänomen auf die Spur kommen und wissen, warum es hier immer wieder zu solch gefährlichen Situationen kommt.

Wie machtlos sind die Retter?

In unserem Video-Interview kritisieren neben Anton Brandner auch Berchtesgadens Polizeichef Wilhelm Handke das Gefahrenpotential: "Das große Problem bei dieser Strecke ist, dass es sich hierbei nicht um eine Unfallursache handelt, sondern es viele Gründe gibt. Zu hohe Geschwindigkeiten, Alkohol, Suizid oder auch Vorfahrsverletzungen. Das führt häufig zu tragischen Folgen". Glücklicherweise musste ich selber noch keinen tödlichen Unfall aufnehmen, aber ich musste erst kürzlich bei einem tödlichen Motorradunfall die Angehörigen informieren, die ich persönlich kenne. Das ist schon sehr belastend."

Und noch jemand kommt zu Wort: "Kreistagsmitglied, Gemeinderatsmitglied und Gemeindearzt Dr. Michael Köhler, der diese Strecke mehrmal täglich befährt: "Wir haben innerhalb der Gemeinde schon oft über die Problematik bei dieser Strecke gesprochen und über die notwendige Entschleunigung diskutiert. Aber leider handelt es sich hierbei um eine Bundesstraße und da hat die Gemeinde wenig Einfluss auf die Maßnahmen."

Die Todesstrecke auf der B305

Die Bundesstraße führt von Bernau am Chiemsee nach Marktschellenberg, bis an die Staatsgrenze zu Österreich. Von Bernau bis Berchtesgaden ist sie Teil der Deutschen Alpenstraße. Ende Mai haben der ADAC und zahlreiche Verantwortung erst die vollständige Beschilderung der Route in Berchtesgaden groß gefeiert. 

Bilder: "Bei der B305 rechnen wir immer mit dem Schlimmsten"

Zurück zur Übersicht: Marktschellenberg

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser