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Der Tag, nachdem die Ache den Ortskern durchspülte

Marktschellenberg war abgeschnitten: „Alleine hätten wir es nicht geschafft“

Marktschellenbergs Bürgermeister Michael Ernst am Montagmittag auf der Brücke, die über die Berchtesgadener Ache führt.
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Marktschellenbergs Bürgermeister Michael Ernst am Montagmittag auf der Brücke, die über die Berchtesgadener Ache führt.

Hüfthoch rauschte die Berchtesgadener Ache durch Straßen des Marktschellenberger Zentrums - zwei Ortsteile waren abgeschnitten, jetzt haben manche Bürger ihre Wohnungen verloren und der ganze Schaden ist noch gar nicht absehbar.

Marktschellenberg - Auch wenn am Montag (19. Juli) viele in Marktschellenberg davon sprechen, noch vergleichsweise glimpflich davongekommen zu sein, hat es manche in der 1800-Seelen-Gemeinde hart getroffen: Zwei Familien in der Salzburger Straße im Ortskern haben ihre Wohnungen verloren. Als die Berchtesgadener Ache von Samstag auf Sonntag über die Ufer trat, rauschte der Fluss direkt durchs Zentrum der Marktgemeinde. „Zwei Wohnungen im Erdgeschoß sind dort sind nicht mehr bewohnbar“, bestätigt auch Bürgermeister Michael Ernst (Bürgerliste) im Gespräch mit BGLand24.de.

Hochwasser-Katastrophe im Berchtesgadener Land: Der Tag danach in Marktschellenberg

Bewohner, Geschäftsleute und Bauhof-Mitarbeiter sind am Montagmittag weiter mit dem Aufräumen beschäftigt. „Das Wasser kam so schnell, das habe ich noch nicht erlebt“, so eine Anwohnerin, die seit über 40 Jahren in Marktschellenberg lebt. „Als am Samstag um 20 Uhr die Feuerwehr ausrückte, haben wir uns noch nicht so viel gedacht. Um 22 Uhr ist dann ein richtiger Schütterer heruntergekommen, dann ging es schlagartig“, berichtet sie. „Zuerst hat es das Grundwasser heraufgedrückt, dann ging die Ache über.

Ein Eindruck aus der Salzburger Straße in Marktschellenberg am Montagmittag.

Hüfthoch bis zu den Fensterbänken der Parterre-Wohnungen habe sich die Berchtesgadener Ache ihren Weg durch Teile der Salzburger Straße gebahnt, der Marktplatz war überschwemmt. Aus den Häusern rund ums Rathaus wird nun der Dreck herausgekehrt, verschlammtes Inventar säumt die Straßen, Sandsäcke und Schaufeln an den Gemäuern prägen das Bild. Und mit wem man auch spricht: Die Feuerwehr bekommt ein dickes Lob. „Die haben wunderbar gearbeitet, uns mitten in der Nacht geholfen und am Sonntag den gröbsten Dreck weggemacht“, hört man von den Marktschellenbergern.

Marktschellenberger Zentrum und Scheffau waren abgeschnitten

Von einer „sehr brenzligen und verzwickten Lage“ spricht Bürgermeister Michael Ernst, denn: Sowohl der Dorfkern als auch der Ortsteil Scheffau waren für einige Stunden komplett abgeschnitten. „Nach Scheffau waren alle Zufahrtsstraßen durch Muren oder Steinschläge blockiert.“ Häuser seien aber nicht in Mitleidenschaft gezogen worden, anders als beispielsweise in der Schönau. Die Bergwacht übernahm akute medizinische Fälle, weil das Rote Kreuz Marktschellenbergs Zentrum nicht mehr erreichen konnte. Laut Michael Ernst mussten über 20 Gemeindebürger aus ihren Häusern evakuiert werden.

Die Berchtesgadener Ache in Marktschellenberg am Montagmittag.

Alleine hätten wir es nicht geschafft, die Lage wieder in den Griff zu bekommen“, sagt Bürgermeister Ernst - sein Dank geht dabei vor allem an die Feuerwehr aus dem benachbarten Grödig bei Salzburg, die half, den Ort wieder erreichbar zu machen. Dann kamen auch die Feuerwehren aus Anif, Ainring und Piding, um die Zufahrtsstraßen wieder freizumachen. Bauhof und Gemeindeverwaltung sind am Montag vor allem auch damit beschäftigt, das ganze Ausmaß der Schäden zu überblicken. „Die Infrastruktur hat Vorrang, wir müssen schauen, wo das Straßennetz überall unterspült wurde“, so Michael Ernst.

Aufräumarbeiten und verschlammtes Inventar bestimmten am Tag nach dem Hochwasser das Bild im Marktschellenberger Ortskern.

Wie weit es die vielen Wanderwege getroffen hat, war am Montagmittag auch noch unklar. Sicher ist aber, dass Teile des Nesselbachwegs weggespült wurden und in der Almbachklamm beschädigten kleinere Muren zwei Brücken. „Die Arbeiten in der Klamm sind schon im Gange, sie wird aber noch ein paar Tage gesperrt sein“, so der Bürgermeister. Das Rathaus wurde durch das Hochwasser der Berchtesgadener Ache ebenfalls etwas in Mitleidenschaft gezogen, die Haustechnik ist betroffen, „aber die Schäden sind lösbar“. Aber auch positive Seiten wurden während der Hochwasser-Katastrophe wieder sichtbar - Ernst: „Wie die Bevölkerung zusammensteht, ist wirklich beeindruckend. Das ist weit mehr als nur Nachbarschaftshilfe.“

xe

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