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Höhlendrama kommt ins TV

Tag am Set: Mit Schauspieler Maximilian Brückner unterwegs bei der ARD-Großproduktion „Riesending”

Helikopterszenen für die Kameras.
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Helikopterszenen für die Kameras.

Die Rotoren des Helikopters dröhnen. Aber Schauspieler Maximilian Brückner bleibt tiefenentspannt. An seine Rolle als Einsatzleiter der Bergwacht im ARD-Zweiteiler „Riesending” (180 Minuten) geht der gebürtiger Münchner ganz locker ran, sagt er am Rande der Dreharbeiten zum Untersberg-Höhlendrama, das unter anderem in Marktschellenberg und Freilassing gefilmt wird. Regisseur ist Oscar-Preisträger Jochen Alexander Freydank.

Marktschellenberg/Berchtesgaden – Maximilian Brückner lehnt an der Wand eines Bauernhofs. Die rührige Filmcrew dreht nebenan eine Helikoptersequenz. Mehrere Szenen. Start und Landung. Einmal, zweimal, dreimal, viermal. Regisseur ist Jochen Alexander Freydank. Er hatte für seinen Kurzfilm „Spielzeugland” im Jahr 2009 den Oscar gewonnen.

Der Regisseur gibt Anweisungen ans Team. „Ruhe. Es wird gedreht”, ruft ein Verantwortlicher. Maximilian Brückner ist noch nicht dran, er bleibt gelassen und betrachtet währenddessen die idyllische Landschaft, im Hintergrund Berge: „Wunderschön ist es hier.” Sein Blick fällt auf den Untersberg, in dem das reale Drama stattfand. Vom Feld aus, wo der Helikopter steht, koordinierten die Rettungsmannschaften schon während des tragischen Rettungseinsatzes vor acht Jahren die Hubschrauberflüge.

„Aua und ein Mördermuskelkater“

Brückner hat im vergangenen Jahr mit seiner Familie in Berchtesgaden Urlaub verbracht. Er hat in Reichenhall „viele Spezl” aus früheren Zeiten, sagt er. Für ihn ist der Dreh also eine Art Heimspiel in vertrauter Umgebung. Neben Maximilian Brückner hockt Verena Altenberger, Schauspielerin aus dem österreichischen Salzburg.

Sie ist nicht oft im benachbarten Deutschland, das letzte Mal, als sie im Musical „Salzsaga” am Königssee mitwirkte. Mit dem Watzmann, Deutschlands zweithöchstem Berg, stehe sie in gutem Verhältnis. Im Zweiteiler wird sie die Rolle der Höhlenforscherin übernehmen. Fünf Wochen Dreharbeiten in Kroatien liegen hinter ihr. „Das war eine intensive Zeit mit vielen blauen Flecken”, sagt sie. Die Vorbereitung für ihre Rolle beschreibt sie so: „Aua und ein Mördermuskelkater.” Je gefährlicher die Rollenbeschreibung desto wahrscheinlicher, dass Altenberger zusage, gesteht sie.  

Unglück ereignete sich 2014

Das Höhlendrama ist angelehnt an ein Unglück aus dem Jahr 2014. Höhlenforscher Johann Westhauser verletzte sich tief im Innern der längsten Höhle Deutschlands im Untersberg, zwei Tage Fußmarsch vom Tageslicht entfernt. Hunderte Einsatzkräfte begleiteten die millionenschwere Rettungsaktion, die folgte.

„In unserer Geschichte sind die handelnden Personen aber alle fiktiv”, klärt Maximilian Brückner. Gab es im Vorfeld zur Vorbereitung Kontakt zu den realen Einsatzkräften? Nein, entgegnen die Schauspieler.

Intensive Vorbereitungen auf die Rolle

Verena Altenberger hatte sich im Vorfeld aber mit Höhlenforschern aus Wien getroffen. Mit Menschen, die sich in solche Extremsituationen begeben. Sie bereite sich intensiv vor, wenn es die Rolle erfordere, sagt sie. In drei verschiedenen Höhlen in Kroatien fanden die Dreharbeiten statt, drei Grad Celsius, kein Handy-Empfang, Begegnungen mit Massen an Fledermäusen inklusive.

„Fokussiert und konzentriert” sei sie bei den Dreharbeiten gewesen, sagt Altenberger. Studionachbauten von Höhlengängen gab es für die TV-Produktion keine. Altenberger lernte deshalb Klettern, Abseilen, manchmal mit verbundenen Augen. „Die Handgriffe müssen im Schlaf sitzen.” Für Stunts unterstützte sie jener Stunt-Koordinator, der schon bei der Erfolgsserie „Game of Thrones” verantwortlich zeichnete. Klettern möchte sie auch in Zukunft: „Das ist mein neues Hobby geworden.” 

„Für kein Geld der Welt würde ich reingehen“

Obwohl in der Rolle als Einsatzleiter, wird Maximilian Brückner für die TV-Produktion keine Höhle von Innen sehen. Das ist auch gut so. Enge Gänge erinnerten ihn an einen Maulwurfsbau. Allein die Vorstellung, tief im Berg zu sein: Brückner prustet laut, schüttelt den Kopf. „Für kein Geld der Welt würde ich reingehen”, sagt auch Schauspielkollegin Anna Brüggemann, die im Film eine „erfahrene und mutige Kletterin” spielt und die Rettungsaktion in Gang setzt, wie es in ihrer offiziellen Rollenbeschreibung heißt. 

Maximilian Brückner hat sich recht schnell für die Rolle entschieden, als er das Drehbuch angeboten bekam. Weil die Rolle fiktiv ist, könne er sich darin entfalten. Natürlich gebe es manchmal Gesprächsbedarf bei einem Drehbuch. Szenen müssten abgeändert, Dialoge ergänzt werden. „Das ist häufig work in progress. Manchmal sind Dialoge zu Beginn noch nicht schlüssig, dann wird noch am Gesprächsaufbau gefeilt”, sagt er. Für Anna Brüggemann war sofort klar, dass sie die Rolle annimmt: Kein Drama, kein Krimi – die Klarheit der Figuren habe sie überzeugt, die emotionale Tiefe ebenso, sagt sie. Dafür nahm die in Berlin lebende Schauspielerin auch einige wenige Kletterszenen in Kauf. 

Kosten bleiben weitestgehend geheim

Maximilian Brückner hat noch rund vier Wochen Dreh vor sich. 45 Tage sind insgesamt eingeplant. Bis zu 60 Personen sind täglich am Set, wenn in Berchtesgaden und Freilassing gedreht wird, sagt Andreas Grosch, Line Producer bei Senator Film. Der Münchner Grosch hat die Gesamtverantwortung des Drehs inne. Seit 32 Jahren ist er in diesem Job unterwegs, war unter anderem bei „7 Zwerge”, „An deiner Schulter” mit Kevin Costner und „Die Nibelungen” beteiligt.

Fragen zum Budget der „Riesending”-Großproduktion bleiben weitestgehend unbeantwortet: „Bei dem Projekt handelt es sich um eine Eventproduktion und nicht um eine herkömmliche Auftragsproduktion für den FilmMittwoch”, schreibt Produzent Reik Möller von Senator Film auf Anfrage. Insofern seien die Budgets nicht vergleichbar.” Zahlen könne man deshalb nicht nennen. Bei gewöhnlichen Auftragsproduktionen orientiert sich der Minutenpreis bei 18.500 Euro, wie aus öffentlich einsehbaren Zahlen hervorgeht. Bei 180 Minuten wären das 3,3 Millionen Euro. Bei einer Produktion wie dieser lägen die Kosten aber „deutlich höher” heißt es aus dem Produktionsumfeld.

kp

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