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"Wer betrügt, der fliegt - nur Hoeneß nicht?"

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Die Kreisräte Josef Angerer (links) und Roman Niederberger (rechts) mit dem Landtagsabgeordneten Herbert Kränzlein.

Marktschellenberg - Selbstherrlichkeit und jede Menge Affären: MdL Kränzlein hatte beim politischen Aschermittwoch der SPD die CSU im Visier - auch wenn seine Anreise etwas holprig war.

Politisch die Nummer 4 im Kreistag, kein Bürgermeister im Landkreis, kein eigener Landtagsabgeordneter in München: Da braucht man für den politischen Aschermittwoch Hilfe von außen. Also holte sich die Kreis SPD Herbert Kränzlein nach Marktschellenberg. Dumm nur, wenn der sich schwer tut, überhaupt ins abgeschiedene Wirtshaus "Almbachklamm" zu finden: "Es war hart herzufinden. Ins Navi konnte ich nur 'Marktschellenberg - Zentrum' eingeben. Aber da war dann auch kein Mensch auf der Straße und musste mich über eine Infotafel zurechtfinden. Und das Handy geht hier natürlich auch nicht." Die ersten Schmunzler waren dem SPD-Landtagsabgeordneten aus Puchheim sicher.

Kränzlein war zuallererst darum bemüht, die Bayern-SPD nicht klein zu reden. In der Kommunalpolitik gäbe es immer wieder Erfolge und blickte ins nahe Traunstein. München und seine Metropolregion, die 60 Prozent des bayerischen Wohlstands erwirtschaften würde, hätte schon immer rote Bürgermeister. Soweit, so gut. Aber das rote Tuch für einen weiß-blauen Sozialdemokraten ist und bleibt die schwarze "Staatspartei" - das war auch in Marktschellenberg einmal mehr zu merken.

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"Die Politik in Bayern ist autokratisch"

Zum einen schoss sich der Landtagsabgeordnete auf Ministerpräsident Seehofer ein, sprach von "gnadenloser Selbstherrlichkeit" und einer täglich wechselnden Meinung: "Je nach dem, ob er mit dem linken oder dem rechten Fuß aufsteht". Beispiele: Das Hin und Her bei der B15 von Regensburg nach Rosenheim, die Stromtrassen durch den Freistaat oder das achtjährige Gymnasium.

"Die Politik in Bayern ist autokratisch", so Kränzleins Urteil - und zählte zum anderen eine "lange Latte" an Affären auf: Jakob Kreidl und seine bezahlte Geburtstagsfeier in Miesbach, Christine Haderthauer und ihre Modellauto-Affäre, der Fall Mollath, der von der Regierung nicht angepackt wurde, zu Guttenbergs Titelmissbrauch oder die Verwandtenaffäre im Landtag.

"Wer betrügt der fliegt - gilt das auch für Hoeneß?"

Politisch profiliere sich die CSU momentan wieder mit dem Thema Ausländerfeindlichkeit, schüttelte Herbert Kränzlein den Kopf - "um der AfD das Wasser abzugraben". Auch er sprach sich zwar einerseits dafür aus, die Asylverfahren von Kosovaren zu beschleunigen, jedoch brauche man durchaus einen Teil der Leute und nannte das Beispiel Pflege. Auch der Slogan "Wer betrügt, der fliegt" wurde der CSU wieder um die Ohren gehauen - und Kränzlein fügte hinzu: "Gilt das dann auch für Steuerhinterzieher wie Hoeneß?"

Fotos

Fotos: Politischer Aschermittwoch der SPD im BGL

Fotos: Politischer Aschermittwoch der SPD im BGL
Fotos: Politischer Aschermittwoch der SPD im BGL © xe
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Pidings Kreisrat Roman Niederberger gab noch einen Ausblick für das SPD-Jahr im Landkreis und konzentrierte sich auf drei Themen: TTIP und eine Einbindung der Parteimitglieder dazu, bezahlbare Mieten und Barrierefreiheit bei öffentlichen Verkehrsmitteln - mit Blick auf die Bahnhöfe in Freilassing oder Bayerisch Gmain. Die 30 Gäste in der "Almbachklamm" dürfte er auf seiner Seite haben.

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