Höhlen-Drama am Untersberg

Höhlenrettung: "Noch lange nicht über den Berg"

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Marktschellenberg - Die Rettung nach oben geht voran: Allerdings wird der Aufstieg nun durch viele Schächte erschwert. Wie Joachim Herrmann die Lage einschätzt, erfahren Sie im Video:

UPDATE 16.25 Uhr:

Nach mehrstündigem Transport befindet sich der Patient im Bereich des Biwaks IV. Er wird von einem internationalen Ärtzeteam betreut. Der gesundheitliche Zustand des Patienten ist weiter unverändert stabil. Derzeit befinden sich rund 100 Einsatzkräfte in der Höhle und im Bereich des Höhleneingangs. Der Abschnitt von Biwak 4 zu Biwak 3 ist inzwischen von einem österreichen Team für den Transport des Patienten vorbereitet worden. Die Abschnitte zwischen Biwak 3 und 1 werden weiterhin durch ein italienisches und ein Schweizer Team für die Bergung ausgebaut.

Pressekonferenz mit Innenminister Joachim Herrmann

Heute besuchte der bayerische Staatsminister des Inneren, Herr Joachim Herrmann, in Begleitung des Landrates des Berchtesgadener Landes, Georg Grabner, des Präsidenten des Bayerischen Roten Kreuzes, Theo Zellner, und des Berchtesgadener Bürgermeisters, Franz Rasp, die Einsatzkräfte. Er macht sich vor Ort ein persönliches Bild und bedankte sich bei allen beteiligten Hilfsorganisationen für den Einsatz. Nach einer Pressekonferenz und einer Einweisung in die Einsatzleitzentrale besuchte er auch die am Berg eingesetzten Kräfte, um ihnen ebenfalls  zu danken.

Pressemitteilung Bergwacht Bayern

UPDATE 15.10 Uhr:

Auf einer Pressekonferenz, bei der auch Innenminister Joachim Herrmann anwesend war, gab Klemens Reindl von der Bergwacht Bayern den aktuellsten Stand der Höhlenrettung wieder. Momentan befinden sich der verletzte Höhlenforscher und seine Retter zwischen Biwak 4 und Biwak 3. Auf dieser Strecke steht ihnen ein relativer schwieriger Aufstieg bevor. Dies liegt an den vielen Schächten, die überwunden werden müssen. Wie die Vertikalrettung genau ablaufen wird, ob mit Flaschenzug oder Pendel, wird sich erst noch zeigen.

Joachim Herrmann betonte, dass er höchsten Respekt vor dem großartigen Einsatz der Retter hat. "Wir erleben gerade eine große internationale Solidarität", erläutert er während der Pressekonferenz, bei der auch drei Einsatzhelfer aus Österreich, der Schweiz und Italien anwesend waren. Er war sehr zuversichtlich, erklärte aber auch, "dass man im wahrsten Sinne des Wortes noch lange nicht über den Berg ist."

Die weiteren Planungen sehen vor, jeden Tag ein Biwak zu überwinden.

Es wurde auch die Kostenfrage gestellt. Klemens Reindl erklärte, dass die Sozialversicherung des Patienten für den Kostenaufwand aufkommen wird. Sollte er aus beruflichen Gründen in der Riesending-Schachthöhle unterwegs gewesen sein, dann würde die Berufsgenossenschaft die Kosten tragen.

Zwischen Biwak 4 und Biwak 3

Dem verletzten Höhlenforscher Johann Westhauser und seinen Rettern steht der gefährliche Teil der Strecke in der Riesending-Schachthöhle bevor. Der Aufstieg entlang spiegelglatter Steilwände sollte am Sonntag beginnen. Zum Erreichen des Biwak 3 muss das Rettungsteam streckenweise senkrecht in die Höhe klettern. Bislang haben sich die Retter weitgehend waagerecht im Berg auf 900 Metern Tiefe bewegt, ab dem Lager Nummer 4 geht es steil nach oben.

Diese Darstellung zeigt die vermutete Lage des verletzten Höhlenforschers. (Zum Vergrößern der Karte hier klicken)

Nach Angaben der Bergwacht erreichte das internationale Rettungsteam mit drei Ärzten am Sonntagvormittag den Biwak 4, um eine längere Ruhepause einzulegen. Nachdem die Gruppe die Strecke entlang der „Langen Geraden“ gemeistert hat, beginnt nun ein komplizierter Abschnitt. Denn der Biwak 3 in rund 700 Metern Tiefe ist nur durch Klettern entlang einer glatten Steilwand zu erreichen.

Das macht den Aufstieg nicht nur für die Rettungskräfte schwieriger und gefährlicher: „Bis zum Biwak 4 konnte der Verletzte liegend transportiert werden. Nun muss er an Seilen senkrecht in die Höhe gezogen werden“, erklärte ein Sprecher der Bergwacht. Bis zu zwei Tage könne es dauern, bis die Gruppe am Biwak 3 eintreffe.

Patient weiterhin stabil

LIVE-Ticker:

Am Samstag wurde nach mehrstündiger Ruhephase um 11 Uhr die Rettung fortgesetzt. Beim Patienten befindet sich nach wie vor der deutsche Arzt, ein slowenischer Arzt ist mit einem Diagnosegerät zur Ablösung unterwegs. Der gesundheitliche Zustand des Patienten ist weiter stabil. Für die Ablösung des italienischen Teams ist eine österreichische Mannschaft eingestiegen.

Aktuell sind 56 Einsatzkräfte innerhalb der Höhle und 48 im Außenbereich eingesetzt. Zudem wurde damit begonnen, in den Abseilschächten unterhalb des Höhleneingangs die Infrastruktur durch Einbau zusätzlicher Seile zu erweitern. Stark frequentierte Seile werden aus Sicherheitsgründen immer wieder überprüft und erneuert.

Pressekonferenz mit Innenminister Herrmann

Zu einer Pressekonferenz am Sonntagnachmittag wird auch der Bayerische Staatsminister des Innern, Joachim Herrmann, erwartet. Herrmann wird sich über die Lage vor Ort informieren und möchte sich im Rahmen dessen bei allen Einsatzkräften für ihr großes Engagement bedanken.

Wir berichten im Anschluss ausführlich über die Pressenkonferenz!

Malteser im Dauereinsatz

Hintergründe zum Unglück in der "Riesending"-Höhle

Bereits seit Montag, 9. Juni, ist auch der Malteser Hilfsdienst e.V. BGLand in Bad Reichenhall im Dauereinsatz im Dienste der Rettungsaktion am Untersberg. Die Helfer halten die Rettungsaktion im Hintergrund zusammen. Gemeinsam mit dem BRK und der Bundeswehr versorgen die Freiwilligen täglich rund 100 Einsatzkräfte an der FFW Berchtesgaden - und zwar rund um die Uhr. Sie stellen Feldbetten mit Decken und Kissen für die Retter bereit. Im rotierenden Wechsel werden die Helfer des BRK und des Malteser Hilfsdienstes in dem bereits mehrere Tage (und Nächte andauernden) Rettungseinsatz ausgetauscht. Nur so kann die reibungslose Versorgung der Einsatzkräfte sichergestellt werden.

Fotos vom Rettungseinsatz am Untersberg:

Rettungsteams im Einsatz

Höhlenrettung am Untersberg

Bilder von der Rettungsaktion an der Riesending-Schachthöhle am Untersberg

Rettungsaktion Riesending: Fotos vom 5. Tag

Versorgungsnetz für Rettungskräfte

Quellen: Bergwacht Bayern/dpa/redbgl24/rr

Rubriklistenbild: © Picture Alliance / dpa

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