Heftige Diskussion im Marktschellenberger Gemeinderat

"Die Errichtung der Chalets hätte viele positive Auswirkungen"

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Marktgemeinderat diskutiert über Chalet-Projekt
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Marktschellenberg - Ein Bauleitplanungsverfahren für die Errichtung eines Beherbergungsbetriebs mit 10 Chalets, einem Zentral- und einem Betriebsleitergebäudes, stand als Erstes auf der Tagesordnung bei der vergangenen Gemeinderatssitzung

"Die Projektidee wird bereits seit einiger Zeit in der Bevölkerung diskutiert, obwohl es durch den Hauptverwaltungs- und Bauausschuss und Marktgemeinderat bisher zuvor jeweils einmal in nichtöffentlicher Sitzung am 24. und 31. Juli behandelt wurde", so startete Franz Halmich, der erste Bürgermeister der Marktgemeinde Marktschellenberg, mit der Sitzung.  

Und ergänzte: "Dabei wurden bisher nur die Belange der Landesplanung und der Raumordnung geprüft und festgestellt, dass alle Kriterien für solch eine Bebauung erfüllt wären".

Gerüchteküche spricht von Flächenfraß

Im weiteren Verlauf fuhr Halmich fort: "Ich möchte hiermit klarstellen, dass erst jetzt ein Konzept für eine Bebauung zur sachlichen und fachlichen Behandlung in unseren zuständigen Gremien vorliegt. Zuvor war es eine Idee oder eine Vision, wie man es auch immer nennen mag. In der Gerüchteküche wurden bis zu 30 Chalets mit kompletter Bebauung bis hinunter zur Messerergasse gesprochen. Von Flächenfraß bis zu zwei Hektar war die Rede. Das ist alles nicht der Fall".

Weiter betonte der Bürgermeister: "Es ist dem Marktgemeinderat und auch mir ein besonderes Anliegen, jegliche Unklarheiten, unbekannte Daten und offene Fragen zum Vorhaben oder zu einem Bauleitplanungsverfahren auszuräumen. Man kann sich nur mit Tatsachen auseinandersetzen und nicht mit wilden Mutmaßungen."

So soll das Projekt aussehen

  • Zehn Chalets mit je einer Grundfläche von ca. 48-50 m²
  • Ein Zentralgebäude, in dem das Restaurant sowie der Wellnessbereich untergebracht würden
  • Ein Empfangsgebäude in dem auch der Inhaber wohnen würde
  • Ein Außenpool - und natürlich Nebenanlagen, wie Stellplätze, Verbindungswege
  • Überbauung von max. ca. 2.500 m²

Investor ist der Talkessel sehr ans Herz gewachsen

Auch auf den Investor kam Bürgermeister Halmich zu sprechen: "Der Investor, Herr Andreas Walker, kommt aus der Nähe von Stuttgart. Seine Familie betreibt seit Generationen ein Hotel und Herr Walker kommt mit seiner Familie auch bereits seit Jahrzehnten ins Berchtesgadener Land um Urlaub zu machen. Da ihm der Talkessel sehr ans Herz gewachsen ist, ist er darauf gekommen, dieses derzeit zum Verkauf stehende Grundstück zu erwerben und hier einen Betrieb zu gründen."

Bei positiver Projektentwicklung sei er bereit, seinen bisherigen Lebensmittelpunkt aufgeben, in Marktschellenberg seinen neuen Betrieb ansiedeln und diesen auch persönlich zu betreiben. "Wir haben es also nicht mit einem reinen Investor zu tun, sondern mit jemandem, der bei uns persönlich einen Beherbergungsbetrieb in der Kategorie von 5 Sternen aktiv führen würde," folgerte Bürgermeister Halmich. 

Außerdem habe der Investor angeboten, sich allen Fragen auch öffentlich zu stellen. "Deshalb schlage ich dem Gemeinderat vor, eine öffentliche Diskussionsveranstaltung abzuhalten. Und zwar möglichst zeitnah, spätestens aber eine Woche vor der nächsten Sitzung", so der Bürgermeister im Gremium.

Positive Effekte für Marktschellenberg

Abschließend ergänzte Franz Halmich, dass "der Meinungsbildungsprozess im Marktgemeinderat ist noch nicht abgeschlossen", sei, und weiter: "Es gibt sowohl ein Für als auch ein Wider, wobei dem Vorhaben sehr gute Zukunftschancen bescheinigt werden können". 

In Bezug auf die Gerüchte rund um die Chalets ergänzte Halmich: "Ich hoffe aber, dass nun viele Unklarheiten und Ungewissheit ausgeräumt werden konnten. Außerdem möchte ich betonen wie wichtig es mir ist, dass wir uns nicht im Rahmen von Spekulationen bewegen. Als nächstes können nun die Gremien der Gemeinde über die Tatsachen im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben entscheiden; was davon abgesehen, auch unser Auftrag gemäß der Bayerischen Gemeindeordnung ist." Bürgermeister Halmich stellte dann noch die aus seiner Sicht wichtigsten, positiven Effekte auf die Gemeinde dar, die die Umsetzung des Projekts mit sich bringen würden:

  • Ergänzung des Angebots im Talkessel
  • Strukturverbesserung für Marktschellenberg
  • Steigerung der Übernachtungszahlen
  • eine mögliche Initialzündung und somit mittelbare und unmittelbare positive Auswirkungen auf den Ort
  • geringer Eingriff in Natur und Landschaft
  • Kein Berühren von Biotopen
  • Schaffung von Arbeits- und Ausbildungsplätzen

Es folgte eine Information des zuständigen Architekten, an die sich seitens der Gemeinderäte eine heftige Diskussion anschloss.

Welche Argumente zugunsten und gegen das Projekt vorgebracht wurden, lesen Sie in einem weiteren Artikel auf BGLand24.de

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