Kreisverband der Grünen braucht „frisches Blut"

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Der neu gewählte Kreisvorstand: stehend v.l. Marc-Oliver Becker, GiselaBechmann, Jakob Palm, sitzend Edwin Hertlein Elisabeth Hagenauer, Bernhard Zimmer

Marktschellenberg - Bei der diesjährigen Hauptversammlung des Grünen-Kreisverbands wurden die Posten wieder neu besetzt. Ebenfalls wurde auf die erfolgreichen Kommunalwahlen 2014 zurückgeblickt.

Ins Gasthaus Oberstein, hoch über Marktschellenberg, hatte der Grünen-Kreisverband zu seiner diesjährigen Hauptversammlung eingeladen. Vor allem die Besucher aus dem äußeren Landkreis hatten damit Gelegenheit, die mit einem Kostenaufwand von 3,3 Millionen Euro ausgebaute Kreisstraße BGL 5 erstmals zu befahren. Kreissprecherin Gisela Bechmann erinnerte in ihrem Jahresrückblick an das erfolgreiche Abschneiden der Grünen bei den Kommunalwahlen 2014. „Wir haben mit 15,54 Prozent Stimmenanteil die SPD überholt und sind damit erstmals drittstärkste Kraft im Kreistag geworden“, rekapitulierte Bechmann.

Als „sensationell“ bezeichnete sie das Abschneiden von Dr. Bartl Wimmer, der als Landratskandidat 22,81 Prozent der Stimmen auf sich vereinigen konnte. „Mit Elisabeth Hagenauer haben wir erstmals auch eine stellvertretende Landrätin in unseren Reihen“, freute sich die Kreissprecherin. Das erfolgreiche Abschneiden sei nicht nur auf den gut organisierten Wahlkampf zurückzuführen, sondern vor allem Resultat jahrelanger erfolgreicher Arbeit im Kreis und in den Ortsverbänden.

Dem pflichtete auch Vorstandsmitglied Edwin Hertlein bei: „Wir erspüren die brisanten Themen und liefern dazu die richtigen Lösungsansätze.“ Neben den klassischen Grünen-Themen, wie Landwirtschaft und Energiewende, habe man sich auch zunehmend Kompetenz in wirtschaftlichen Fragen geschaffen. Als Beispiel nannte Hertlein die langjährige Grünen-Forderung nach schnellen Internetverbindungen als Voraussetzung für wirtschaftliche Prosperität des Landkreises.

Auf die Energiewende eingehend kritisierte Hertlein die halbherzige Politik der bayerischen Staatsregierung. Als Beispiel nannte er das Abstandsgesetz für Windräder. „Der Mindestabstand vom Zehnfachen der Bauhöhe zum nächsten Wohnhaus verhindert de facto im gesamten Landkreis die Errichtung von Windanlagen.“ Hinzu komme die Regelung, nach der südlich der Autobahn keine Windräder gebaut werden dürfen und somit auch der Teisenberg als möglicher Standort für Windstrom-Generatoren ausscheide.

Kreissprecher Bernhard Zimmer berichtete, dass der Mitgliederstand im Kreisverband stabil sei und derzeit bei 93 liege. Allerdings steige der Altersdurchschnitt, so dass „Blutauffrischung“ dringend notwendig wäre, appellierte Zimmer an die Anwesenden zur Werbung von Neu-Mitgliedern.

Auf eine Autorenlesung über das politische Vermächtnis von Sepp Daxenberger wies Edwin Hertlein hin

Lobend erwähnte der Kreissprecher die gute und konstruktive Zusammenarbeit mit den Salzburger Grünen und namentlich mit Landeshauptmann-Stellvertreterin Astrid Rössler. Hier stünden vor allem Themen wie Renaturierung von Saalach und Salzach, Maßnahmen gegen Fluglärm und Einzelhandel contra Großhandel auf der Agenda.

Für die erkrankte Kreiskassiererin Elisabeth Barth trug Bernhard Zimmer den Kassenbericht vor. „Die Wahlkämpfe der letzten beiden Jahre haben die Kreiskasse zwar arg beansprucht, doch dank eines hervorragenden Spendenaufkommens sind unsere Finanzen in Ordnung.“ Ohne Gegenstimmen wurde die Vorstandschaft entlastet.

Unter der Leitung von Winfried Köpnick wurden anschließend die fälligen Neuwahlen durchgeführt. Mit Ausnahme von Kassenwartin Elisabeth Barth stellten sich alle bisherigen Vorstandsmitglieder wieder für ihr Amt zur Verfügung. Zu einer positiven Überraschung kam es, als sich auch zwei jüngere Mitglieder vorstellten und zu einer Kandidatur bereit erklärten. Der 28-jährige Förderschullehrer Marc-Oliver Becker stammt ursprünglich aus Nordrhein-Westfalen und lebt seit einem Jahr in Bad Reichenhall.

Der 25-jährige Berchtesgadener Jakob Palm studiert in Salzburg Philosophie und Mathematik. Nebenbei betreibt er zusammen mit einem Freund eine Musikkneipe in Berchtesgaden. „Zugunsten der Jugend“ zog der altgediente Laufener Grüne Georg Linner seine Kandidatur zurück. Kein Bewerber ließ sich trotz intensiver Appelle für das Amt des Kreiskassiers finden.

Dies veranlasste einen Versammlungsteilnehmer zu dem nicht ganz ernst zu nehmenden Vorschlag, man solle doch Ex-VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch, der nebenan in der Gaststube mit seiner Gattin speiste, den Posten antragen. Dies unterließ man aber doch und so brachte die Wahl folgendes Ergebnis:

Gisela Bechmann und Dr. Bernhard Zimmer wurden als Kreissprecher ebenso bestätigt, wie Edwin Hertlein als Schriftführer und Elisabeth Hagenauer als Beisitzerin. Zu weiteren Beisitzern wurden Marc-Oliver Becker und Jakob Palm gewählt. Das Amt des Kreiskassiers blieb vorerst vakant und soll bei der nächsten Kreisversammlung besetzt werden. Als Vertreter zur Landes-Delegiertenkonferenz in Bad Windsheim wurden Gisela Bechmann, Jakob Palm und Lucca Guscelli gewählt.

Auf der Bundes-Delegiertenkonferenz in Halle an der Saale wird der Kreisverband von Bernhard Zimmer vertreten. Dem langjährigen Kreissprecher Franz Eder oblag es, der Vorstandschaft und insbesondere Bernhard Zimmer im Namen der Versammlung für die konstruktive und erfolgreiche Arbeit zu danken.

Norbert Höhn

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